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Wird die Schutzhütte mit Beton verfüllt?

Historisches Gebäude ist einsturzgefährdet und seit geraumer Zeit gesperrt – Wiederaufbau ist zu teuer

Einsturzgefahr: Die Greuthhütte am Waldspielplatz ist seit gut einem Jahr gesperrt. Foto: Alfred Drossel
Einsturzgefahr: Die Greuthhütte am Waldspielplatz ist seit gut einem Jahr gesperrt. Foto: Alfred Drossel

Löchgau. Vor gut einem Jahr hatten Bauhofmitarbeiter festgestellt, dass sich Steine aus der Decke der Greuthhütte am Löchgauer Waldspielplatz gelöst hatten und heruntergefallen waren. Weiteren Teilen der Decke drohte ein ähnliches Schicksal. Da gerne auch Kinder in dem 1817 erbauten Häuschen spielen, sperrte der Bauhof dieses umgehend. Ein Bauzaun ist seitdem aufgestellt, auf einem Schild ist zu lesen: „Achtung Einsturzgefahr! Betreten verboten.“

Zwei Fachfirmen haben inzwischen ihr Angebot für die Reparatur gemacht – die Preise liegen bei 131000 beziehungsweise 206000 Euro. Die hohen Kosten kommen zustande, weil ein Großteil der Steine nicht wieder verwendet werden kann und die Schutzhütte bis aufs Fundament wieder neu aufgebaut werden müsste. „Zudem muss das Gewölbe aufwendig nach alter Handwerkskunst erstellt werden“, berichtete Hauptamtsleiter Jens Millow im Gemeinderat. „Es handelt sich also weniger um eine Sanierung, als um einen Abbau und eine Neuerrichtung.“ Aus Sicht der Verwaltung stelle die Greuthhütte zwar ein bedeutsames Element dar, der Aufwand für den Wiederaufbau sei aber nicht angemessen, befand Bürgermeister Robert Feil. „Es ist die Frage, ob wir uns diese immensen Kosten in unserer jetzigen Situation leisten können und wollen“, meinte der Schultes mit Blick auf die angespannte Finanzsituation durch die Coronapandemie. Nein – so die einhellige Antwort der Gemeinderäte. Sie sprachen sich für eine andere Option aus. Demnach soll nun geprüft werden, ob die Greuthhütte, die früher als Unterstand für die Wengerter diente, mit Beton verfüllt werden kann. So entstünde eine Art „Betonbunker, der nicht mehr betreten werden kann“, erklärte der Hauptamtsleiter. Gleichzeitig könnten die Kinder die Hütte aber weiter zum Spielen nutzen, zum Beispiel zum Klettern. Rund 10000 Euro würde das kosten. Die Gemeinderäte sahen darin viele Vorteile: So könnte die Hütte stehen bleiben und weiter von den Kindern bespielt werden.

Kritisch äußerten sich Robert Fiesel (SPD) und Monika De Coninck (CDU), für die es mit Blick auf den Klimaschutz nicht infrage kommt, so viel Beton zu verbauen. Otto Weible (CDU) und Werner Rammig (SPD) schlugen vor, die Hütte nicht komplett mit Beton auszufüllen, sondern zu verschalen. Dann würde sie stabilisiert und könnte möglicherweise geöffnet bleiben. Diese Option soll nun ebenfalls geprüft werden.

Birgit Griesinger (FWL) wollte wissen, ob das historische Bauwerk als Kleindenkmal eingestuft sei? Das ist nicht der Fall, entgegnete Hauptamtsleiter Millow. Ein Statiker habe darüber hinaus die anderen beiden Schutzhütten auf Löchgauer Markung überprüft. Sie seien stabil. Bei zwei Gegenstimmen von Robert Fiesel und Monika De Coninck lässt die Gemeindeverwaltung nun prüfen, ob die Hütte mit Beton verfüllt beziehungsweise verschalt werden kann.

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