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Viel Unterstützung fürs Café Bricklebrit

Betreiber erhalten zahlreiche Solidaritätsbekundungen – Standort Walheim soll erhalten bleiben

Walheim. Vor zwei Wochen untersagte die Gemeinde Walheim den Betreibern des Café Bricklebrit die Nutzung der Räumlichkeiten im Obergeschoss der Kelter aufgrund von Brandschutzmängeln (wir berichteten). Für Jürgen Kunz, der das Kulturprojekt gemeinsam mit Tünde Zizic betreibt, ein Schlag, der ihn den Standort Walheim grundsätzlich in Frage stellen ließ. Zumal das Landratsamt die Nutzung der Räume ausdrücklich nicht untersagt, sondern lediglich die Behebung der Mängel bis Ende Juni angeordnet hatte.

Als dann auch noch ein Walheimer in einem Leserbrief an unsere Zeitung die private Finanzierung des Projekts hinterfragte, war Kunz „recht angefressen“. Schließlich mache er nur Kultur und wolle sich dafür nicht immer wieder rechtfertigen müssen.

Doch mittlerweile hat sich seine Laune sehr gebessert. „Grund ist das unfassbare Feedback, das wir erfahren“, ist der Betreiber tief bewegt von den unzähligen Solidaritätsbekundungen, die er erhalten habe. „Ganz offenbar schätzen sehr viele Walheimer, was wir tun.“ Die Kleintierzüchter wollten sogar spontan ihr Vereinsheim für Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Auch wenn Kunz das Angebot nicht annimmt, ist er sehr gerührt. Durch die mannigfaltige Solidarität sei er motiviert, „weiterhin mit großer Leidenschaft Kultur für und mit der Bevölkerung zu machen“.

Die Veranstaltungen wurden vorerst in die Wagenhalle der Kelter verlegt. Beim ersten Vinylabend seien sehr viele Leute da gewesen und hätten ihn ermuntert, weiterzumachen und für sein Bricklebrit zu kämpfen, erzählt Kunz. Trotz eines konkreten Angebots aus einer Nachbarkommune möchte er an Walheim mit der „Bühne onderm Balka“ festhalten, schließlich hat er im Obergeschoss der Kelter eine unnachahmliche Atmosphäre geschaffen. „Ich habe die Hoffnung, mit dem Gemeinderat eine Lösung zu finden“, sagt Kunz. An kommunalpolitischen Auseinandersetzungen habe er kein Interesse. Genauso wenig wolle er sich immer wieder dafür rechtfertigen müssen, was er mit großer Leidenschaft und immensem Aufwand betreibe. Rund 100 selbst finanzierte Veranstaltungen im Jahr und mehr als 3500 Gäste sprächen für sich.

Die Antwort auf den kritischen Leserbrief soll auch Zweifler von seiner Arbeit überzeugen, hofft Kunz: Von den hohen privaten Investitionen für Inventar und Ausstattung über monatliche Fixkosten für Miete und Nebenkosten, Werbung und vieles mehr zeigt er auf, dass zur Finanzierung des Kulturbetriebs die Einnahmen aus der Gastronomie zwingend nötig seien. Die Hälfte der Veranstaltungen sei eintrittsfrei, dazu gehörten auch Veranstaltungen von örtlichen Vereinen und Organisationen, denen die Räume kostenlos zur Verfügung gestellt würden.

Jetzt liegt der Ball beim Gemeinderat, der über die Verbesserung des Brandschutzes entscheiden muss. „Wenn alle Informationen zusammengetragen wurden, werden wir das Thema umgehend behandeln. Wir hoffen, dass dies im Juni sein wird“, erklärt Haupt-, Bau- und Ordnungsamtsleiterin Isabell Zimpel.

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