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Lockerung

Wieder freie Fahrt für Fahrschulen

Im Theorieunterricht und während der Fahrstunden gelten ab 11. Mai besondere Regeln – Nur zwei Personen im Auto

Ein Fahrlehrer erklärt einer Schülerin die Verkehrssituation. Wenn am 11. Mai die Fahrschulen wieder öffnen, müssen beide Personen eine Schutzmaske tragen. Foto: hedgehog94 /stock.adobe.com
Ein Fahrlehrer erklärt einer Schülerin die Verkehrssituation. Wenn am 11. Mai die Fahrschulen wieder öffnen, müssen beide Personen eine Schutzmaske tragen. Foto: hedgehog94 /stock.adobe.com

Kreis Ludwigsburg. Keine Fahrstunden, kein Unterricht, keine Prüfungen: Seit dem 17. März geht bei den 85 Fahrschulen im Kreis nichts mehr. Fahrlehrer wurden in Kurzarbeit versetzt, Fahrschüler hingen urplötzlich in der Luft und die Geschäftsinhaber hatten von einem Tag auf den anderen keine Einnahmen mehr bei nahezu gleichbleibenden Ausgaben. Doch ab kommenden Montag kehrt wenigstens ein Stück Normalität in die Fahrschulen zurück. Denn dann dürfen sie unter Einhaltung bestimmter Auflagen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Laut Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg, kam die Entscheidung seitens der Landesregierung gerade zur rechten Zeit: „Die Signale waren da, dass einigen Fahrschulen die Luft ausgeht“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Ganz so schlimm war es bei der Fahrschule Pino in Ottmarsheim noch nicht. Dennoch: „Auch uns hat die Schließung wirtschaftlich getroffen“, berichtet Tanja Inchingolo, die gemeinsam mit ihrem Mann Giuseppe die Fahrschule leitet. Eine gewisse Zeit könne man überstehen und die Leasingraten für die Autos und die Mieten für die Räume bezahlen. Doch sie seien jetzt schon sehr froh, dass der Betrieb wieder losgehen kann.

Als Tanja und Giuseppe Inchingolo von den Lockerungen erfuhren, legten sie sofort los, um alles Nötige zu organisieren. Während er und die beiden Fahrlehrer die Schüler anriefen, um Termine für Fahrstunden auszumachen, organisiert sie Desinfektionsmittel und bereitete die Hinweisschilder mit den Hygiene- regeln vor. Schutzmasken seien bereits genügend vorhanden. „Wir wollen ordnungsgemäß starten“, verspricht sie. Dazu gehört auch, dass in den Unterrichtsräumen die Stühle auf den geforderten Mindestabstand von 1,5 Meter gebracht werden. Das bedeutet, dass dort nur noch die Hälfte der Schüler unterrichtet werden kann. Ob deshalb die Anzahl der Unterrichtseinheiten verdoppelt werden muss, weiß Tanja Inchingolo noch nicht. „Es ist schwer abzuschätzen, wie viele Fahrschüler zum Unterricht erscheinen“, sagt sie. „Einige Schüler haben Angst, sich anzustecken, andere dürfen vielleicht wegen ihren Eltern nicht kommen – wir müssen uns überraschen lassen.“

Klar ist, dass die Fahrschüler sowohl im Theorieunterricht als auch in der praktischen Fahrstunde einen Mundschutz tragen müssen. Im Auto dürfen sich nur zwei Personen aufhalten. Die Konsequenz: Ein Fahrschüler darf nicht den anderen abholen, um von diesem nach Hause gebracht zu werden. Die Fahrlehrer müssen jeden Schüler einzeln abholen und wieder nach Hause fahren. „Das hat zur Folge, dass wir täglich zwei bis drei Stunden Leerfahrten haben“, sagt Tanja Inchingolo. Außerdem müssen nach jeder Fahrstunde Lenkrad, Gangschaltung und Bedienhebel desinfiziert werden. Auch ständiges Lüften des Fahrzeugs während der Fahrt ist nötig. Doch wie sieht es bei der praktischen Prüfung aus? Hier gibt es eine Ausnahme: „Der Prüfer darf als dritte Person mit ins Auto und muss ebenfalls einen Mundschutz tragen“, sagt Jochen Klima vom Fahrlehrerverband.

Neben den Betreibern von Fahrschulen freuen sich auch zahlreiche Schüler, dass es endlich weitergeht, wie Tanja Inchingolo weiß: „Da gibt es viele, die auf den Führerschein angewiesen sind und schon mit den Füßen scharren.“

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