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Insektensommer

Was kreucht und fleucht im Garten?

Das große Krabbeln geht in die zweite Runde. Der Naturschutzbund (Nabu) möchte wissen, was auf Wiesen und Feldern, aber auch im heimischen Garten alles kreucht und fleucht. Das soll bei der bundesweiten Zählaktion „Insektensommer“ herausgefunden werden. Passend dazu hat der BUND mit der Stadt Freiberg die Aktion „Freiberg blüht auf“ gestartet.

Die blauschwarze Holzbiene ist eine Wildbienenart, die auch an Nektarpflanzen in unseren Gärten beobachtet werden kann. Foto: Nabu/Frank Leo
Die blauschwarze Holzbiene ist eine Wildbienenart, die auch an Nektarpflanzen in unseren Gärten beobachtet werden kann. Foto: Nabu/Frank Leo

Freiberg. Über allem schwebt die Biene. Als Bestäuberin ist sie in erheblichem Maße für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt verantwortlich. Wie Conrad Fink vom BUND Stadtverband Freiberg mitteilt, leben in Deutschland 560 unterschiedliche Wildbienenarten. Mehr als die Hälfte von ihnen ist auf der Roten Liste als stark gefährdet verzeichnet. Wildbienen, die Schwestern der Honigbiene, sind laut Fink auch bei Kälte, Wind und Regen unterwegs. Besonders für kurz blühende Obstbäume wie Kirschen spielen sie deshalb eine wichtige Rolle. So können Hummeln, die zu den Wildbienen zählen, aufgrund ihrer Kraft sogar Tomaten bestäuben. Dazu ist die Honigbiene nicht in der Lage. „Je mehr verschiedene Arten von Bestäubern vorhanden sind, umso besser funktioniert die Gesamtbestäubung von Obstbäumen und anderen Pflanzen“, so Conrad Fink.

Mit ihrer Aktion „Freiberg blüht auf“ wollen die Stadt Freiberg und der örtliche BUND dazu animieren, zum Schutz bedrohter Wildbienenarten beizutragen. Dies können Bürger in erster Linie tun, indem sie im Garten oder in Pflanzkästen Blumen aussäen, welche den Bienen mit Nektar und Pollen die Nahrung liefern. Samentütchen mit der richtigen Blumenmischung können an der Pforte im Freiberger Rathaus abgeholt werden. Auf Blumenbeeten freuen sich Bienen über Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Wilde Malve, Astern, Blutweiderich, Wiesenschafgarbe und Wiesensalbei, teilen die Umweltschützer von BUND und Nabu mit. Für den Balkon wird Katzenminze, Gundermann, Liegender Ehrenpreis, Zypressenwolfsmilch, Blutroter Storchschnabel sowie Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze und Thymian empfohlen. „Wir wollen ein sichtbares blühendes Zeichen setzen und zeigen, dass die Wildblumen einen Platz im urbanen Raum haben können“, sagt Projekt-Initiator Marcel Rückert aus Freiberg zum Start der Aktion. Die Stadt Freiberg stellt im Zuge der Aktion Flächen zur Verfügung, die mit Wildblumen bepflanzt werden. Auch Eltern, deren Kinder im Zwergenstüble untergebracht sind, haben Erde umgegraben und dort Wiesenblumen-Samen eingesät. „Wir stehen immer wieder im Spannungsfeld zwischen dem Ausbau der Infrastruktur und Eingriffen in die Natur“, sagt Bürgermeister Dirk Schaible. Insofern begrüße er solche Aktionen für die Bienen. „Es ist wichtig, für die Umwelt und die Natur etwas zu tun“, so der Verwaltungschef.

Im Rahmen der Freiberger Aktion für eine bienenfreundliche Umwelt machen die Initiatoren nun auch auf die bevorstehende bundesweite Insektenzählung „Insektensommer“ vom 31. Mai bis 9. Juni und vom 2. bis 11. August aufmerksam. Ziel der Aktion ist es, auf die enorme Bedeutung von Wildbienen und anderen Insekten hinzuweisen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Der Insektensommer findet bereits zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 18.000 Menschen mit über 7300 Beobachtungen an der Aktion.

Wie die Naturschützer vom BUND weiter mitteilen, tragen Insekten nicht nur zur Vermehrung von Pflanzen, sondern auch zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. „Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen“, so Fink. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, Flächenversiegelung und artenarme Grünflächen in Siedlungsgebieten seien Gründe für den Insektenschwund.

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