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Tourismus

Weniger Übernachtungen im 3B-Land

Baden-Württemberg steht bei Geschäftsreisenden und Touristen hoch im Kurs: Im vergangenen Jahr übernachteten hier 4,3 Prozent mehr Gäste. Anders sieht es im Landkreis Ludwigsburg und im 3B-Land aus. Hier sank das Aufkommen um 5,3 Prozent. Positive Nachrichten jedoch bei den Wohnmobilen. In Bietigheim-Bissingen wurde sogar ein Rekordergebnis erreicht.

Bietigheim von seiner Schokoladenseite. Leider wollen immer weniger Touristen das sehen. Archivbild: Alfred Drossel
Bietigheim von seiner Schokoladenseite. Leider wollen immer weniger Touristen das sehen. Archivbild: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. In Coronazeiten ist alles anders, doch schon im vergangenen Jahr begann es im Tourismus zu kriseln – zumindest im 3B-Land. In dieser Tourismusgemeinschaft haben sich Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Bönnigheim zusammengeschlossen. Seit zehn Jahren steigen in Baden-Württemberg die Zahlen der Übernachtungen an. Diese wuchsen im vergangenen Jahr auf 57,2 Millionen. Das ist ein Zuwachs von 4,3 Prozent. Vor allem die Touristen aus dem Ausland sorgten im Ländle für einen kräftigen Zuwachs.

Dieses positive Ergebnis kommt allerdings nicht mit den Zahlen aus dem 3B-Gebiet zusammen. Im Landkreis Ludwigsburg wurden zwei Prozent weniger Ankünfte verzeichnet. Der Landkreis ist einer der wenigen im Südwesten, der mit Minuszahlen zu kämpfen hat. Und im 3B-Land sieht es nicht anders aus. Bei den Ankünften lag man um 4,9 Prozent und bei den Übernachtungen um 5,3 Prozent niedriger als noch im Jahr 2018. Das geht aus dem Jahresbericht der Tourismus-Gemeinschaft hervor, der vor kurzem dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderats vorgelegt wurde.

Kein Restaurant im Parkhotel

Den Grund für den Rückgang der Übernachtungszahlen sehen die Fachleute darin, dass die Hotels, Pensionen und Privatunterkünfte rund um Bietigheim-Bissingen fast konstant geblieben sind. Und auch bei der Qualität der Betriebe habe es in den vergangenen Jahren nur wenig Fortschritte gegeben. Daher seien Zuwächse nur schwer zu erzielen, heißt es in dem Bericht. Und das, obwohl in den vergangenen 20 Jahren sehr gute Zahlen geschrieben werden konnten. Am 1. August will das 3B-Team seinen 20. Geburtstag feiern. In dieser Zeit konnte allein in Bietigheim-Bissingen ein Anstieg von 59 Prozent verzeichnet werden, in Besigheim seit 2001 sogar um 192 Prozent.

Gegen Ende des Jahres 2019 zeichnete sich bereits eine Eintrübung der Wirtschaft ab. Das wirkte sich schlecht auf die Übernachtungen der Geschäftsreisenden aus. In Bietigheim-Bissingen wurden im vergangenen Jahr 80.561 Übernachtungen gezählt. Im besten Jahr 2013 waren es knapp 10.000 Übernachtungen mehr.

Neben der stagnierenden Zahl an Betten kommt in Bietigheim noch hinzu, dass das zweitgrößte Haus, das Parkhotel, seit 2017 keinen Restaurantbetrieb mehr aufzuweisen hat. Und seit 2019 wird nicht mehr in allen Hotels ein Frühstück angeboten. Das wirke sich vor allem auf die Geschäftsreisenden aus.

Dass die 3B-Städte sich nach wie vor einer hohen Beliebtheit bei Touristen und Kurzurlaubern erfreuen, zeigt sich in der Entwicklung der Zahlen des Wohnmobiltourismus. Hier sind die Zuwächse sehr deutlich, heißt es in dem Bericht. In Bietigheim-Bissingen wurden 2019 bei den Wohnmobilisten 1095 Übernachtungen gezählt. In Besigheim waren es mit 1023 Übernachtungen kaum weniger. In Bietigheim sind die Wohnmobilfahrer von der Enz an die Metter umgezogen, auf das Gelände der ehemaligen Polizei beim früheren Jugendhaus in der Farbstraße. Dieser Trend zeige, dass Wohnmobil-Tourismus ein Wachstumsmarkt sei und es daher sinnvoll sei, weitere Stellplätze anzubieten und neue Angebote zu schaffen.

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