Bürgermeisterwahl
Asperg | 25. September 2017

Eiberger schafft es in der ersten Runde

Überraschend deutlich endet am Sonntagabend die Asperger Bürgermeisterwahl: Gleich im ersten Anlauf schafft Christian Eiberger ein Spitzenergebnis von 69,11 Prozent.

Lassen Blumen sprechen: Der neugewählte Asperger Bürgermeister Christian Eiberger (rechts) mit Ehefrau Silke und Amtsinhaber Ulrich Storer. Foto: Alfred Drossel
Lassen Blumen sprechen: Der neugewählte Asperger Bürgermeister Christian Eiberger (rechts) mit Ehefrau Silke und Amtsinhaber Ulrich Storer. Foto: Alfred Drossel

Mit fast 200 Besuchern ist der Keltensaal voll und schwül. Schnell gehen Gerüchte herum, dass Christian Eiberger es im ersten Wahlgang gepackt hat. Das lange Warten wird hauptsächlich überbrückt mit Gesprächen über den Ausgang der Bundestagswahl. Deren Auszählung hat Vorrang. Um 21.05 Uhr drückt Hauptamtsleiter Volker Gramlich seinem Chef Ulrich Storer die Schnellmitteilung mit den Ergebnissen in die Hand. Der macht es noch etwas spannend, wer ihn nach 24 Jahren im Amt beerben wird, bis er die Katze aus dem Sack lässt.

Jubel brandet auf, als Christian Eiberger als Sieger verkündet wird. Sektkorken knallen. Aber auch den Unterlegenen Marc Thomas Bauer und Ulrich Raisch wird respektvoll applaudiert. Zu Herausforderer Bauer sagte Storer anerkennend: „Wacker geschlagen.“

Der 35-jährige Eiberger, Verwaltungswirt und derzeit Kämmerer in Ingersheim, ging als Favorit ins Rennen. „Ich bin völlig geplättet“, bedankte er sich bei seinen Wahlhelfern und nahm anschließend seine Frau Silke in den Arm. „Ohne sie wäre alles nicht möglich gewesen.“ Er sei glücklich und beeindruckt, welch „sensationell hoher Vertrauensvorschuss“ ihm entgegengebracht worden sei. „Sie können sich darauf verlassen, dass ich mich mit aller Kraft für die Asperger und Asperg einsetzen werde“, so Eiberger in seiner Ansprache weiter.

Die Erwartungen der Wähler sind hoch. „Es wird Zeit, dass sich endlich etwas tut“, sagt ein 70-Jähriger im Keltensaal, der mit der Arbeit Storers in einigen Punkten nicht zufrieden gewesen sei. Er wünscht sich mehr Transparenz und weniger Alleingänge eines Schultes. Ein 58 Jahre alter Wähler erhofft sich vom neuen Bürgermeister, dass er den Gemeinderat wieder mehr auf Bürgernähe auslegt. Eiberger sei im Wahlkampf der Aktivere in Asperg gewesen. Beide hoffen, dass er den zerstrittenen Gemeinderat einen kann.

Engagement und Bürgernähe erwartet eine 46-Jährige, Schulentwicklung und den Erhalt des Lehrschwimmbeckens. Den Verkehr und die wirtschaftliche Zukunft der Stadt sieht sie als Schwerpunkte, derer sich Storers Nachfolger vorrangig annehmen müsse.

Eine 31-jährige sieht das ähnlich. Um die Finanzen stehe es nicht gerade zum Besten. Auch sie ist für den Erhalt des Bädles. Neben der Kinderbetreuung in der Grundschule fordert sie mehr Verkehrssicherheit für Schüler und Senioren, für Radler und Fußgänger ein. Überhaupt: „Eingefahrene Strukturen müssen nach so langer Zeit aufgebrochen werden.“

Eibergers Mitbewerber hatten letztendlich keine Chance. Der 41-Jahre alte Kaufmann, Betriebsrat und Quereinsteiger Bauer holte 26,5 Prozent. „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“, gestand er die Niederlage gegen den Favoriten sofort ein und gratulierte Eiberger mit als Erster – neben den Bald-Kollegen Werner Spec aus Ludwigsburg, Ralf Trettner aus Pleidelsheim, Martin Bernhard aus Tamm und Volker Godel aus Ingersheim. Auch wenn er sich etwas mehr erhofft hätte, sei er mit sich und seinem Ergebnis zufrieden, so Bauer. In nächster Zeit plane er keine weitere Kandidatur mehr.

Ganz im Gegensatz zum Musikpädagogen Ulrich Raisch. Der errang in Asperg einen Achtungserfolg mit vier Prozent. Es war das drittbeste Ergebnis seiner bislang deutlich mehr als 30 Kandidaturen um einen Chefsessel in einem Rathaus in der Region. „Es geht aufwärts“, sagte Raisch lachend. 287 der abgegebenen Stimmen vereinte er auf sich. Damit war er knapp besser als Ungültige mit 198 Stimmen.

Eiberger hatte knapp 5000, Bauer 1900. Von den 10 370 Wahlberechtigten gingen 7160 zur Wahl – ein außergewöhnlich hoher Wert.

Thomas Faulhaber
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