Bürgermeisterwahl
Asperg | 15. September 2017

Alle Bewerber wollen kräftig sparen

Bei einer Veranstaltung in der Stadthalle haben die drei Bürgermeisterkandidaten am Mittwochabend ihre Visionen für die Asperger Zukunft vorgestellt. Nach der Wahl am 24. September müssen sich die Einwohner wohl auch auf einen strikten Sparkurs einstellen.

Die Bürgermeisterkandidaten vor Beginn der Podiumsdiskussion in der Stadthalle (von links): Ulrich Raisch, Christian Eiberger und Marc Thomas Bauer.Foto: Karin Rebstock
Die Bürgermeisterkandidaten vor Beginn der Podiumsdiskussion in der Stadthalle (von links): Ulrich Raisch, Christian Eiberger und Marc Thomas Bauer.Foto: Karin Rebstock

Die Stadthalle ist rappelvoll, als sich die Kandidaten zu Beginn jeweils mit einer 15-minütigen Rede vorstellen. Im Gegensatz zur LKZ-Podiumsdiskussion am vergangenen Freitag sind nun alle drei Kandidaten mit von der Partie: Christian Eiberger, Gemeindekämmerer in Ingersheim, Marc Thomas Bauer, Diplom-Kaufmann aus Sersheim, und der in der vergangenen Woche verhinderte Musikpädagoge Ulrich Raisch aus Stuttgart.

Nach eigener Darstellung haben sich alle drei Bewerber für den Fall eines Wahlerfolgs ein straffes Arbeitsprogramm vorgenommen. Die Asperger Infrastruktur befinde sich zumindest zum Teil in schlechtem Zustand, meint Eiberger und stellt ein flächendeckendes Sanierungsprojekt in Aussicht. Da im bereits dicht bebauten Asperg keine Erweiterungsflächen mehr zur Verfügung stehen, müsse künftige Stadtentwicklung über Innenverdichtung erfolgen. Der 35-Jährige kündigt auch ein Verkehrskonzept an, das zu einer besseren Vernetzung der unterschiedliche Verkehrsträger beitragen soll. Zudem will Eiberger den Stadtentwicklungsplan neu auflegen.

Ziel: Eine klimaneutrale Stadt

Langfristiges Ziel müsse eine klimaneutrale Stadt sein, hierzu könnten unter anderem die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik beziehungsweise des städtischen Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge sowie zusätzliche Ladestationen für E-Mobile beitragen. Als Bürgermeister werde er als Ergänzung zu bestehenden Angeboten eine Online-Ehrenamtsbörse einführen, Grün- und Freiflächen schützen und gestalten, sagt der Diplom-Verwaltungswirt, der als einziger der drei Kandidaten auf eine klassische Verwaltungslaufbahn verweisen kann.

„Hier stehe ich. Ich kann nicht anders“: Mit diesem Zitat des Reformators Martin Luther überrascht Bauer das Publikum und bezieht diese Aussage auf sich selbst. Denn der Sersheimer bezeichnet sich selbst als „Asperger Jungen“, lebte bis 2004 in der Stadt. Bis dahin habe er beim Kleintierzüchterverein Hasen gezüchtet und Querflöte bei der Stadtkapelle gespielt. „Dann kam der Bruch, der Liebe wegen.“

Nun aber ist die Zeit für eine Rückkehr reif, glaubt der 41-Jährige, der als Betriebsratsvorsitzender in der Automobilbranche tätig ist. Aus diesem Grund hat er auch sein CDU-Parteibuch zurückgegeben. Sechs Jahre lang war er Vorsitzender der Sersheimer Christdemokraten, in seiner Heimatkommune macht er nun parteiunabhängig Wahlkampf. Er hänge mit Herzblut an Asperg, versichert Bauer, für ihn sei der Bürgermeisterposten in der Stadt kein Sprungbrett für höhere Aufgaben.

Er wolle die Stadt attraktiver und „smarter“ machen, so der Bewerber. Etwa durch den Ausbau schneller Internetverbindungen, kostenloses WLAN rund um Rathaus und Bahnhof, mehr Solarenergie und Ladestationen für E-Bikes, erläutert Bauer auf Nachfrage eines Besuchers, der in diesem Zusammenhang wenig mit dem Begriff „smart“ anzufangen weiß.

Musikpädagoge Raisch präsentiert ein Konzept, das er schon bei zahlreichen seiner mittlerweile 33 Bürgermeisterkandidaturen vorgestellt hat. Er werde Asperg zu einem „Markt deutscher Möglichkeiten“ machen, kündigt der 56-Jährige an. Beispielsweise mit Hilfe eines Musikkindergartens, in dem Musik als selbstverständlicher Bestandteil von Bildung verstanden wird. Ein solches Zukunftsmodell habe der Dirigent Daniel Barenboim bereits in Berlin umgesetzt.

„Junge Menschen mehr beteiligen“

Er werde sich auch für eine stärkere Beteiligung junger Menschen an kommunalpolitischen Themen, für Landschaftsschutz und neue Mehrgenerationenhäuser sowie eine Verkehrspolitik einsetzen, die über den eigenen Kirchturm hinaus reiche. Grundsätzlich gehe es ihm darum, die „weichen Standortfaktoren“ Bildung, Erziehung und Betreuung zu stärken.

In vielen Punkten decken sich die Vorstellungen der drei Kandidaten, das gilt auch beim Thema Sparen. Angesichts der hohen Schuldenlast „brauchen Verwaltung und Gemeinderat ein Konsolidierungsprogramm“, sagt Eiberger und vertritt damit einen ähnlichen Standpunkt wie seine Kontrahenten.

Wenn die Bewerber ihren Ankündigungen Taten folgen lassen, müssen die Asperger den Gürtel nach der Wahl am 24. September wohl enger schnallen.

Frank Klein
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