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Vorfreude auf günstigere Tarifzone stellt sich ein

Heimerdingen wird endlich auch bei der Tarifzoneneinteilung eins mit Ditzingen – Damit soll das ÖPNV-Angebot spürbar verbessert werden

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Ditzingen. Die Menschen im Ditzinger Ortsteil Heimerdingen haben seit Anfang des Jahres mit der Kombination Bus und Strohgäubahn einen verbesserten 15-Minuten-Takt und sollen zudem ab 1. Januar 2020 um 40 Prozent günstiger fahren können als bisher. Hemmingen hat der Verschiebung in die Tarifzone zwei (wie berichtet) bereits zugestimmt. Kommenden Dienstag wird auch der Ditzinger Gemeinderat mutmaßlich den ersehnten Schritt beschließen – eine Formalität. Der Ausschuss für Technik und Umwelt feierte den in greifbare Nähe gerückten Moment am Dienstagabend einstimmig.

In den vergangenen Jahren hatten sich die Ditzinger Gemeinderatsfraktionen quasi alle paar Monate abgewechselt mit Anträgen, für Heimerdingen eine bessere und gerechtere Lösung zu schaffen. Die Heimerdinger zahlen bislang für ein Einzelticket nach Stuttgart-Hauptbahnhof 5,30 Euro, mit der Verschiebung in die Tarifzone zwei und durch die Tarifreform des VVS reduziert sich der Ticketpreis auf 2,90 Euro. Den zahlen ab 1. April auch die Ditzinger, Hirschlander und Schöckinger.

Dringend notwendig wird der Tarifzonenwechsel wegen der Strohgäubahn: Deren Linienführung über Hemmingen bedeutet nämlich, dass die Bahn ab 1. April in die Zone drei sozusagen zurückfahren würde. Somit würden die Busse ab Heimerdingen mit einem günstigeren Preis ab Tarifzone zwei fahren, die Strohgäubahn unterdessen aber mit Tarifzone drei bewertet. Bei einer Jahreskarte ergäbe sich unter dieser Voraussetzung ein Preisunterschied von 40 Prozent.

Zudem haben der VVS und der Verband Region Stuttgart die einheitliche Tarifzone für die Strohgäubahn als Voraussetzung für einen Tarifzonenwechsel gesetzt. Um die Attraktivierung der Strohgäubahn also nicht zu gefährden, musste Hemmingen mitziehen. Dass die Nachbarn dies taten, obwohl sie aufgrund der höheren Einwohnerzahlen als Verteilermaßstab deutlich mehr zahlen werden, freut die Heimerdinger. Die Stadträte schickten warme Dankesworte Richtung Hemmingen, zu Bürgermeister Thomas Schäfer und an den Gemeinderat.

„Ich möchte darauf hinweisen, dass dies ein Beispiel ist, wie man in den Kommunen zu einem Konsens kommt“, lobte Fritz Hämmerle, Heimerdinger Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat. „Ohne Hemmingen wäre es nicht gegangen.“ Sein Fraktionskollege Konrad Epple schloss sich an: „Ich freue mich, dass die Sache jetzt kommt.“ Der Freie Wähler Bernhard Arzt lobte das Engagement des OB Michael Makurath. „Für die Strohgäugemeinde ist es ein Meilenstein. Für die Strecke nach Stuttgart halbiert sich der Preis fast.“

Ebenso äußerte der Ditzinger Bürgermeister Ulrich Bahmer großen Respekt für die Entscheidung der Hemminger Nachbarn. „Sie tragen den weitaus größeren Anteil. So profitiert Hemmingen und wir noch mehr. Wir sind sehr dankbar, dass es geklappt hat.“

Die jährlichen Kosten in dieser Angelegenheit wollen sich Hemmingen mit rund 8000 Einwohnern und damit 63.304 Euro sowie Ditzingen mit rund 3500 Heimerdinger Einwohnern und damit 27.696 Euro teilen.

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