Dreharbeiten
Besigheim | 31. August 2018

Besigheim wird zur Filmkulisse

Kinofilm „Zoros Solo“ mit Andrea Sawatzki wird derzeit gedreht – Szenen auch in Bönnigheim und Ottmarsheim

Kurze Pause am Set: Szenen für den Kinofilm werden in der Friedrich-Schelling-Schule aufgezeichnet. Foto: Holm Wolschendorf
Kurze Pause am Set: Szenen für den Kinofilm werden in der Friedrich-Schelling-Schule aufgezeichnet. Foto: Holm Wolschendorf
Das Team (von links): Schauspielerin Andrea Sawatzki, Carl Bergengruen (MFG Filmförderung), Schauspieler Mert Dincer, Regisseur Martin Busker, Produzentin Kathrin Tabler, Stefanie Groß (SWR-Redaktion) und Kameramann Martin L. Ludwig. Foto: SWR/H&V Entertainment/Ruven Breuer
Das Team (von links): Schauspielerin Andrea Sawatzki, Carl Bergengruen (MFG Filmförderung), Schauspieler Mert Dincer, Regisseur Martin Busker, Produzentin Kathrin Tabler, Stefanie Groß (SWR-Redaktion) und Kameramann Martin L. Ludwig. Foto: SWR/H&V Entertainment/Ruven Breuer

Die Frau redet auf den Mann ein. Dort, wo sie eigentlich ihre Chorproben abhält, knien nun Männer auf dem Boden und beten. Denn der Proberaum ist jetzt eine Moschee. Und das passt ihr gar nicht. Die Frau ist Schauspielerin Andrea Sawatzki und die Moschee ein Raum in der Besigheimer Friedrich-Schelling-Schule. Zehn Tage hat eine Filmcrew das Gebäude zur Kulisse für „Zoros Solo“ gemacht. Auch in Bönnigheim und Ottmarsheim wird gedreht. In etwa einem Jahr könnte der Film in die Kinos kommen.

Sobald das „Danke. Aus!“ des Regisseurs ertönt, wird es am Filmset lauter. Die Komparsen unterhalten sich miteinander, die Mitarbeiter der Maske pudern die Schauspieler ab und kümmern sich darum, dass deren Kleidung perfekt sitzt. Im Raum liegt künstlicher Nebel, die Sonne bricht sich durch die Glasfenster. In einem davon ist das Wappen der Stadt Besigheim zu sehen. Ob es auch im Kinofilm zu erkennen sein wird, bleibt abzuwarten. Zwar findet parallel zu den Dreharbeiten bereits der Schnitt statt, doch erst im März 2019 wird der Film fertiggestellt sein. Die Premiere wird bei einem Filmfestival stattfinden, vermutlich im Sommer, Herbst wird „Zoros Solo“ dann in die Kinos kommen.

„Es läuft gut, wir sind im Zeitplan“, sagt Kathrin Tabler. Sie ist Produzentin des Films und kennt sich am Drehort sehr gut aus: Sie stammt aus Besigheim, ihre Familie lebt hier. Auch für Regisseur Martin Busker ist die Region nicht neu, er hat in Ludwigsburg studiert. Dennoch hat sich die Crew einige potenzielle Orte angeschaut. Tabler: „Der Film sollte in einer Kleinstadt angesiedelt und im Schwäbischen verortet sein.“ Besigheim mit der hügeligen Altstadt sei die geeignete Stadt gewesen.

Nach den Dreharbeiten in der Schule rückt Bönnigheim ins Interesse der Filmemacher. Dort wird in der Cyriakuskirche gedreht. Dann geht es für drei Tage nach Ottmarsheim – das evangelische Gemeindehaus wird zum Büro der Chorleiterin (Sawatzki). Wenn Szenen mit dem Knabenchor gedreht werden, kommen auch Peter und Max zum Einsatz. Die beiden 15-Jährigen aus Stuttgart-Feuerbach sitzen während der „Moschee“-Aufnahmen auf dem Pausenhof der Schelling-Schule. Komparsen müssen mitunter längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Das finden die beiden okay, sie freuen sich vor allem, beim Film mitwirken zu können. Auch viele Flüchtlinge, die in Ludwigsburg und Besigheim leben, spielen im Film mit. „Es sind ganz tolle Begegnungen, die man hier hat“, sagt Kathrin Tabler. Die Szenen seien sehr authentisch, da es echte Geflüchtete seien, die hier schauspielerten und auch größere Rollen hätten.

Die Aufnahmen in Besigheim haben bislang eher abseits der Öffentlichkeit stattgefunden. Doch nach den Dreharbeiten in Bönnigheim und Ottmarsheim kehrt die Filmcrew zurück. Dann wird am Marktplatz und an der Stadtkirche gedreht. Und gerade auch für die Szenen, in denen An-drea Sawatzki im Auto fährt, wird es ab und an zu Sperrungen kommen.

Als Kathrin Tabler ihrer Familie erzählt hat, dass der Kinofilm in Besigheim gedreht wird, waren die Gefühle gemischt. Das liegt daran, dass die mittlerweile 35-Jährige als Studentin an der Ludwigsburger Filmakademie ihre Eltern bei Dreharbeiten im Ort häufig eingespannt hat. „Aber das läuft jetzt sehr viel professioneller ab, meine Eltern werden geschont“, sagt Kathrin Tabler und lacht.

Dorothee Kauer
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