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Bildung

Viele Schulen starten später

Niedrige Inzidenz erlaubt Wechselunterricht ab Montag, umgesetzt wird das aber vielerorts erst ab Dienstag

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Kreis Ludwigsburg. Aus dem aktuellen Hin und Her bei den Schulöffnungen könnte man wunderbare Aufgaben erstellen. Etwa, indem man die jüngeren Klassenstufen rechnen lässt, wie viel Zeit jeweils zwischen einer Verkündung oder gar Anordnung durch eine Behörde und deren Umsetzung ist und wie sich das im Lauf der Zeit entwickelt hat. Oder die älteren Schüler erörtern lässt, ob es sinnvoll ist, wegen einiger Schultage vor den Ferien den Aufwand zu betreiben und die Schule wieder zu öffnen. Keine leichten Aufgaben – weil es nämlich im Kreis gar keine eindeutigen Antworten geben würde.

Denn die Schulen können wegen der an mehreren Tagen hintereinander unter 165 gesunkenen Inzidenzzahl zwar ab dem kommenden Montag für die Nicht-Abschlussklassen in den Wechselunterricht starten. Doch kaum eine wird das tatsächlich tun – zu wenig Vorbereitungszeit war angesichts von Feiertag und beweglichem Ferientag gestern.

So verkündete an Christi Himmelfahrt, einen Tag nach dem Hinweis durch die Behörden, schon der geschäftsführende Schulleiter von Bietigheim-Bissingen, Claus Stöckle, dass man „nach eingehender Abwägung und Diskussion aus organisatorischen Gründen“ entschieden habe, erst am Dienstag wieder mit Präsenzunterricht für die halbe Klassenzahl zu starten. Ebenso verfahre man auch in Freiberg, weiß er von seinem Kollegen René Coels, Leiter der Oscar-Paret-Schule. Auch die Sachsenheimer Schulen bleiben noch einen Tag länger als möglich im Fernunterricht, in der Kirbachschule in Hohenhaslach beispielsweise ist am Dienstag und Mittwoch eine Gruppe wieder vor Ort, die andere mit Lernpaketen zu Hause, dann wird getauscht. Am Helene-Lange-Gymnasium in Markgröningen und der Schwieberdinger Glemstalschule hingegen peilte man den Montag als Starttermin an – aber jeweils verbunden mit der Bitte, am Sonntag nochmals auf den Internetseiten der Schulen nachzuschauen. Gar bis Montag gedulden müssen sich die Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach, dann soll bekanntgegeben werden, wie genau es ab dem 18. Mai weitergeht. Ähnliches gilt für die Grundschule, dort soll ab Dienstag ein Wechselsystem greifen, das in jeder Woche zehn Stunden Präsenzunterricht für alle Kinder vorsieht.

Das zeigt: Für die Schulen ist der Aufwand und die Planungsunsicherheit erneut groß – aber das gelte auch für den pädagogischen Nutzen, findet Stöckle. „Ich bin sehr für eine Schulöffnung, egal, wie lange. Die Kinder müssen raus aus der Isolation. Da spielt es auch keine Rolle, ob es nun Montag oder Dienstag wird.“ Das sähen auch andere so.

Unumstößlich festgelegt ist nur eines: Für den Präsenzunterricht müssen wieder negative Coronatests vorliegen.

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