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kommunalpolitik

Wer wird neuer Landrat?

LKZ lädt am Donnerstag zur Podiumsdiskussion in die Ludwigsburger Musikhalle – Wahl völlig offen

Dietmar Allgaier (CDU), Christoph Erdmenger (Grüne), Gerd Maisch (Freie Wähler) und Heiner Pfrommer bewerben sich um den Posten des Landrats (im Uhrzeigersinn von oben links). Fotos: privat
Dietmar Allgaier (CDU), Christoph Erdmenger (Grüne), Gerd Maisch (Freie Wähler) und Heiner Pfrommer bewerben sich um den Posten des Landrats (im Uhrzeigersinn von oben links). Foto: privat

Kreis Ludwigsburg. Die heiße Phase für die Bewerbung um die Nachfolge von .Rainer Haas hat begonnen: Am 15..November wählt der Kreistag den neuen Landrat. Die vier Kandidaten – Dietmar Allgaier (CDU), Christoph Erdmenger (Grüne) Gerd Maisch (Freie Wähler) und Heiner Pfrommer (parteilos) – führen seit Wochen Gespräche mit den 108 Kreisräten und wollen sie von ihrer Kandidatur überzeugen. Doch eine echte Bewegung, die eine Mehrheit sichern könnte, hat es noch nicht gegeben.

„Spannend wird es erst ab dem zweiten Wahlgang“, vermutet CDU-Fraktionschef Manfred Hollenbach. Er hat vor 24 Jahren in einem dramatischen Showdown gegen Haas verloren. Damals neutralisierten sich Hollenbach und der Vaihinger Oberbürgermeister Heinz Kälberer. Das soll diesmal nicht wieder passieren. Der Grandseigneur der Union ist sich sicher, dass zunächst die drei großen Parteien geschlossen ihrer Kandidaten unterstützen. Wo die übrigen Parteien – SPD, FDP, Linke und AfD – ihre Kreuzchen machen, ist derzeit noch nicht absehbar. Die SPD will unter anderem die LKZ-Diskussion am Donnerstag abwarten, bis sie eine Empfehlung gibt. „Aber es soll ein Kommunaler sein“, so Fraktionschef Jürgen Kessing. Ein einheitliches Bild ergibt sich nicht. Gut möglich, dass ein dritter Wahlgang notwendig wird, in dem dann die einfache Mehrheit ausreicht.

Wofür stehen die Kandidaten?

Doch wofür stehen die vier Kandidaten, welche Positionen vertreten sie? Auch wenn die Bürger nicht direkt über den Landrat abstimmen können, so vertritt der oberste Chef der Kreisverwaltung doch die Interessen von knapp 540.000 Menschen im Kreis. Einen Einblick ermöglicht unsere Zeitung den Bürgern am kommenden Donnerstag, 24. Oktober, ab 19 Uhr bei einer Podiumsdiskussion in der Ludwigsburger Musikhalle. Dort treffen die Bewerber zum ersten und einzigen Mal öffentlich aufeinander.

Dietmar Allgaier (53) ist Erster Bürgermeister von Kornwestheim. Seine wichtigste Botschaft lautet: Der Landkreis soll in einem guten Miteinander mit den Städten und Gemeinden voran gebracht werden. Nur gemeinsam könnten die Herausforderungen gemeistert werden. Dazu müsse es auch im Kreistag ein „harmonisches Verhältnis“ geben. Ganz oben auf der Agenda steht für ihn der Ausbau der Mobilität, vor allem des ÖPNV. Bezahlbares Wohnen, die Zukunftssicherung der Kliniken und der Berufsschulen sind für ihn außerdem wichtige Themen. Er hofft, dass bei der Wahl am Ende nicht die Parteipolitik ausschlaggebend ist: „Wir brauchen einen Landrat für alle.“

Christoph Erdmenger (49) will die Zukunft eines Landkreises mitgestalten, der „schon jetzt gut aufgestellt“ sei. Aber es gebe große Herausforderungen, so der Abteilungsleiter für Nachhaltige Mobilität im Verkehrsministerium. Vor allem beim Verkehr, beim bezahlbaren Wohnen und dem Strukturwandel in der Wirtschaft. „Ich sehe meine Chancen realistisch, das wird schwierig“, so Erdmenger. Ob er bis zum Schluss im Rennen bleibt oder zurückzieht, werde er je nach Ergebnis mit den Grünen absprechen.

Gerd Maisch (55) sagt: „Wir brauchen für die Menschen im Kreis schnelle Lösungen im Wohnungsbau.“ Der Druck sei immens. Diesem könne man aber nicht mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises entgegenwirken. „Wir brauchen eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Kommunen und kommunalen Wohnungsbaugesellschaften.“

Außerdem müsse die Pflege und Kurzzeitpflege in den Fokus genommen werden. Diese gelte es auszubauen. Bislang sieht er noch für keinen der Kandidaten eine Mehrheit. „Die gibt es erst bei der Wahl.“

Heiner Pfrommer (39) sieht sich selbst als unabhängigen, kommunal verankerten Kandidaten. „Schließlich ist das Landratsamt ja auch eine kommunale Behörde“, so der Sozialdezernent. Die wichtigsten Herausforderungen liegen für ihn in der Zukunft der Kliniken, bei der Pflege, der Sicherung der Mobilität und dem Ausbau des Angebots an bezahlbarem Wohnen „Für mich ist das eine Lebensaufgabe“, so Pfrommer. Deshalb hat er sich auch vorgenommen, bis zum Schluss in den Wahlgängen zu bleiben. „Zurückziehen werde ich nicht.“

Info: LKZ-Podiumsdiskussion zur Landratswahl, Donnerstag, 24. Oktober, Musikhalle Ludwigsburg, Beginn 19 Uhr, Eintritt frei.

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