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Remseck

Vorerst keine schwimmenden Blumenkästen

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Remseck. Die acht für die Remstal-Gartenschau installierten „Schwimmenden Gärten“, die am Dienstag durch angeschwemmte Bäume aus ihren Verankerungen gerissen wurden (wir berichteten), dürfen vorerst nicht wieder angebracht werden. „Wir haben der Stadt nahegelegt, bis auf weiteres auf eine Montage zu verzichten“, sagt Walter Braun, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Neckar. Die Befestigung sei offensichtlich nicht sicher.

Sechs Pontons wurden bis zum Wasserssportverein Schifferclub Neckarrems getrieben. Zwei weitere der schwimmenden Blumenkästen haben es sogar drei Kilometer weit bis zur Staustufe bei Ludwigsburg-Poppenweiler geschafft. Das Problem: Die Pontons hätten sich im Wehr verkeilen und dieses beschädigen können. „Dann hätte man die Schleusen öffnen müssen und eine Flutwelle für Hoheneck produziert“, sagt Braun. Die Stadt Remseck dürfe die „Schwimmenden Gärten“ erst dann wieder montieren, wenn die Befestigungen einem solchen Hochwasser und seinen Begleiterscheinungen standhalten.

„Wir werden es feinsäuberlich aufarbeiten, warum es so weit kommen konnte“, sagte Oberbürgermeister Dirk Schönberger. Er vertraue dabei auf die renommierten Unternehmen, die mit der Installation betraut waren und mit denen die Stadtverwaltung „in intensivem Kontakt“ stehe. Einen Zeitdruck gebe es bezüglich einer erneuten Montage nicht. „Sicherheit geht vor Schnelligkeit“, so der OB.

Harte Kritik an solchen „unnötigen Installationen“ bei der Gartenschau äußert der Benninger Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung Nature Life International. „Es ist realitätsfremd, in einem immer mehr ausufernden Hang zur Bespaßung durch völlig unnötige Schmuck-Deko-Installationen die Landschaft zu gestalten“, sagt Hutter. Der Naturschützer fordert eine Rückbesinnung auf Naturnähe und regionale Besonderheiten bei künftigen Gartenschauplanungen. In Zeiten des Artensterbens dürfe es nicht sein, „dass für Bespaßungs-Sandstrände naturnahe Gehölze wie in Remseck entfernt oder wie in Heilbronn Wasseranlagen so gestaltet werden, dass Jungvögel ertrinken und Falkennester in der Nacht von einem Licht-Bombardement überzogen werden“. (elf)