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Medizin

Ziel: Dreimal mehr Plätze für ambulante Therapie

Der Orthopädietechnik-HerstellerOrtema will auf dem Gelände der Orthopädischen Klinik Markgröningen einen Anbau errichten. Die Investitionssumme: vier Millionen Euro.

An dieser Stelle soll der Ortema-Neubau entstehen, in dem es 60 weitere Therapie-Plätze geben soll. Foto: Holm Wolschendorf
An dieser Stelle soll der Ortema-Neubau entstehen, in dem es 60 weitere Therapie-Plätze geben soll. Foto: Holm Wolschendorf

Markgröningen. Es war ein vergleichsweise kleiner Punkt auf der Tagesordnung des Umwelt und Technik-Ausschusses – doch dahinter steckt ein großes Projekt: Ortema baut deutlich aus und verdreifacht sein Angebot. Noch in diesem Jahr soll ein neues, zweigeschossiges Gebäude mit 60 Plätzen für die ambulante Reha eingeweiht werden. Die Investitionssumme liegt bei vier Millionen Euro, berichtet Olaf Sporys. Er ist einer der Geschäftsführer des Orthopädietechnik-Spezialisten sowie der Orthopädischen Klinik, die mit dem Unternehmen verbunden ist, und wo in den kommenden Jahren ebenfalls bei den Operationsräumen und der Ausbildung ausgebaut werden soll (wir berichteten).

Über 30 Plätze verfügt Ortema derzeit, ist damit aber am Limit, Sporys: „Die ambulante Reha platzt aus allen Nähten.“ Denn die Alternative zu einer stationären Therapie, bei der die Patienten morgen in die Einrichtung kommen und nach den Behandlungen abends wieder gehen, ist gefragt, so der Chef. Zum einen, weil die Krankenkassen dadurch weniger für Verpflegung und Übernachtung bezahlen müssen. Aber auch, weil sie dem Betroffenen mehr Flexibilität und wohnortnähere Behandlung bietet. Und genau da sieht Sporys künftig noch mehr Möglichkeiten. Etwa für Patienten, die nicht jeden Tag trainieren wollen, weil parallel die Wiedereingliederung in den Job laufe. „Da steckt noch viel Potenzial in der Weiterentwicklung“, sagt er. Und sieht auch Chancen in der ergänzenden Tele-Reha, die in vielen anderen Ländern bereits verbreiteter sei.

Um aber die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten umzusetzen, seien alle Beteiligten gefragt. Und da gehört auch dazu, dass das nötige Personal vorhanden sein muss. Olaf Sporys ist in dem Punkt aber zuversichtlich, schließlich schaue man schon seit einiger Zeit, dass man sich im medizinischen und therapeutischen Bereich besser aufstelle. Denn ohne die nötigen Kräfte sei auch die Erweiterung nicht machbar.

Deren erste Vorboten sind bereits sichtbar – auch wenn der Markgröninger Ausschuss nur eine von vielen Etappen war und erst noch das Landratsamt die Baugenehmigung erteilen muss. Das Baufeld ist aber schon freigeräumt, Absperrungen sind auf dem Parkplatz neben dem Hubschrauber-Landeplatz aufgebaut. Ein Teil der Parkfläche soll überbaut werden, zudem der direkt an das bestehende Gebäude angrenzende Bereich.

Damit das Vorhaben besonders schnell umgesetzt ist, hat sich Ortema für die Modulbauweise entschieden. Im Mai oder Juni sollen die Fertigteile auf vielen Sattelschleppern angeliefert werden. „Binnen zwei Wochen steht dann der Kubus auf der Baustelle“, ist Sporys begeistert. Für Oktober ist die Inbetriebnahme geplant.

Befreiungen nötig

Für das Ortema-Projekt, für das es laut Unternehmen keinen alternativen Standort auf dem Gelände gebe, sind zwei Befreiungen vom gültigen Bebauungsplan nötig. Zum einen, weil es das zulässige Baufenster „massiv überschreitet“, zudem greift es in das Pflanzgebot ein. Der Markgröninger Ausschuss für Umwelt und Technik stimmte den Befreiungen in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend zwar zu, aber unter der Maßgabe, dass an anderer Stelle nach dem dort gültigen Pflanzgebot ausgeglichen werden muss. Schon vor anderthalb Jahren habe man die Stadtverwaltung informiert, die das Vorhaben auch unterstütze, so Olaf Sporys. (tf)

Von der Werkstatt zum Mittelständler

Vorläufer der Ortema (kurz für ORthopädieTEchnik MArkgröningen) ist die 1940 gegründete „Orthopädische Werkstatt der Werner’schen Kinderheilanstalt“ in Ludwigsburg. Sie zog Anfang der achtziger Jahre in die Orthopädische Klinik Markgröningen, 1994 schließlich erfolgte die Gründung als eigenständiges Unternehmen. Die vier Kernbereiche sind heute die Orthopädie-Technik, Rehabilitation & Therapie, Medical Fitness & Gesundheit sowie Sport Protection. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei über 250. (red)

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