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Statistik

Weniger Platz, weniger Bauanträge

Die Zahl der Genehmigungen für neue Häuser oder Anbauten sind um ein Fünftel zurückgegangen. Grund sind auch Verzögerungen bei Verhandlungen mit Bauträgern.

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Bietigheim-Bissingen/ TAMM/INGERSHEIM. Neue Baugebiete ausweisen? Oder mögliche Lücken nutzen? Für viele Kommunen ist angesichts der Debatte um den zunehmenden Flächenverbrauch Lückennutzen das Mittel der Wahl. Doch umsetzen lässt sich eine Nachverdichtung nicht so leicht – das spüren nun auch Bietigheim-Bissingen, Ingersheim und Tamm. Denn mangels verfügbarer Bauflächen sind im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft 2018 deutlich weniger Vorhaben beantragt und genehmigt worden als in den Jahren zuvor.

Insgesamt seien nur noch 194 Baugenehmigungen erteilt worden, 21 Prozent weniger als 2017 mit 245 Genehmigungen, geht aus einer Mitteilung hervor. Auch das Bauvolumen sank deutlich auf 67 Millionen Euro, das entspricht laut der Berechnung des zuständigen Bietigheim-Bissinger Baurechtsamts einem Rückgang von 43 Prozent (2017: 117 Millionen Euro).

Auffällig aus Sicht der Behörde sind insbesondere die Zahlen für den Bau von Ein- oder Zweifamilienhäusern in Bietigheim-Bissingen mit einem Rückgang von 17 Fällen auf zuletzt elf und kleineren Bauvorhaben in Ingersheim mit einem Rückgang von 21 auf sieben Fälle – wohingegen die Zahlen für Mehrfamilienhäuser über alle drei Kommunen hinweg stabil geblieben sind (16 Genehmigungen).

Ganz überraschend kommt die Entwicklung bei den kleineren Objekten für die Stadt Bietigheim-Bissingen aber nicht, da es 2017 durch das neue Baugebiet Ellen-tal.IIb besonders viele Möglichkeiten gab, und andererseits die Pläne für den Haslacher Weg in Metterzimmern noch nicht so weit umgesetzt werden konnten. Hintergrund ist, dass sich die Gespräche mit dem Bauträger lange hingezogen haben, so die Pressesprecherin Anette Hochmuth. Im vergangenen Herbst konnte man dann aber die Erschließung des Gebiets am Ortsrand von Metterzimmern – den Bau von Kanälen und Versorgungsleitungen – abschließen, so dass nun die privaten Bauherren loslegen können.

Verzögerungen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen muss die Stadt auch beim Lothar-Späth-Carré am Bahnhof hinnehmen, auch hier gab es so lange Verhandlungen mit dem Bauträger, dass man sich entschied, die Fläche in zwei Abschnitten zu entwickeln. In der nächsten Ratssitzung soll der Satzungsbeschluss gefasst werden, dann gibt es auch eine Bürgerinfo. Sichtbar sind bereits die weiteren Vorbereitungen: Im südlichen Bereich wurden Bäume gefällt, damit mit dem Start der wärmeren Jahreszeit die Erschließung beginnen kann (wir berichteten).

In einer der nächsten Ratssitzungen soll es auch um eine weitere Baufläche gehen, in der Schwarzwald-/Hölderlinstraße. Dort wehren sich Anwohner, weil ihnen die geplanten Bauten zu hoch und dicht auf ihren sind. Einen Bebauungsplanentwurf gibt es hingegen für das Gebiet Poststräßle/Rohräcker. Am 13. März sollen dazu auch die Anwohner informiert werden (18 Uhr, Rathaus Bissingen).

Im Gegensatz zu den Wohnungsbauvorhaben sind die Anträge für den gewerblichen Bereich insgesamt gestiegen. Die Zahl der Projekte legte von 16 auf 24 zu. Das Bauvolumen ging dagegen zurück, von 23 Millionen Euro auf 21 Millionen Euro. Als Beispiele für den Bau oder die Genehmigung entsprechender Vorhaben nennt die Stadt das neue medizinische Dienstleistungszentrum in der Borsigstraße sowie einige Neu-, An- oder Umbauten großer Firmengebäude bei Fumatech, Dürr Systems oder Bosch.

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