Holi Gaudy
Ludwigsburg | 31. Juli 2017

Festival im Rausch der Farben

Ein Fest der Farben hat am Samstag auf dem Freizeitgelände in Kornwestheim stattgefunden: Zum dritten Mal hat dort die Holi Gaudy Festival Tour Station gemacht. 8000 junge Menschen haben einen Tag lang die deutsche Variante des indischen Frühlingsfestes gefeiert und getreu dem Motto „Colour your day“ mit buntem Farbpulver um sich geworfen.

Festival der Farben, Festival der elektronischen Musik: Beim Holi Gaudy Festival im vergangenen Jahr wurde die Festwiese geradezu in bunte Farben getaucht – zur Freude der überwiegend jugendlichen Fans.Archivfoto: Holm Wolschendorf
Festival der Farben, Festival der elektronischen Musik: Beim Holi Gaudy Festival im vergangenen Jahr wurde die Festwiese geradezu in bunte Farben getaucht – zur Freude der überwiegend jugendlichen Fans.Archivfoto: Holm Wolschendorf
Die vielen jungen Besucher hatten sichtlich Spaß.
Die vielen jungen Besucher hatten sichtlich Spaß.

Woodstockflair herrschte auf dem Freizeitgelände: Die jungen Frauen und Männer saßen auf dem Rasen im Schatten, wenn sie sich nicht gerade vor der Bühne tummelten. Der Platz davor hatte sich in eine riesige Tanzfläche verwandelt, bei der angesagte Musik und wummernde Beats für Stimmung sorgten. Fünf DJs waren im Einsatz, um dem Partyvolk einzuheizen. So abwechslungsreich die Musik auch war, die sie abspielten, gab es doch eine feste Regel. Alle 30 Minuten wurde ein Countdown laut gezählt und auf ein Kommando hin unter lautem Jubel die Farbe, Gulal genannt, in die Luft geworfen. Das Mikrokonfetti in Farben wie Pink, Blau, Grün, Rot und Gelb ist ungiftig und gut auswaschbar. Einige Gäste trugen vorsichtshalber einen Mundschutz.

Holi gilt als eines der ältesten und farbenfrohsten Feste der Welt, das inzwischen auch außerhalb Indiens immer beliebter wird. Das Schöne daran: Es wird absolut friedlich gefeiert, was auch an dem Frauenanteil von rund 70 Prozent liegt. Der typische Besucher des Holi Gaudy Festival ist nämlich weiblich, durchschnittlich 22 Jahre alt, trägt ein weißes Oberteil, damit die vielen Farben gut zur Geltung kommen, und Shorts, vorzugsweise aus Jeansstoff, und tritt vorzugsweise in Grüppchen auf. Die jüngeren Besucher werden oft von ihren Müttern begleitet, die ebenfalls viel Spaß an diesem Farbspektakel haben.

Die 30-jährige Alina Schmidt aus Heilbronn war zum Junggesellenabschied nach Kornwestheim entführt worden. Mit etwa 19 Mädels feierte sie ihren Abschied vom Single-Dasein. Der weiße Tüllschleier, den sie auf ihrem Kopf trug, verfärbte sich schon nach wenigen Minuten kunterbunt. „Das war eine totale Überraschung, meine Trauzeugin hatte die Idee, hierher zu fahren“, erzählte die junge Frau, die am 2. September heiraten wird.

Die Gruppe hatte sichtlich viel Spaß, so wie die vielen anderen Besucher. Aus der ganzen Region waren die Festivalfans angereist. Sieben Shuttlebusse brachten sie vom Bahnhof zum Freizeitgelände, an dem eigens eine Bushaltestelle eingerichtet worden war. Etliche Besucher stellten ihre Fahrzeuge auch in Pattonville ab und pilgerten von dort zu Fuß aus in Richtung des Festivalgeländes. Swen Eckloff, Leiter des Polizeireviers Kornwestheim, der gemeinsam mit einigen Kollegen bis zum Ende der Veranstaltung gegen 22 Uhr im Einsatz war, hatte wenig zu tun und sprach sogar von einem „lieben Publikum“. Trotzdem sei es der Polizei wichtig, Präsenz zu zeigen – allen schon wegen der sexuellen Übergriffe, die es vor einigen Wochen bei einem Volksfest in Schorndorf gegeben hatte, betonte Eckloff. Die Besucher, die angesichts der hohen Temperaturen Probleme mit dem Alkohol hatten, waren eher ein Fall für das Deutsche Rote Kreuz.

„Das Holi Gaudy-Festival hat sich als Event in der Open-Air-Szene etabliert“, sagte Dr. Ulf Steinicke. Der Inhaber der Veranstaltungsagentur Go2 Convent GmbH in Ludwigsburg organisiert die Holi Gaudy Festivals, die in vielen Städten Deutschlands stattfinden, schon seit fünf Jahren. In Kornwestheim fand dieses Fest in den ersten beiden Jahren auf dem Gelände des Autokinos statt. Mit dem Umzug auf das Freizeitgelände ist der 51-Jährige sehr zufrieden. „Es ist sehr schön hier, mit den vielen Rasenflächen und den Bäumen“, sagte er. Ob es im nächsten Jahr eine Neuauflage dieses Festival mit seinem friedlichen Charakter geben wird? „Mit 100-prozentiger Sicherheit“, lautete deshalb seine Antwort. Zirka 80 Ordner waren im Einsatz, um für einen geregelten Ablauf der Veranstaltung, aber auch für die Sicherheit und den Schutz der vielen jugendlichen Besucher zu sorgen.

Marion Blum
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