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NAHVERKEHRSPLAN

VVS denkt an Linienverlängerungen

Fährt die Buslinie402 künftig bis nach Affalterbach? Wird die Linie403 bis nach Winnenden und Kornwestheim verlängert? Der VVS möchte prüfen, ob diese Überlegungen Sinn machen. So steht es im Entwurf zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Die Stadt Remseck will sich nicht dagegen sperren.

Die Linie 402 – hier bei einem Stopp an der Stadtbahn-Endhaltestelle in Neckargröningen – verbindet alle Remsecker Stadtteile.Archivfoto: Ramona Theiss
Die Linie 402 – hier bei einem Stopp an der Stadtbahn-Endhaltestelle in Neckargröningen – verbindet alle Remsecker Stadtteile. Foto: Ramona Theiss

REMSECK. +„Die Remsecker Standards liegen bereits deutlich über den Mindeststandards des Nahverkehrsplans“, stellte der Erste Bürgermeister Karl-Heinz Balzer kürzlich im Gemeinderat fest. In der Sitzung stimmte das Gremium der Stellungnahme der Stadt Remseck zum Entwurf der Fortschreibung des Planwerks zu, der vom Landkreis Ludwigsburg gemeinsam mit dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) erarbeitet wurde. Alle Kreiskommunen hatten in den vergangenen Wochen Gelegenheit, sich dazu zu äußern. Die Rückmeldungen werden jetzt geprüft und bewertet. Der aktualisierte Nahverkehrsplan (NVP) soll im Frühjahr 2021 vom Kreistag beschlossen werden.

Im Stadtverkehr Remseck seien von Landkreis und VVS keine Angebotsdefizite festgestellt worden, berichtete Karl-Heinz Balzer im Gemeinderat. Das wundert ihn freilich nicht. Der NVP beschreibe lediglich das Basisangebot für eine „ausreichende Verkehrsbedienung“, erklärte er. In Remseck liege man bereits deutlich über diesen Standards. Als Beispiel nannte der Erste Bürgermeister den Einzugsbereich von Haltestellen, der im NVP mit 500 Metern festgesetzt ist, in Remseck aber bei 300 Metern liegt. „Bei der Lage der Haltestellen sind wir in 90 Prozent des Stadtgebiets besser“, so Balzer. Auch bei den Beförderungszeiten und der Bedienhäufigkeit übertreffe Remseck bei Weitem das Geforderte.

Die Buslinie402 ist für Remseck die Wichtigste. Sie führt von Hochdorf über Hochberg, Neckarrems, Neckargröningen und Aldingen bis nach Pattonville und wieder zurück, also quer durch die ganze Stadt. Hier habe die Einführung des 20-Minuten-Taktes Anfang 2020 zu deutlichen Verbesserungen geführt. „Die Fahrplanlage ist seither recht stabil“, berichtete der Erste Bürgermeister. Der VVS rege im Entwurf zur Nahverkehrsplanfortschreibung an, eine Verlängerung dieser Linie über Hochdorf hinaus bis nach Affalterbach zu prüfen. Die Stadt Remseck begrüße diese Überlegung, sofern eine solche Prüfung auch von der Gemeinde Affalterbach gewünscht werde. „Remseck wollte das schon vor 25 Jahren, Affalterbach war damals aus Kostengründen dagegen“, erinnerte Balzer.

Direktbus jetzt pünktlicher

Auch eine Verlängerung der Linie403, die von Hochberg über Neckargröningen nach Aldingen führt und wieder zurück, kann sich der VVS in der Zukunft möglicherweise vorstellen – und zwar nach Osten und nach Westen. Konkret werden Fahrten bis nach Kornwestheim und Winnenden in Erwägung gezogen. „Mir fehlt dazu zwar noch die Fantasie. Wir wollen uns aber nicht dagegen sperren“, kommentierte Balzer den Plan. Er stellte aber gleich klar, dass diese Verbindungen keine Aufgabe des Stadtverkehrs Remseck seien. Vielmehr handle es sich um Regionallinien, die landkreisübergreifend finanziert werden müssen.

Positives wird von der Linie X43 vermeldet. Der Direktbus Waiblingen-Ludwigsburg kann laut Balzer den Fahrplan deutlich besser einhalten, seit im September die Busspur zwischen Hegnach und Neckarrems eingerichtet wurde. Die Stadt Remseck regt deshalb an, den Takt weiter zu verdichten. Bisher fährt alle halbe Stunde ein Bus. Die vom VVS angedachte Verlängerung der Betriebszeit wird von Remseck begrüßt. Aktuell erstreckt sich diese werktags von 5.46 bis 20.46 Uhr.

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