Wahrzeichen
bönnigheim | 20. Februar 2018

Denkmal wird aufgefrischt

Brunnentrog und Wasserspeier sollen restauriert werden – Drachentöter schon vor vier Jahren aufgehübscht

Zählt als einer der schönsten Brunnen im ganzen Kreis: der Georgsbrunnen vor dem Schloss in Bönnigheim.Foto: Alfred Drossel
Zählt als einer der schönsten Brunnen im ganzen Kreis: der Georgsbrunnen vor dem Schloss in Bönnigheim.Foto: Alfred Drossel

Eines der Wahrzeichen der Stadt, der Georgs- oder Röhrenbrunnen vor dem Schloss, soll wieder schön werden. Derzeit sieht er etwas trostlos aus. Nachdem in seiner Umgebung fast alles neu ist, soll nun auch der Brunnentrog farblich aufgefrischt und die schmiedeisernen Wasserspeier erneuert werden. Gestern Abend hat sich der Technische Ausschuss des Gemeinderates mit dem Bönnigheimer Schmuckstück beschäftigt. Rund 30 000 Euro wird die Sanierung und neue Farbgebung des Brunnentroges kosten.

Da es sich bei dem Röhrenbrunnen um ein hochkarätiges Denkmal handelt, wollen auch die Wächter der alten Relikte gehört werden. So kann nicht bloß einfach nur neue Farbe aufgebracht werden.

An dem 200 Jahre alten Brunnentrog aus Gusseisen wurden bisher die Verbindungselemente soweit wie möglich händisch vom Rost befreit, im Sättigungsverfahren mit Spezialöl der Restrost behandelt und konserviert – die entstandenen Zwischenräume mit Leinölkitt verstopft. Die weiterführenden Arbeiten sind jetzt ab diesem März oder April geplant.

Kunstschlossermeister Erich Seifert war mit den Aufgaben betraut. Er ist ein staatlich geprüfter Metallrestaurator und Schweißfachmann. Seine Fähigkeiten hat er in seiner beruflichen Laufbahn immer wieder durch Kurse und Prüfungen verfeinert. So war er Schüler und Assistent von Schmiedepapst Professor Alfred Habermann. Ebenso besuchte Erich Seifert aufgrund eines UNESCO Stipendiums für drei Monate den Maestro-Kurs am Europäischen Centrum für die Berufe der Denkmalpflege auf der Isola San Servolo in Venedig.

Aus der Historie: 1575 wurde in der Stadt die Brunnenleitung mit Holzdeicheln gelegt. Sie versorgte das Schloss und den 1549 von Jacob Müller zu Ehren des Drachentöters geschaffenen St. Georgsbrunnen. Der gusseiserne Brunnentrog von 1816 trägt die Namen der Räte der Stadt. Der große Wasservorrat des Brunnens war zum Löschen bei Bränden notwendig. Später wurden noch zwei weitere Brunnen von diesem Wasser gespeist. Bis zum Bau der Wasserleitung im Jahr 1906 versorgten 28 öffentliche und zahlreiche private Brunnen die Bevölkerung in der Stadt.

Zuletzt restauriert wurde der Brunnen im großen Stil 1982. Damals wurde das Original der Georgsfigur aus dem Jahr 1594 ins Rathaus gebracht, seitdem steht vor dem Schloss eine Nachbildung des Heiligen Sankt Georg.

von alfred drossel
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