Kornwestheim
Ludwigsburg | 06. März 2018

Falscher Polizist nach Trickbetrug im Gefängnis

Ein 20 Jahre alter Mann aus dem Ruhrgebiet sitzt bereits seit Donnerstagnachmittag in einer Justizvollzugsanstalt in Baden-Württemberg in Untersuchungshaft. Das hat die Polizei gestern mitgeteilt. Er werde dringend verdächtigt, vor einer Woche in Kornwestheim Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet zu haben. Nach Angaben der Einsatzkräfte schlug er mit der Masche „falsche Polizeibeamte“ zu.

Im Laufe des vergangenen Mittwochs riefen nach Angaben der Polizei zahlreiche Senioren aus Kornwestheim und der Umgebung im Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ludwigsburg an, zu denen vermeintliche Polizeibeamte telefonisch Kontakt aufgenommen hatten. Währenddessen erhielt die Kriminalpolizei auch einen Hinweis auf einen Mercedes mit nordrhein-westfälischem Kennzeichen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Fahnder lokalisierten daraufhin das Auto auf der Autobahn 81 in Richtung Heilbronn und schlugen nach einer Verfolgung auf der A 6 bei Bad Rappenau zu. Die Insassen, der 20-Jährige und sein 22 Jahre alter Beifahrer, wurden vorläufig festgenommen.

Seniorin um Schmuck gebracht

Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Jüngere im Verdacht steht, am selben Abend gegen 20 Uhr bei einer Kornwestheimer Seniorin geklingelt zu haben. Zuvor hatte sich ein vermeintlicher Polizeibeamter mehrfach mit der Dame telefonisch in Verbindung gesetzt und ihr eingeredet, dass es zu Einbrüchen in ihrer Nachbarschaft und einer Festnahme gekommen sei. Hierbei habe die Polizei eine Notiz mit ihrem Namen bei den Tätern gefunden. Es sei nun notwendig, ihren gesamten Schmuck zu fotografieren. Anschließend würde sie ihre Wertsachen wieder erhalten. Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens würde dies erledigen. Die Rolle des durch die Polizei beauftragten Mitarbeiters spielte schließlich wohl der 20-Jährige, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Doch er brachte der Dame ihren Schmuck nicht wieder. Darauf alarmierte sie die tatsächliche Polizei. Die Beute stellten die Einsatzkräfte nach einer Durchsuchung des Autos sicher.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Stuttgart wurden die beiden 20- und 22-jährigen Täter dann am vergangenen Donnerstag dem Haftrichter des Ludwigsburger Amtsgerichts vorgeführt. Gegen den 20-Jährigen erließ er einen Haftbefehl wegen Betruges, setze diesen in Vollzug und wies ihn in eine Justizvollzugsanstalt ein. Der zwei Jahre ältere Tatverdächtige wurde auf freien Fuß gesetzt. (red)

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