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Bombenfund

Zünder kann problemlos entfernt werden

Britische Fliegerbombe in knapp einer Stunde entschärft - Autobahn komplett gesperrt – Aktion verläuft ohne Schwierigkeiten

Abtransport mit dem Kleinbagger. Die Bombe ist nach rund einer Stunde entschärft und kann verstaut werden. Die A 81 wird während dieser Zeit in beiden Richtungen gesperrt. Fotos: Alfred Drossel
Abtransport mit dem Kleinbagger. Die Bombe ist nach rund einer Stunde entschärft und kann verstaut werden. Die A 81 wird während dieser Zeit in beiden Richtungen gesperrt. Foto: Alfred Drossel
Die Polizei sperrte das Gebiet ab.
Die Polizei sperrte das Gebiet ab.
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Korntal-Münchingen. Südlich des Birkener Weges in Münchingen hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Sonntagmorgen eine britische Fliegerbombe entschärft. Die Polizei hatte einen Sicherheitsbereich abgeriegelt. Wohngebiete und Geschäfte waren von der Sperrung nicht betroffen. Weil der Fundort aber etwa 150 Meter von der Autobahn entfernt lag, wurde die A.81 zwischen den Anschlussstellen Feuerbach und Zuffenhausen für eine Stunde komplett gesperrt.

Der 53-jährige Sprengstoffexperte Christof Rottner war mit seinem vierköpfigen Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg am frühen Morgen angerückt. In einem Acker auf der Münchinger Gemarkung war ein Sprengkörper aufgefunden worden. Der Bombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg wurde mit der Luftbildauswertung entdeckt. Bei Sondierungsbohrungen kam Metall zum Vorschein.

Die britsche Fliegerbombe des Typs MC 500 sei, so Christof Rottner, am 28. oder 29. Januar 1945 bei einem Angriff auf Stuttgart abgeworfen worden. Der Blindgänger hat jedoch sein Ziel verfehlt. Ab dem Jahr 1943 wurden von den Alliierten die MC 500 eingesetzt. Bomben des Typs MC 500 (Medium Capacity) hatten eine Sprengkraft von 500 britischen Pfund, was etwas weniger als 250 Kilogramm entspricht.

Dieser Bombentyp zählt zu den häufigsten Bomben im Zweiten Weltkrieg. Allein auf Stuttgart fielen 20.000 Stück davon. Durch die Verwendung von besonderen Schmelzkombinationen war der Bombentyp zwar effizient aber unwirtschaftlich, weil es viele Blindgänger gab. Detonierte solch eine Bombe, riss sie ein Loch mit zehn Metern Durchmesser. Von einem Gebäude blieb da nichts mehr stehen.

„Das Entschärfen der Bombe war problemlos“, sagte Christof Rottner nach seiner Arbeit, als er nach knapp einer Stunde den Aufschlagzünder mit einer Rohrzange herausgeschraubt hatte. „Das Herausdrehern des Zünders ist eine relativ sichere Sache, aber immer mit einem Restrisiko verbunden“, sagt Rottner.

Die ein Meter lange Bombe lag etwa 1,20 Meter unter der Erdoberfläche und wurde mit einem Kleinbagger freigelegt. Für die Entschärfung wurde ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von 400 Metern festgelegt. Um 8.45 Uhr haben Polizei und Autobahnmeisterei die Autobahn an den Anschlussstellen Feuerbach und Zuffenhausen gesperrt und den Verkehr ausgeleitet.

Die Polizei hatte 25 Beamte aus dem Revier Ditzingen und Nachbarrevieren eingesetzt. Es habe keine Verkehrsbehinderungen gegeben, sagte ein Sprecher.. Nach rund einer Stunde rollte der Verkehr wieder in beide Richtungen.

Für die Kampfmittelbeseitiger war es Routine. Auch 74 Jahre nach Kriegsende ist die Abteilung noch gut beschäftigt. Auf sechs Luftbildauswerter kommen 2000 Anträge pro Jahr. Deshalb beträgt die Wartezeit derzeit 38 Wochen. Landesweit gibt es jährlich 850 bis 950 Meldungen zu Munitionsfunden.

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