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Warnstreik

Zahlreiche Busse bleiben im Depot

Gewerkschaft erhöht Druck auf private Busunternehmer vor neuer Tarifrunde – Nahverkehr im Kreis nahezu lahmgelegt

Am Bahnhof Bietigheim versammeln sich zahlreiche Busfahrer zu einer Protestaktion. Fotos: Alfred Drossel
Am Bahnhof Bietigheim versammeln sich zahlreiche Busfahrer zu einer Protestaktion. Foto: Alfred Drossel
Schon vergangene Woche kam es zu Warnstreiks bei den privaten Busbetrieben. Archivfoto: Alfred Drossel
Schon vergangene Woche kam es zu Warnstreiks bei den privaten Busbetrieben. Foto: Alfred Drossel
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Kreis Ludwigsburg/ Bietigheim-Bissingen. Vor der vierten Verhandlungsrunde am Samstag erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber: Im Rahmen der Tarifrunde für das private Omnibusgewerbe streikten gestern Busfahrer in Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg. Der Busverkehr war in weiten Teilen des Kreises den ganzen Tag über eingestellt. An einem Protestzug zum Busbahnhof in Bietigheim-Bissingen beteiligten sich mehr als 60 Busfahrer.

Der Manteltarifvertrag für das private Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg ist gekündigt. Die Verdi-Tarifkommission fordert, wie deren Vertreterin Suzanna Tedesco auf der Kundgebung in Bietigheim betonte, dass Pausen nur nach dem Arbeitszeitgesetz abgezogen werden dürften und die übrige Schichtzeit bezahlte Arbeitszeit sei. Nachtarbeitszuschläge sollen auf 30 Prozent, Sonntagszuschläge auf 50 Prozent vereinheitlicht und nicht gegenseitig aufgerechnet werden. Auch Verhandlungen über eine betriebliche Altersvorsorge sollen aufgenommen werden, sagte die Gewerkschaftssekretärin.

Die Arbeitgeber hätten auch in der dritten Verhandlungsrunde diese Forderungen abgelehnt. Stattdessen forderten sie Verschlechterungen im Tarifvertrag, zum Beispiel bei der Jahressonderzahlung, bei Arbeitszeitkonten und bei der Eingruppierung, beklagte Tedesco: „Deshalb streiken wir.“ Die Arbeitsniederlegung sei zur Durchsetzung der Forderungen notwendig. Deshalb habe die Gewerkschaft Verdi alle 9000 Tarifbeschäftigten im Land zu Warnstreiks aufgerufen. „Wir wollen aber den Fahrgästen nicht schaden“, sagte Tedesco.

Über 60 Spillmann-Beschäftigte hatten sich aus Solidarität an dem Warnstreik beteiligt, obwohl es mittlerweile mit dem kommunalen Unternehmen eine Betriebsvereinbarung gibt. Alle Busse blieben im Depot. Von ihm aus bewegte sich gestern früh ein Protestzug unter Polizeibegleitung von der Gustav-Rau-Straße über die Freiberger Straße und die B27 zum Bahnhof.

Am Bahnhof fand eine kurze Kundgebung statt, bevor die Streikenden mit dem Gelenkbus nach Ludwigsburg fuhren, um dort bei den Ludwigsburger Verkehrslinien Jäger auf Kollegen zu treffen. Auch in Ludwigsburg gab es einen Protestzug von Busfahrern durch die Innenstadt mit anschließender Kundgebung.

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