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Viele wollen Lebensretter sein

376 Menschen haben sich am Samstag in der EgeTrans-Arena typisieren lassen, um dem neunjährigen Christopher zu helfen, der unter einer genetischen Erkrankung leidet, die zu Blutkrebs führen kann. Viele haben zudem gespendet, insgesamt kamen 7776 Euro zusammen, die die Steelers der DKMS übergaben.

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Die Helfer der Registrierungsaktion haben alle Hände voll zu tun. Unterstützung kommt auch durch die Steelers-Profis – sie haben zusammen mit ihren Partnerinnen und Fans nicht nur Geld gesammelt, sondern lassen sich selbst typisieren, wie hier Kapitä
Die Helfer der Registrierungsaktion haben alle Hände voll zu tun. Unterstützung kommt auch durch die Steelers-Profis – sie haben zusammen mit ihren Partnerinnen und Fans nicht nur Geld gesammelt, sondern lassen sich selbst typisieren, wie hier Kapitän Nikolai Goc. Foto: Alfred Drossel
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Bietigheim-Bissingen. Mund auf. Stäbchen rein – vielfach wurde diese kurze Prozedur mit dem vielleicht lebensrettenden Abstrich der Wangenschleimhaut am Samstag in der Egetrans-Arena vollzogen. Genau 376 mal – ein Ergebnis, mit dem Lukas Weber von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sehr zufrieden ist. „Es ist beeindruckend“, zieht er eine Bilanz der Veranstaltung, mit der dem Steelers-Nachwuchstorwart Christopher und vielen anderen Betroffenen geholfen werden soll. Und Weber fügt hinzu: „Wenn wir einen passenden Spender finden, wäre das das Schönste.“ Bis sich das aber herausstellt, müssen die Organisatoren noch ein wenig warten: Vier bis sechs Wochen dauere die Analyse, erklärt er.

Für Christian Wolf, der mit seinem vierjährigen Sohn Lennart aus Ludwigsburg gekommen ist, war es eine Selbstverständlichkeit teilzunehmen: „Wenn man helfen kann, dann hilft man“, sagt der 35-Jährige. Denn man wisse nicht, ob man selbst einmal betroffen sein könne.

Die Abgabe des Wattestäbchens war aber nicht das einzige, mit dem die Besucher bei der Typisierungsaktion in den Katakomben der Arena helfen konnten. Es gingen auch Spenden in Höhe von 7776 Euro ein. Das Geld wird benötigt, um die Aktion zu finanzieren, denn jede Typisierung kostet zwischen 40 und 50 Euro, erklärt Lukas Weber.

Und geholfen haben auch die Steelers, für die der neunjährige Christopher aus Sachsenheim bis zum Bekanntwerden seiner genetischen Erkrankung, die zu Blutkrebs führen kann, auf dem Eis stand. Uwe Vogel – selbst Fan und Freund der Familie – hatte die Organisation in den Umkleideräumen der Eishockeycracks übernommen. Mütter und Väter der Jugendspieler halfen an den Registrierungstischen mit, oder hatten unzählige Kuchen gebacken. „Das ist Ehrensache“, sagen Patricia Müller und Irene Fritz, die Christopher persönlich kennen, weil auch ihre Söhne in der Mannschaft spielen. Rund 50 Helferinnen und Helfer waren am Samstag im Einsatz.

Manager Gregor Rustige ist stolz darauf, dass der ganze Verein mitmacht. So kam auch die gesamte Profimannschaft der Steelers vorbei und hat sich registrieren lassen, unter ihnen Verteidiger Nikolai Goc. Er sagt, dass diese Aktion ein schönes Zeichen der Menschlichkeit sei. Viele Frauen und Freundinnen der Spieler hatten zuvor schon bei der Partie am Sonntag vergangener Woche Blinkeherzen an die Zuschauer verteilt, 2500 Euro kamen durch die Aktion und eine Spende der Mannschaft zusammen. Ihre Solidarität dokumentierten auch die Zweitliga-Handballer der SG BBM.

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