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Umwelt

Weiterbetrieb des Makadamwerks verärgert

Das Unternehmen hat sich lange gegen die Stilllegung gewehrt – mit Erfolg. Erst Ende 2019 kommt das Aus.

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Während das Schotterwerk (im Hintergrund) schon lange stillgelegt ist, läuft die Produktion im Makadamwerk weiter. Archivfoto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Es ist still geworden um den Bissinger Steinbruch, um den viele Monate als geplanter Standort für eine Biovergärungsanlage – sowie weiterhin zweier Industriebetriebe – gestritten worden ist. Das Vorhaben ist mit dem Bürgerentscheid, den die Gegner deutlich gewonnen haben, vor rund zweieinviertel Jahren ad acta gelegt worden – doch auf dem Gelände herrscht nach wie vor reges Treiben. Und das stößt so manchem auf.

Denn je nach Witterung steige grauer beziehungsweise gelblicher Rauch zum Himmel, der sich je nach Windrichtung auch über die Stadtteile lege, so eine Klage. Davon betroffen seien unter anderem auch Seniorenheime, ein Neubaugebiet, das Freibad und die vielen Schüler, die den Steinbruch täglich passieren, so eine Leserin. Auch bei der Stadtverwaltung gehen offenbar immer mal wieder Beschwerden über Emissionen des Makadamwerks ein, das nach wie vor dort eine Asphaltmischanlage betreibt, heißt es aus dem Bietigheimer Rathaus.

Doch selbst sei man nicht der richtige Ansprechpartner, so Stadtsprecherin Anette Hochmuth. Vielmehr ist das Landratsamt zuständig – und das nun länger, als es ihm lieb sein dürfte. Denn eigentlich hätte das Makadamwerk ebenso wie das Schotterwerk Ende 2017 den Betrieb einstellen sollen. Das Schotterwerk tat das auch, und der Besitzer hatte das Aus für die gesamte Produktion auf dem Gelände schon vor dem Bürgerentscheid verkündet, wegen der vielen Proteste. Doch der Geschäftsführer des Makadamwerks wehrte sich (wir berichteten).

Und hatte damit vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart einen Erfolg erzielt. Nach einem Vergleich kann nun bis Ende 2019 weiterproduziert werden. Das Gericht hatte diesen „angesichts der komplexen Materie“, so das Landratsamt, vorgeschlagen. Beide Seiten hätten dem unlängst zugestimmt. Bis dahin galt ein sogenannter „Hängebeschluss“, den das Makadamwerk mit seinem Eilantrag vor genau einem Jahr beim Gericht beantragt hatte, um bis zu einer Entscheidung weiterproduzieren zu dürfen.

Nun also muss sich das Landratsamt noch weitere rund 13 Monate mit dem Makadamwerk und den Beschwerden befassen, denen man auch gezielt nachgehe. Was nach 2019 mit der Produktion – genehmigt sind 200 Tonnen pro Stunde – und den Mitarbeitern geschieht? Mit Verweis auf ein offenes Verfahren wolle man keine Stellungnahme abgeben, so der Geschäftsführer – unklar ist damit auch, ob er ebenso rechtliche Schritte gegen den Geländebesitzer eingereicht hat.

Unabhängig davon geht es aber auch im Steinbruch weiter. Denn dieser soll verfüllt werden. Täglich liefern deshalb unzählige Lastwagen Material an, das gewogen wird, weil der Betreiber für die Abnahme Geld erhält, heißt es aus dem Rathaus. Wie lange das Verfahren noch dauert? Auch dieser Geschäftsführer möchte dazu nichts sagen.

Offen ist derzeit auch, wie es mit dem Gelände danach weitergeht, ins Gespräch gebracht wurden sowohl eine landwirtschaftliche Nutzung wie auch ein Freizeitgelände. Im Juli jährt sich der Bürgerentscheid zum dritten Mal – und damit endet die Bindungsfrist für Planungen der Stadtverwaltung. Ob es schon neue gibt? „Das ist bei uns noch kein Thema“, so Hochmuth.