steinheim | 18. September 2017

Noch viele offene Fragen nach Schießerei

Der von einer Polizeikugel getroffene 53-Jährige liegt auf Intensivstation – Staatsanwaltschaft macht keine Angaben

Im Fall des am Freitagabend in Steinheim von einem Polizeibeamten angeschossenen 53-Jährigen sind noch viele Fragen offen: Hatte der Mann einen Waffenschein für die Pistole, mit der er wiederum auf einen Pizzalieferanten geschossen hatte? Ist er polizeibekannt? Wie viele Beamte waren im Einsatz?

Auf all diese Fragen gab es zumindest am Montag noch keine Antworten. Sowohl das Polizeipräsidium in Ludwigsburg als auch die zuständige Staatsanwaltschaft in Heilbronn gaben sich wortkarg und wollten auf Anfrage keine nähere Angaben machen. Begründung: Man stehe noch am Anfang der Ermittlungen. Deshalb werde man auch zu dem polizeilichen Zugriff vorerst nichts sagen, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Sicher ist allerdings, dass der Polizist, der den 53-Jährigen am späten Freitagabend in der Mörikestraße angeschossen, im Gesicht getroffen und lebensgefährlich verletzt hat, ein Kripobeamter des Präsidiums in Ludwigsburg ist. Deshalb, so dessen Sprecherin, habe auch sofort die Kriminalpolizei in Heilbronn den Fall übernommen. Der 53-Jährige, dessen gesundheitlicher Zustand von der Polizei am Wochenende als „stabil“ bezeichnet wurde, befand sich gestern den Angaben der Sprecherin zufolge noch auf der Intensivstation eines Krankenhauses.

Wie berichtet, war der 53-Jährige am Freitag in Steinheim auf seinem Roller hinter einem Pizzaboten hergefahren und soll gedrängelt haben. Als der Lieferant sein Auto an der Kreuzung Badtor- und Brückenstraße anhielt, um nach einer Adresse zu sehen, soll der Rollerfahrer angehalten und auf den 45-Jährigen geschossen haben; er erlitt eine schwere Handverletzung.

Der Schütze war nach Darstellung der Polizei vom Wochenende sofort auf seinem Roller geflohen, wurde aber während der folgenden Fahndung identifiziert. Als er sein Wohnhaus in der Mörikestraße gegen 23 Uhr verlassen wollte, waren dort bereits Polizeibeamte eingetroffen. „Im Verlauf der Einsatzmaßnahmen hat sich ein Schuss aus der Dienstwaffe des im Zugriff befindlichen Polizisten gelöst“, so die offizielle Darstellung dessen, was dann geschah. Ob sich der 53-Jährige seiner Festnahme widersetzte, ob er erneut einen Fluchtversuch unternehmen wollte, dazu gibt es keine Angaben. Laut Polizei war er alkoholisiert, die Pistole vom Kaliber 9 Millimeter, die er offenkundig bei seiner Verhaftung bei sich hatte, sei „scharf“ gewesen.

von sabine frick
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