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Zapfenpflücker ernten am Harzberg wertvolles Saatgut für den Wald

In der forstlichen Lärchenplantage am Harzberg werden rund 300 Kilogramm Zapfen von den schönsten Lärchen des Landes gepflückt und aufgesammelt

Auszubildende der Forst BW haben die Zapfen der Lärche in der Samenplantage geerntet. Foto: Alfred Drossel
Auszubildende der Forst BW haben die Zapfen der Lärche in der Samenplantage geerntet. Foto: Alfred Drossel

Großbottwar. Unterhalb des Harzbergs steht ein knapp sechs Hektar großes Wäldchen, in dem die schönsten Fichten und Lärchen des Landes stehen. Drei Tage lang haben dort Zapfenpflücker in der Samenplantage rund 300 Kilogramm Zapfen der Lärche geerntet.

Oberamtsrat Thomas Ebinger von der Staatsklenge in Nagold zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Gepflückt und aufgesammelt haben die Zapfen die Auszubildenden. In der Samenplantage stehen etwa 200 Lärchen, die um die 60 Jahre alt sind. Auf die Lärchenstämme wurden früher Edelreiser von den schönsten Lärchen aus dem ganzen Land gepfropft. Schön aussehen tun die Bäume nicht, weil ihre Triebe unverhältnismäßig hochgetrieben sind. „Aber es sind die Lärchen mit den besten Erbanlagen im ganzen Land“, ist sich Thomas Ebinger sicher.

Die Samenausbeute sei abhängig von den Befruchtungsbedingungen des Reifejahres. Im Durchschnitt kann man vier bis sechs Prozent Samenausbeute vom Zapfengewicht erwarten. Lärchensaatgut wird um 800 bis 1000 Euro pro Kilogramm im Handel verkauft. Die Großbottwarer Ernte wird amtlich zertifiziert und hat damit ein staatliches Gütesiegel.

Von den rund 300 Kilogramm Zapfen, die in Großbottwar geerntet wurden, werden etwa zwölf Kilogramm Samen rieseln, weiß Ebinger. Aus einem Kilogramm Samen könnten dann zwischen 80000 und 100000 Nachkömmlinge gezogen werden. Die Jungpflanzen würden nach etwa zwei Jahren in Schonungen dann ausgepflanzt.

Die Aufgaben der Staatsklenge seien vielfältig, sagt Thomas Ebinger. Neben dem eigentlichen Kerngeschäft, der Aufbereitung und Lagerung des Saatguts, werden 20 Samenplantagen im Land betrieben. Eine davon liegt bei Großbottwar.

Von Nagold aus wird die Saatguternte koordiniert, eine Pflanzschule betrieben und die landesweite Ausbildung der Zapfenpflücker übernommen. „Dabei wird die Zapfenernte sowie die Ernte von Winterlinde, Esche, Bergahorn und Hainbuche ausschließlich am stehenden Stamm von Zapfenpflückern durchgeführt“, betont Thomas Ebinger. In Großbottwar aber werden die Zapfen meist am Boden oder an Ästen gesammelt, weil die Bäume nicht bestiegen werden können.

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