Erligheim | 23. Januar 2018

„Bäume fallen im Wochentakt“

Revierförster berichtet im Gemeinderat – Wildschweinpopulation steigt

Schwer vom Sturm geschädigt wurde der Erligheimer Wald 1999, so dass Revierförster Burkhard Böer noch heute mit den Auswirkungen zu kämpfen hat. Doch weil man deswegen immer noch mit „Kinder- und Jugendarbeit“ beschäftigt sei, wie Böer die Arbeit im Erligheimer Wald beschreibt, droht durch die aktuellen Stürme neues Ungemach.

„Seit Dezember haben wir es im Wochentakt, dass Bäume umfallen“, berichtete Revierförster Burkhard Böer nun in der jüngsten Sitzung des Erligheimer Gemeinderats. Immerhin fülle der Regen die leeren Wasserspeicher auf. Ob in ausreichendem Maße, bleibe abzuwarten. Denn: „Knapp 200 Liter pro Quadratmeter haben im Winter 2016/2017 gefehlt“, erklärt Böer. Daher ist der Revierförster zurückhaltend, was den Grundwasserpegel angeht. „Es gibt im Wald in Bönnigheim zwei Überlaufquellen. Erst wenn da wieder Wasser herauskommt, kann ich sagen: Jetzt haben wir wieder gut Wasser.“ Seit Jahren jedoch seien die beiden Quellen trocken.

Vor allem der vorangegangene Winter sei „extrem trocken“ gewesen. Für die Holzernte war dies zwar von Vorteil. Diese habe planmäßig ablaufen können, ohne dass Wege beschädigt worden seien. Doch weil auch im Frühjahr und Sommer zu wenig Regen gefallen sei, sei es den neu gepflanzten Bäumen schlecht ergangen. Zumal der Erligheimer Wald auf Sandböden stehe. „Das heißt, die Böden sind inkontinent“, beschrieb Böer auf spezielle Weise die Beschaffenheit des Untergrunds. „Zwar kann man gießen, aber damit kann man nicht alles retten.“ Dementsprechend gebe es in den drei Kulturen, die knapp zwei Hektar umfassen, große Ausfälle. Diese müsse man in diesem Frühjahr nun wieder ersetzen.

„Das Herbstprogramm ist die Jungbestandspflege“, sagte Burkhard Böer über den Betriebsplan im laufenden Forstjahr, „das ist in Erligheim ein Riesenprogramm.“ Denn mit neun Hektar würden die Jungbäume einen „extrem hohen Anteil“ einnehmen – ein Erbe des Sturms im Jahr 1999, als Erligheim trauriger Rekordhalter wurde. „Damals hatten wir den 13-fachen Hiebsatz an Sturmholz. Davon ist der Wald bis heute gekennzeichnet.“

Vergangenes Jahr lag der Hiebsatz ebenfalls etwas über dem Plan von 350 Festmetern. Der Grund: „Die alten Buchen am Zigeunerweg mussten wir früher rausnehmen“, erklärte Böer, der sich mit dem Holzverkauf im vergangenen Jahr zufrieden zeigte. Allein 220 Festmeter seien beim Brennholzverkauf unter den Hammer gekommen. Auch in diesem Jahr ist ein Hiebsatz von 350 Festmetern geplant.

Gemeinderat Joachim Obert (Freie Erligheimer Wählergemeinschaft) beschäftigte indes ein anderes Thema: die Wildschweine, die auch nicht davor zurückschrecken „Stückle umzupflügen“. Es gebe verschiedene Faktoren, die sich auf die Entwicklung der Wildschweinpopulation auswirkten, erklärte der Revierförster dem Gremium: Zum einen gebe es keine Fröste mehr wie früher. Zum anderen würden die Schwarzkittel „ein irre gutes Nahrungsangebot“ finden – sowohl durch Veränderungen in der Landwirtschaft, etwa einen vermehrten Anbau von Mais, als auch durch ein größeres Angebot an Früchten im Wald wegen längerer Wärmeperioden.

Anhand eines mitgebrachten Schaubildes mit einer steil nach oben weisenden Kurve verdeutlichte Böer die explosionsartige Entwicklung der Wildschweinpopulation. „Auswirkungen auf den Wald hat das keine“, sagte Böer. Aber man müsse angesichts anderer Probleme, etwa einer Ausbreitung der Schweinepest, hinterher sein.

Luitgard Schaber
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