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Tanzwettbewerb

Viel Bewegung um den Silberpokal

Deutsche Meisterschaften im Hiphop, Hiphop Battles, Electric Boogie & Hiphop Productions in der EgeTrans-Arena

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Solotänzer und Formationen stellten sich in der EgeTrans-Arena der Jury. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Mit 1500 Starts, meist gleichzeitig auf drei Tanzflächen, fanden am Pfingstwochenende die Deutschen Meisterschaften der Hip-Hop-Szene statt. Ausgerichtet vom Tanzsportverband TAF (The Actiondance Federation) und der Tanzschule Harry Hagen, wurde die Veranstaltung zu einer Show der besten Solotänzer und Formationen aus der Bundesrepublik.

In unzähligen Altersklassen wurden die Titel ausgetragen. Die Teilnehmer hatten sich zuvor in Regionalausscheidungen qualifiziert. Die Gewinner bekamen nicht nur große Pokale, sondern auch Fahrkarten zu den Europa-und Weltmeisterschaften.

Zum zweiten Mal schon hatten die Deutschen Meisterschaften in der Eisarena stattgefunden: „Ideale Bedingung für diesen großen Wettbewerb“, freut sich Organisator Harry Hagen über die EgeTrans-Arena. Dem Leiter des städtischen Sportamtes, Stefan Benning, gefiel der Betrieb, die Stimmung und die Bewegung auf den Tanzflächen.

Im weiten Rund der Arena dröhnte die Verstärkeranlage. Das gefiel den jungen Tänzerinnen und Tänzern, die sich dicht um die Tanzflächen positioniert hatten und so für eine ganz besondere Stimmung sorgten. Am Rand der Tanzfläche glitzerten die zum Teil riesengroßen Silberpokale. Auf den Zuschauerrängen saßen Hunderte jubelnde Fans.

Hip-Hop hat verschiedene Tanzformen, der Electric Boogie zum Beispiel, bei dem der Körper so bewegt wird, dass die Illusion entsteht, als wenn Wellen durch den Körper fließen würden. Popping gehört zu den Bewegungen im Breakdance, bei dem der Tänzer roboterhafte Bewegungen ausführt. Zum Popping zählt der Moonwalk, oder auch Backslide. Beim Moonwalk täuschen die Schritte ein Vorwärtslaufen, passend zur Musik vor, während sich der Tänzer aber nach rückwärts bewegt.

Der Robocob gehört auch zu den tänzerischen Stilen des Breakdance. Hier wird ein aktives Bein nach vorne geschlagen, während das inaktive Bein durch den Schlag von selbst nach hinten gleitet. Als Locking beschreibt man die wilde Gestik, die an Bewegungen von Marionetten erinnert. Der Breakdance selbst besteht meist aus Freezes, eingefrorene Stellungen, die kurz gehalten werden, Powermoves, Drehungen verschiedener Körperpartien, wie Rücken oder Kopf, die sehr schnell ausgeführt werden und aus Styles den tänzerischen Bewegungen.

Ende der 1970-er Jahre entstand in der New Yorker Bronx der Hiphop. Inzwischen ist die Musik-und Tanzbewegung längst ein fester Bestandteil der Popkultur und zur beliebtesten Tanzform geworden. Tänzer müssen dabei kreativ sein und immer etwas Neues ausprobieren. Durch diese Flexibilität, verschiedener Bewegungen während des Tanzens zu erfinden, entstanden neue Tänze.

Herausragend erfolgreich bei dem Bietigheimer Wettbewerb sind die Schüler der Tanzschule Gregor aus Hemmingen. Sie belegten mehrer Spitzenplätze. Über einen dritten Platz kann sich Michael Reinhard aus Bietigheim von der Tanzschule Harry Hagen im Elektric Boogie Solo freuen.

Bietigheim-Bissingen nimmt eine herausragende Stellung im HipHop ein. Hier leben und arbeiten die derzeit erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Zum Beispiel Bausa, der mit seinem Lied „Was du Liebe nennst“ diverse Rekorde gebrochen hat: Es ist der am längsten an der Spitze der deutschen Charts platzierte deutschsprachige Hip-Hop-Song, auf dem Streamingportal Spotify hatte er die meisten Streams an einem Tag und in einer Woche– und zwar mehr als der Weltstar Ed Sheeran. Oder Shindy, als Michael Schindler in Bissingen geboren, schaffte er es mit seinen Alben auf Platz eins. Dann gibt es auch noch Rin, der eigentlich Renato Simunovic heißt, der die 1-Live-Krone in der Kategorie „Bestes Album“ gewonnen hat.