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Kriminalstatistik

Weniger Drogentote und Rauschgiftdelikte im Kreis Ludwigsburg

Bundesweit ist die Zahl der Drogentoten im vergangenen Jahr gestiegen. Erfreulicher sind die Zahlen im Kreis Ludwigsburg: Hier gab es 2021 weniger Drogentote und weniger Rauschgiftdelikte als 2020,

Im Kreis Ludwigsburg wurde wieder Marihuana in großen Mengen verkauft. .Archivfoto: Silas Stein/dpa
Im Kreis Ludwigsburg wurde wieder Marihuana in großen Mengen verkauft. .Archivfoto: Silas Stein/dpa

Kreis Ludwigsburg. Die Zahl Rauschgiftdelikte ging im vergangenen Jahr im Kreis Ludwigsburg leicht zurück. 1814 Vorfälle waren es im Jahr 2020, zwölf Monate danach wurden nur noch 1768 gezählt. Das Minus von 46 Fällen entspricht einem Rückgang von 2,5 Prozent. Es waren aber auch schon 1861 (2018) oder 829 Fälle in 2011. In der Regel führt die Polizei Schwankungen der Fallzahlen auf ihre Ermittlungsarbeit zurück. Ein starker Ermittlungsdruck bedeutet, dass die Drogenszene in die Nachbarschaft ausweicht, geht die Intensität zurück, kommt sie wieder zurück. Typisch für die sogenannte „Holkriminalität“ – bei der die Polizei durch verstärkten Personaleinsatz mehr Fälle „holt“ – ist auch die hohe Aufklärungsquote. Sie lag 2021 bei 89,9 Prozent.

Mehr Drogentote im Bund, weniger im Kreis

Bundesweit ist die Zahl der Drogentoten zum vierten Mal in Folge gestiegen. Starben 2020 noch 1581 Menschen an Drogen, so wurden vergangenes Jahr 1826 gezählt. 2017 waren es noch 1272 Drogentote. Wie zuvor gab es die meisten Todesopfer wegen Heroin und anderer Opioide, alleine oder in Verbindung mit anderen Stoffen. Die Zahl der Rauschgifttoten durch eine Überdosis von Heroin ist auf 195 gestiegen, bei Opioid-Substitutionsmitteln auf 88 Tote. Gestiegen sind auch die bundesweiten Zahlen bei den Vergiftungen mit Amphetamin (92 Rauschgifttote), Amphetaminderivaten (13 Rauschgifttote), Methamphetamin (23 Rauschgifttote) und Kokain (74 Rauschgifttote). Im Kreis waren voriges Jahr vier Drogentote zu beklagen – nach acht im Jahr 2020.

Im Polizeipräsidium Ludwigsburg werden die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen gemeinsam betreut. In den beiden Kreisen gingen die Fälle von Besitz und Erwerb von Drogen zurück– in Böblingen um 290 auf 1071 und in Ludwigsburg um 116 auf 1356. Die Verteilung nach Drogen zeigt dabei für beide Kreise, dass besonders der Konsum von Cannabis zurückging (minus 304 Fälle). Kokaindelikte, die 2020 noch stark zugenommen hatte, gingen wieder um 49 Fälle zurück (minus 25,8 Prozent).

Handel und Schmuggel mit Cannabis und Kokain nehmen zu

Dagegen nahmen Schmuggel von und Handel mit Drogen in beiden Landkreisen zu – in Ludwigsburg um 53 und in Böblingen um 21 Fälle. Markant war in Ludwigsburg vor allem der Handel mit Cannabis (plus 42 Fälle, gleich 20,3 Prozent) sowie besonders mit Kokain: Das Plus von 24 Fällen einspricht einem Zuwachs von 68,6 Prozent. Dagegen nahm im Nachbarkreis Böblingen vor allem der Handel mit Amphetaminen zu.

Einen leichten Rückgang gab es in beiden Kreisen bei der Zahl der Tatverdächtigen: 2462 nach 2665 im Jahr zuvor. Unter ihnen waren 778 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende – ein Anteil von 31,6 Prozent. Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger blieb mit 32,5 Prozent konstant, beim schweren Rauschgifthandel liegt er allerdings höher (44,6 Prozent). Betrachtet man den Bereich nach Nationalitäten, so werden nach den deutschen am häufigsten türkische Staatsangehörige delinquent. (pro/fe)

Polizeierfolg: Drogenbande hinter Schloss und Riegel

Zur Zerschlagung einer Dealerbande um einen 42-jährigen Montenegriner aus dem Kreis Böblingen führten 2021 mehrmonatige Ermittlungen des Rauschgiftdezernats der Kripo. Die Mitglieder sollen große Mengen an Marihuana, Haschisch und Kokain vornehmlich nach Deutschland geschmuggelt und verkauft haben. Der mutmaßliche Drahtzieher und sieben Komplizen – darunter zwei aus dem Kreis Ludwigsburg –wurden festgenommen.

Bereits im April hatten sich durch die Festnahme eines mutmaßlichen Kuriers, der an der österreichischen Grenze kontrolliert worden war, Hinweise auf die Bande verdichtet. In seinem Auto entdeckten die Beamten ein professionelles Schmuggelversteck, in dem sie neben 80000 Euro eine scharfe Schusswaffe und mehrere abhörsichere Handys fanden. Der Kopf der Bande soll Rauschgifttransporte organisiert und den Zahlungsverkehr abgewickelt haben, während die Drogen über die Werkstatt eines 34-jährigen Kroaten im Kreis Böblingen sowie über einen 23-jährigen Deutschen und einen 36-jährigen Italiener aus dem Kreis Ludwigsburg verkauft wurden. Als eine weitere Lieferung anstand, schlug die Polizei am 12. November in der Werkstatt des 34-Jährigen zu. Sie nahm fünf Tatverdächtige fest und stellte 35 Kilo Marihuana, 10 Kilo Haschisch, 800 Gramm Kokain und Bargeld sicher. Danach wurden auch der mutmaßliche Drahtzieher und seine 44-jährige Frau festgenommen, die gerade untertauchen wollten. Am 18. November durchsuchten die Ermittler dann die Wohnungen der beiden Verkäufer aus dem Kreis Ludwigsburg und dreier weiterer Tatverdächtiger. Neben 48000 Euro stellten sie einen Ferrari, eine nicht geringe Menge Testosteron und mehrere Kilo Gold sicher. Wie die Ermittlungen ergaben, haben die Verhafteten auch mit gefälschten Impfdokumenten gehandelt. (red)