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Museum

Walheimer Jupitergigantensäule soll zurück an seinen Fundort kommen

Es ist eine kleine Sensation: Das Original der Walheimer Jupitergigantensäule soll im Dezember zurück an seinen Fundort kommen. Vor dem Eingang des Museums Römerhaus steht bislang eine sechs Meter hohe Nachbildung der Säulenteile, die in den 1960er Jahren in der Gemeinde gefunden wurden.

Die sechs Meter hohe Jupitergigantensäule vor dem Museum Römerhaus. Foto: Alfred Drossel
Die sechs Meter hohe Jupitergigantensäule vor dem Museum Römerhaus. Foto: Alfred Drossel

Walheim. Das war ein toller Fund, der Ende der 1960er Jahre bei Erschließungsarbeiten in der Besigheimer Straße in Walheim zutage kam: Es wurde eine fast vollständig erhaltene Jupitergigantensäule geborgen. „Sie ist ein Zeugnis für die enge Verbundenheit der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung und ihren Göttern“, heißt es über diesen Fund. Was viele Besucher des Museums jedoch nicht wissen, so berichtet Fördervereins-Vorsitzende Ursula Oswald: Vor dem Eingang des Gebäudes steht eine Nachbildung der Säulenteile. Abgüsse davon sind mittlerweile in mehreren Orten im ganzen Land zu finden. So am Neuen Schloss in Stuttgart und in Oberriexingen an der Kelter.

Nachdem Teile der Gigantensäule bei den Erschließungsarbeiten 1967 gefunden wurden, unternahm man einen neuerlichen Versuch, weiß Ursula Oswald. „Ein Jahr später wurde nochmals gegraben und wieder etwas gefunden.“ Vier Teile sind es insgesamt. Bis heute fehlt allerdings Jupiter auf seinem Pferd. „Es wird vermutet, dass dieser Teil immer noch in der Erde liegt. Aber mittlerweile stehen dort Häuser drauf“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins Römerhaus.

Aber wenn in Walheim eine Nachbildung steht, wo ist dann das Original? Das wurde jahrzehntelang in Aalen im Limesmuseum ausgestellt. „Es galt als herausragendes Fundstück, weil es so gut erhalten ist. Das Museum wurde jetzt aber umgestaltet, der Akzent liegt nun mehr auf dem Römerkastell und dem Militär. Da passt unsere Säule nicht mehr so gut dazu“, berichtet Ursula Oswald. Im Museumsarchiv sollte sie aber keineswegs verschwinden und kommt darum wieder zurück nach Walheim.

Allerdings ist das Vorhaben auch mit Kosten verbunden. Denn die einzelnen Teile sollen keineswegs als ganze Säule vor dem Museum ausgestellt werden, sondern im Inneren des Museums. Dafür müssen Sockel her und auch jeweils Informationstafeln. Denn was auf den Steinen zu sehen ist, steht auch immer in Verbindung mit Walheim. Da sind unter anderem Fischschuppen zu sehen. „Wir haben hier Neckar und Enz“, sagt Ursula Oswald. Und Trauben würden auf den Weinbau hinweisen. Zudem soll die Kopie der Jupitergigantensäule im Außenbereich restauriert werden. Vom Bund gab es jetzt eine Finanzspritze von 10000 Euro (wir berichteten). „Die Maßnahme kostet allerdings 15000 Euro. Den Rest tragen die Gemeinde Walheim und der Förderverein“, sagt Ursula Oswald. Aufgestellt werden sollen die Originalteile der Säule im Inneren des Museums vor der langen Fensterreihe. „So kann man sie auch anschauen, wenn das Museum zuhat“, erklärt Oswald. Ins Gebäude kommen sie, weil der Sandstein draußen zu schnell verwittern würde.

Die Vereinsvorsitzende erwartet die Teile der Gigantensäule im Dezember. An ihren neuen Standort sollen sie mit einem Indoor-Kran platziert werden. „Es ist sehr schön, dass wir künftig die Originalteile zeigen können“, freut sie sich. Geplant ist, sie bei der Saisoneröffnung des Museums im April kommenden Jahres einzuweihen. Dann soll es auch einen Festvortrag mit Dr. Martin Kemkes vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg geben.

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