Unterschriften
Ludwigsburg | 21. August 2018

Anwohner machen sich stark für 40 Bäume

Eine Liste mit 333 Unterschriften hat die Interessengemeinschaft „Stadtnatur“ gestern Baubürgermeister Michael Ilk überreicht. Die Unterzeichner sprechen sich gegen die Fällung von 40 Bäumen auf dem Kallenberg’schen Areal in der Nähe des Busbahnhofs aus.

Heidrun Schmid (Mitte) von der Interessengemeinschaft „Stadtnatur“ übergibt Baubürgermeister Michael Ilk 333 Unterschriften, mit denen sich die Unterzeichner gegen die Fällung von Bäumen auf dem Kallenberg‘schen Areal aussprechen. Foto: Holm Wolschendorf
Heidrun Schmid (Mitte) von der Interessengemeinschaft „Stadtnatur“ übergibt Baubürgermeister Michael Ilk 333 Unterschriften, mit denen sich die Unterzeichner gegen die Fällung von Bäumen auf dem Kallenberg‘schen Areal aussprechen. Foto: Holm Wolschendorf

„Wir verstehen uns nicht als Dauernörgler“, sagt Heidrun Schmid, Sprecherin der Initiative, die vornehmlich aus Anwohnern der Leonberger Straße besteht. Vielmehr seien sie alle „gute Demokraten“, die mit dieser Aktion ihre Meinung kundtun wollen.

Dabei geht es um das Kallenberg’sche Areal an der Leonberger- und Solitudestraße. Das einstige Fabrikgelände wird heute als Parkplatz genutzt. Die Firma D-Quadrat möchte als Investor auf diesem Areal einen Neubau errichten. Hauptnutzer wird später das Kinderwunsch-Zentrum Ludwigsburg sein, außerdem sollen hier ein Hotel und ein Café Platz finden.

Derzeit stehen auf dem Gelände 40 Bäume. „Wir werden dort nicht alle Bäume halten können“, sagt Baubürgermeister Ilk. Eine Unterschriftenaktion wie diese „befruchte die Diskussion“, dennoch wolle er keine falschen Hoffnungen schüren.

Zwar gibt es für das Bauvorhaben noch keinen Bauantrag, die Pläne jedoch wurden im Gemeinderat hinlänglich diskutiert und einstimmig (mit einer Enthaltung) befürwortet. Somit stellt sich die Frage, wie viel Diskussionsspielraum überhaupt noch vorhanden ist. Zumal das Stadtplanungsamt dem Investor klare Vorgaben gemacht hat, wie eine künftige Bebauung auszusehen hat. Da wurde unter anderem auf eine Blockrandbebauung Wert gelegt. Aufgrund dieser Vorgaben hat der Investor einen Architektenwettbewerb ausgerufen, und in der Bewertungskommission war auch das Stadtplanungsamt mit von der Partie.

Die Initiative kritisiert, dass man die Anwohner nicht früher informiert und in die Diskussion einbezogen hat. „Das Gebäude müsste viel kleiner werden und die Bäume stehen bleiben“, appelliert Heidrun Schmid. Man habe bislang noch nicht in Anwohnergespräche einsteigen können, weil noch kein Bauantrag vorliegt, sagt Ilk. Dieser werde für den Herbst erwartet. In Anbetracht der konkreten Vorgaben und der positiv beschiedenen Vorberatung im Gemeinderat scheint das jedoch ein schlechtes Argument.

Nach aktuellem Stand der Planung sollen die Bäume entlang der Leonberger Straße erhalten bleiben. Zudem ist eine intensive Dachbegrünung und ein gegrünter Innenhof mit Bäumen vorgesehen. Auch eine grüne Wand soll es geben. Der Anwohner- initiative reicht das jedoch nicht aus. „Gerade am Bahnhof sind Bäume wichtig“, appellieren die Unterzeichner an die Adresse der Stadtverwaltung. „Bäume sind das einzige Bollwerk gegen Stadterwärmung.“ In diesem Zusammenhang bemängelten sie auch das Fehlen einer Baumschutzverordnung im Ludwigsburger Stadtgebiet. Diese sei in Arbeit, betont der Baubürgermeister.

Julia Essich-Föll
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