Neckartal-Radweg
Neckartal | 19. Januar 2018

Beste Bedingungen für Radfahrer

Wer auf dem Neckartal-Radweg unterwegs ist, befindet sich buchstäblich auf einer ausgezeichneten Route, denn der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat ihm auf der CMT in Stuttgart vier Sterne gegeben (wir berichteten). Für die hiesigen Kommunen im Neckartal ist er nicht nur touristisch von Bedeutung.

Radfahrer sind auch im Winter gern auf dem Neckartal-Radweg – hier bei Hessigheim – unterwegs. Archivfoto: Alfred Drossel
Radfahrer sind auch im Winter gern auf dem Neckartal-Radweg – hier bei Hessigheim – unterwegs. Archivfoto: Alfred Drossel

„Der Neckartal-Radweg ist für Radreisende interessant, weil an dem Fluss so viele verschiedene Landschaften und kulturelle Highlights Baden-Württembergs erlebbar sind“, teilt Kathleen Lumma, ADFC-Landesgeschäftsführerin, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dazu gehören Fachwerkstädte, Ballungsräume inklusive Industriekultur, Naturparks, Flussauen, die Ausläufer von Schwarzwald und Schwäbischer Alb, Schlösser und Burgen sowie Wein und Kulinarik. Bei der Auszeichnung als Qualitätsradroute würden die komfortable Befahrbarkeit, die Oberflächenbeschaffenheit, die Sicherheit, die Wegweisung, die touristische Infrastruktur, die Routenführung, das Marketing und die Anbindung an den ÖPNV kilometergenau bewertet. Für vier Sterne, wie sie der Neckartal-Radweg erhalten hat, muss ein Radweg laut Kathleen Lumma mindestens 76 Prozent der Anforderungen erfüllen. Besonders gut schneide der Neckartal-Radweg auf den naturnahen Etappen ab. In großen Städten wie Stuttgart, Heilbronn und Mannheim sei die Infrastruktur für Radfahrer dagegen weniger komfortabel. Ein Radweg kann maximal fünf Sterne erhalten. Dies hat im Land bislang nur der Radweg Liebliches Taubertal geschafft.

„Für eine Stadt mit zwei Flüssen ist der Neckartal-Radweg ganz besonders wichtig“, sagt Dirk Schönberger, Oberbürgermeister von Remseck. Er sei die optimale Möglichkeit, den Tourismusverkehr nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Fahrrad und zu Fuß in die Stadt zu führen. Schönberger ist daher „froh und glücklich“, dass die Stadt den Radweg vor wenigen Jahren gemeinsam mit Ludwigsburg und Benningen optimiert hat. „Deshalb ist sein Zustand auch sehr gut.“ Die Route sei in Remseck nicht nur für die Touristen, sondern auch für die Einheimischen wichtig. Rems und Neckar seien ein wichtiges Naherholungsgebiet, in dem der Radweg gerne von den Bürgern genutzt werde.

„Der Neckartal-Radweg trägt dazu bei, dass Benningen bekannter wird, und er ist auch für die Gastronomie nicht zu unterschätzen“, sagt Bürgermeister Klaus Warthon. Schließlich sei die Trasse derart gut frequentiert, dass es dort am Wochenende oft wie auf einer Autobahn zugehe. Spannend werde es in naher Zukunft, wie der Radweg geführt wird, wenn die Umgehungsstraße kommt.

Auch für die Stadt Freiberg ist der Neckartal-Radweg vor allem touristisch von großer Bedeutung. „Es sind immer wieder viele Radfahrer mit Satteltaschen im Zentrum unterwegs, die hier auch einkehren“, sagt Bürgermeister Dirk Schaible. Doch auch für den innerörtlichen Radverkehr – vor allem zwischen Beihingen und Geisingen – sei die Trasse wichtig. Allerdings müsse der Radweg an einigen Stellen in Freiberg saniert werden. Auch in die Verkehrssicherheit des Wegs müsse die Stadt investieren. „Weil die Route stark frequentiert ist, ist es notwendig, hier den Fokus drauf zu legen“, so Schaible.

„Der Radweg führt bei uns über den Neckar und hat für uns vor allem eine touristische Funktion“, sagt Bürgermeister Volker Godel aus Ingersheim. „Wir begrüßen die Auszeichnung sehr. Sie untermauert die Bemühungen, die in der Beschilderung und der Wege-Erhaltung unternommen werden.“ Auch in Zukunft sei es wichtig, weiter Geld zu investieren, um den Weg noch sicherer zu machen. So müsse der Versuch unternommen werden, dass vor allem die Pleidelsheimer Straße gefahrlos überquert werden kann. Ein weiteres Ziel sei es, im Ort Radverbindungen zu schaffen, die an den Neckartal-Radweg angedockt werden.

Für Mundelsheim ist der Radweg eine „Hauptverkehrsachse durch die Gemeinde“, sagt Bürgermeister Holger Haist. Jahr für Jahr seien mehr Radfahrer dort unterwegs. Da in der Vergangenheit viel Geld in den Radweg investiert worden sei, zeige er sich jetzt in einem sehr guten Zustand. Vor allem den Abschnitt zwischen Mundelsheim und Pleidelsheim, der 2006 für über zwei Millionen Euro neu gebaut wurde, würden die Radler loben. Es sei ideal, dass die Trasse im Ort direkt am Freibad vorbeiführt. Der Abschnitt von Pleidelsheim her kommend sei für Haist „einer der schönsten in der Region“.

Schön ist es auch in Besigheim, wo der Neckar mitsamt seinem Radweg in einem großen Bogen verläuft. In der Stadt treffen der Neckartal-Radweg und der Enztal-Radweg aufeinander. „Das ist für uns ein großes Plus“, sagt der Erste Beigeordnete Klaus Schrempf. Für Besigheim seien die beiden Radwege vor allem touristisch sehr wichtig. Schon von weitem seien Waldhornturm und Kirchturm zu sehen und würden das Interesse der Ausflügler wecken.

Frank Elsässer
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