feuerwehr
Ludwigsburg | 23. Februar 2017

Der Konflikt schwelt weiter

Juristischer Streit um Amtsenthebung des Kommandanten – Disziplinarverfahren läuft

Ein Bild der Führungsriege aus besseren Tagen im Juni 2013: Der damalige Kommandant der Ludwigsburger Feuerwehr, Andreas Thoß (Mitte), mit seinem ersten Stellvertreter Alexander Huppert (links) und dem zweiten Stellvertreter Hans-Peter Peifer.Archivfoto: Holm Wolschendorf
Ein Bild der Führungsriege aus besseren Tagen im Juni 2013: Der damalige Kommandant der Ludwigsburger Feuerwehr, Andreas Thoß (Mitte), mit seinem ersten Stellvertreter Alexander Huppert (links) und dem zweiten Stellvertreter Hans-Peter Peifer.Archivfoto: Holm Wolschendorf

Es sei wieder Ruhe eingekehrt in der Feuerwehr Ludwigsburgs, ist aus Feuerwehrkreisen zu hören. An anderer Front indes wird weiter gekämpft. Vor zehn Wochen war der Feuerwehrkommandant Andreas Thoß von der Stadtverwaltung seines Amtes enthoben worden. Bis heute, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung, sei noch nicht im Detail kommunziert worden, was ihm vorgeworfen werde. „Das müssen wir erst einmal klären.“

Ausschreibung im März

Nach LKZ-Informationen soll es sich um dienst- und arbeitsrechtliche Vorgänge handeln. Thoß ist Sachverständiger für Brandschutz und hat sich auch auf die Moderation von Projekten der interkommunalen Zusammenarbeit und Prozessbegleitung bei Hilfsorganisationen spezialisiert. Die Stadtverwaltung will sich nicht zu Details äußern, teilt auf Anfrage aber mit, dass das Disziplinarverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Eine Ausschreibung für die Neubesetzung der Stelle sei für Ende März geplant.

Thoß, der bereits angekündigt hatte, mit seinem Anwalt gegen seine Absetzung vorzugehen (wir berichteten), gibt sich weiter kämpferisch. Den für ihn vorgesehenen Job bei der Stadtverwaltung – beim Bürgerbüro Bauen im vorbeugenden Brandschutz – hat er nie angetreten. Er sei derzeit beurlaubt, so Thoß, der die Amtsenthebung für strittig hält, weil eine Anhörung hätte stattfinden müssen. „Ich hatte keine Möglichkeit, mich zu äußern.“ Ein Feuerwehrkommandant hat eine Sonderrolle, weil für ihn das Feuerwehrgesetz wie auch das allgemeine Beamtenrecht zutreffen können.

In seinen Jahren als Kommandant in Ludwigsburg seien „viele Probleme gelöst worden“, so Andreas Thoß, der 2007 nach Ludwigsburg kam. „Das ist kein Spaziergang gewesen.“ Was ihm aufstößt: „Die Art und Weise. Ich habe mir eine andere Form der Wertschätzung vorgestellt.“ Sein erklärtes Ziel ist seine Rehabilitation – es gilt aber als unwahrscheinlich, dass der Beamte jemals wieder auf seinen Arbeitsplatz zurückkehrt. Die Ludwigsburger Wehr wird derzeit von den Stellvertretern Alexander Huppert (Kommandant Freiwillige Feuerwehr Pflugfelden) und Hans-Peter Peifer (Kommandant hauptamtliche Abteilung Innenstadt I) geführt.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Thoß schon längere Zeit mit der hauptamtlichen Abteilung im Clinch lag. Pikant dabei: Mit dieser im Schulterschluss hatte er die ehrenamtliche Abteilung Innenstadt II auf neue Füße gestellt, nachdem der dortige Kommandant im Februar 2015 zurückgetreten war – ebenfalls nach langen internen Querelen inklusive anonymer Briefe und Beschuldigungen. Von gegenseitigen Verdächtigungen und Streitigkeiten war die Rede, die das Klima vergifteten.

Über Jahre unruhige Zeiten

Gleichzeitig liefen die Ermittlungen innerhalb der Feuerwehr, weil von 2013 bis 2014 Brandschutzmelder in 230 Fällen ausgelöst worden waren. Im März 2016 wurden zwei junge Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigsburg verurteilt. Ein dritter ging straflos aus, der wie auch der ehrenamtliche Kommandant die Ludwigsburger Feuerwehr mittlerweile ganz verlassen hat. Thomas Nagaba ist seitdem Kommandant der Innenstadtabteilung II.

Der zweite stellvertretende Kommandant der Ludwigsburger Feuerwehr, Hans-Peter Peifer, ist jetzt als Nachfolger von Thoß zum stellvertretenden Kreisbrandmeister ernannt worden. Kreisbrandmeister Andy Dorroch hat drei ehrenamtliche Stellvertreter. Peifers Bestellung erfolgte laut Kreisverwaltung „auf Widerruf“, bis die „personalrechtlichen Fragen durch die Stadt Ludwigsburg geklärt sind“.

von janna werner
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