Verwaltung
Ludwigsburg | 17. März 2018

Der Roboter ist noch namenlos

Der sprechende Scitos A5 ist in Ludwigsburg eingetroffen und hat seinen ersten Testlauf durch die Flure des Bürgerbüros gemacht. Jetzt fehlt nur noch ein Name: Wer einen tollen Vorschlag für das Gerät mit weiblicher Stimme hat, sollte nicht lange zögern. Es gibt Preise zu gewinnen.

Foto: Oliver Bürkle
Foto: Oliver Bürkle

Frisch ausgepackt, hat der kleine Helfer bereits erste Testläufe hinter sich. Mit seinen gerade mal 1,50 Metern Körpergröße huscht er durch den Flur, dreht sogar den Kopf, wenn man von hinten auf ihn zugeht und schaut einen mit großen Augen an. Er bleibt stehen, sagt, dass man sich auf seinem Display informieren kann. Mit weiblicher Stimme. Der kleine Helfer ist also eine Sie. Das hat sich die Verwaltung wohl so gewünscht. Einen Namen hat sie noch nicht, die Stadt setzt deshalb auf den Einfallsreichtum der Bürger und deren Vorschläge (siehe unten).

Im Bürgerbüro soll die fahrende Roboter-Servicedame – die Herstellerfirma Metralabs bezeichnet die Modellreihe mit dem Namen Scitos A5 – ihren Fleiß unter Beweis stellen. Sie geht auf die Leute zu, empfängt sie an der Tür zur Wilhelmstraße 5 und begleitet sie zum richtigen Zimmer. Ob man nun an der Servicestation ein Passbild machen will oder den Weg zum Ausländerbüro sucht, die sich selbst durch die Flure steuernde Roboter-Dame weiß Bescheid.

Was sie nicht kann, ist Treppensteigen. Aber wie ein kleiner Testlauf in den Fluren zeigt: Sie erkennt über installierte Kameras, ob Menschen vorbeilaufen oder irgendwo warten. Sie kann ihr Tempo dann entsprechend anpassen, bleibt auch stehen, geht jemand direkt vorbei.

Umgekehrt verwirrt es noch die Besucher im Rathaus – kommt da doch von ganz allein ein Gerät auf sie zugefahren. Und spricht einen auch noch an. Eine Besucherin springt auf die Seite. Ein Junge, der mit seiner Mutter beim Bürgerbüro wartet, steht dagegen fast schon reflexartig auf und will auf den Roboter zugehen. Die Blicke der anderen Wartenden, die neugierig schauen, halten ihn jedoch zurück.

Das Grundprogramm funktioniert, sind Dennis Greiner und Jürgen Schindler von den Bürgerdiensten zufrieden. „Jetzt fehlt noch die Feinjustierung“, sagt Fachbereichsleiter Schindler. Auch was der kleine Helfer sagt, ist noch nicht endgültig getextet. Das muss jetzt ausgearbeitet werden und wird dann dem Roboter eingespeist.

Noch herrscht etwas Lampenfieber, ob alles klappt und ob der kleine Helfer auch von den Bürgern angenommen wird. Es ist schließlich der erste Serviceroboter in einer Stadtverwaltung. Bislang kennt man solche ganz vereinzelt von großen Museen oder Einkaufszentren. „Da haben wir uns anregen lassen“, erzählt Schindler.

Gerade weil die Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße eng und verwinkelt sind, bot sich die mobile Lösung an. „Es ist wie eine bewegliche, aber selbst aktive Infostele“, umschreiben die Verantwortlichen den Sinn des Geräts. Auch die verschiedenen Abteilungen der Verwaltung sind nicht immer einfach zu finden. Da gibt es außer dem Bürgerbüro noch das Standesamt, die Ausländerbehörde, die Abteilung für Sicherheit und Ordnung, die Stadtkasse.

Hat die Roboter-Dame den Rathaus-Besucher an die entsprechende Stelle geführt, verabschiedet sie sich. Und rollt zurück zum Eingangsbereich, wo sicherlich neue Gäste Infos am Display abrufen möchten. Dass sie weiß, wohin sie muss, verdankt sie dem Koordinatensystem, mit dem sie gefüttert wurde. Sie kennt jede Ecke bereits – allerdings nur im Flur, wo sie künftig ihre Zeit verbringt.

Arbeitsplätze, so Schindler, wird die Roboter-Dame nicht ersetzen. Sie wird aber, so nehmen die Rathausmitarbeiter an, viele neugierig machen. Irgendwann wird es dann normal sein, sich von dem autonomen Gerät – dann sicher auf einen schönen Namen getauft – an den richtigen Ort bringen zu lassen.

 

Mitmachaktion: Wie soll sie heißen?

Sie – das ist der Roboter mit weiblicher Stimme – wurde bereits mit dem Ludwigsburger Gelb auf die Barockstadt eingestimmt. Doch einen Namen hat die neue Servicekraft noch nicht. Die Stadt erhofft sich nun passende Vorschläge von unseren Lesern und aus der Bürgerschaft. Jeder kann sich einbringen. Das geht ganz einfach: Schicken Sie bis zum 29. März mit dem Stichwort „Roboter“ eine E-Mail an die Adresse stadtredaktion@lkz.de mit Ihrem Namensvorschlag. Eine Jury wird den schönsten Namen aussuchen. Gewinnen kann man dabei auch: Die Stadt bietet für die drei Namen, die am Ende in der engeren Wahl sind, 3 x 2 Karten für eine Veranstaltung freier Wahl in der MHP Arena (je nach Verfügbarkeit) an. Der Gewinner erhält zusätzlich von unserer Zeitung einen 50-Euro-Gutschein für Bücher seiner Wahl aus dem LKZ-Fundus im Leserservice.

 

Hans-Peter Jans
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