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Auktion
Warum ein Bahngrundstück in Erdmannhausen in Berlin unter den Hammer kommt

Auf dieses Grundstück bei Erdmannhausen will die Bahn künftig verzichten; es wird Ende März versteigert.Foto: privat
Auf dieses Grundstück bei Erdmannhausen will die Bahn künftig verzichten; es wird Ende März versteigert.Foto: privat
In Berlin wird am 25. März ein Grundstück in Erdmannhausen zum Mindestgebot von 7500 Euro versteigert. Nicht nobelste Lage, aber immerhin mitten im Grünen zwischen Landesstraße 1124 und S-Bahn. Wie kommt ein Auktionshaus an dieses Areal? Ganz einfach, es gehört der Bahn AG mit Sitz in Berlin.

Erdmannhausen. Die Gerätehütte, an der sich ein Weg entlang schlängelt, sieht schon leicht morsch aus. Das Gelände ist aber gut von der Landesstraße aus gegenüber der Schützenhaus-Kreuzung zu erreichen.

Wie Matthias Knake vom Berliner Auktionshaus Karhausen im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, versteigert er regelmäßig Grundstücke der Bahn, die das Unternehmen für seinen Betrieb nicht mehr braucht. Ballast abwerfen, lautet das Gebot der Stunde. Die Palette reicht vom Bahnhofsgebäude bis zum Grünstreifen. Manchmal gehe auch ein Gewerbeareal zu einem siebenstelligen Betrag weg, erzählt Knake. Von solchen Summen kann man bei diesem knapp 600 Quadratmeter großen, nicht erschlossenen Grundstück in Erdmannhausen natürlich nur träumen. Hier geht es um einen vier-, vielleicht auch fünfstelligen Betrag.

48 Immobilien stehen zum Verkauf

Hunderte solcher Bahngrundstücke hat das Berliner Auktionshaus schon an den Mann oder an die Frau gebracht. Bei der Frühjahrsauktion stehen nun 48 Immobilien, unter anderem eben auch von der Bahn, zum Verkauf. Und da das Auktionshaus auf außergewöhnliche Objekte spezialisiert ist, befindet sich das Grundstück in Erdmannhausen in allerbester Gesellschaft. Ob ein Areal am See in Brandenburg, ein Rittergut in Alfeld, ein Wassergrundstück am Jachthafen in Usedom, ein Hotelkomplex in bester Lage in Lübz, eine Ackerfläche in Magdeburg, eine Stadtvilla in Görlitz oder ein Weinberg an der Mosel: Bei der Frühjahrsauktion kann so manches Schätzchen erworben werden.

Areal hat einen Haken

Die Nähe zu Stuttgart und die gestiegene Nachfrage nach Freizeitgrundstücken seit der Pandemie lässt Auktionator Knake hoffen, dass es für das Areal viele Interessenten gibt. Einige hätten bereits ein Exposé angefordert, berichtet er.

Doch das Bieten, Erwerben und Nutzen des Areals ist nicht so einfach. Denn das Grundstück ist im Rahmen eines Generalpachtvertrages an die Bahnlandwirtschaft AG verpachtet. Und diese hat wiederum einen Unterpachtvertrag mit dem aktuellen Nutzer abgeschlossen. Da müssten ambitionierte Selbstnutzer also erst mal Verträge kündigen und außerdem den Unterpächter in Sachen Anpflanzungen entschädigen. Schließlich gelten auch noch Nutzungseinschränkungen. Diese betreffen hauptsächlich den Bahnverkehr, den die künftigen Eigentümer dulden müssen. Wer diese ganzen Umstände nicht scheut, kann online, schriftlich, telefonisch oder vor Ort am 25. März ab 12 Uhr mitbieten.

Info: Alle Informationen und Downloads über die nicht ganz alltägliche Auktion gibt es im Internet unter www.karhausen-ag.de oder telefonisch unter (030) 890 48 56.