Frühjahrsputz
Ludwigsburg | 27. März 2017

Fleißig angepackt für saubere Stadt

Unter dem Motto „Putzteufelswild“ fand am Samstag der große Frühjahrsputz statt. Viele freiwillige Helfer haben sich wieder beteiligt und einen rund 30 Kubikmeter umfassenden Müllberg gesammelt. Baubürgermeister Michael Ilk zog Bilanz einer erfolgreichen Aktion. Hier eine Impression der Aktion in Eglosheim.

Bei der Putzaktion kommt wieder viel Müll zusammen. Baubürgermeister Michael Ilk, Aleksandra Jesse von der Abteilung Technische Dienste und Hans Steck, Chef der Stadtreinigung, sichten den Müllberg auf dem Gelände der Technischen Dienste am Kugelberg.Foto: Oliver Bürkle
Bei der Putzaktion kommt wieder viel Müll zusammen. Baubürgermeister Michael Ilk, Aleksandra Jesse von der Abteilung Technische Dienste und Hans Steck, Chef der Stadtreinigung, sichten den Müllberg auf dem Gelände der Technischen Dienste am Kugelberg.Foto: Oliver Bürkle

Die Sonne strahlt, ein schöner Tag um sich aufs Rad zu schwingen oder die Laufschuhe zu schnüren. Aber auch bestes Wetter für Müllsack und Greifer. Punkt neun Uhr am Samstagmorgen werden 14 Standorte für den Ludwigsburger Frühjahrsputz von den Technischen Diensten mit allem versorgt, was die freiwilligen Helfer brauchen, um die Stadt von achtlos weggeworfenem Müll befreien zu können.

Ein Standort befindet sich beim S-Bahnhof Favoritepark in Eglosheim. Carolin Völlm vom Bürgerverein Eglosheim richtet als koordinierende Gruppe vor Ort alles her, was für den Frühjahrsputz benötigt wird. „Handschuhe müssen schon sein“, sagt Karl-Heinz Wieland vom Stadtteilausschuss Eglosheim, der pünktlich erscheint. Er ist stets beim Frühjahrsputz mit dabei und weiß, dass trotz Greifhilfe auch mal mit den Händen nachgeholfen werden muss und die sollten möglichst unversehrt bleiben. Ilja Plockinjic vom kroatischen Kulturverein ist ebenfalls zur Stelle und er hat wie in den Vorjahren auch weitere Mitglieder aktiviert. Darunter die drei Jungs Marcko, Gabrijel und Filip. Dass jetzt jeder von ihnen einen solchen Greifer in der Hand halten kann, ist für sie das Spannendste. Einfach zudrücken und schon hat man das Objekt der Begierde in der Zange und kann es in den Müllsack befördern. Sie machen sich sofort auf ins nächste Gebüsch beim Parkplatz und werden schnell fündig: Burger-Verpackungen aus Styropor und Wegwerfkaffeebecher. Schließlich präsentieren die Kinder auch noch ein reichlich vergilbtes Zirkusplakat, das wohl durch den Wind hierher geweht wurde und sich im Gestrüpp verfangen hat.

Achtlos Weggeworfenes an vielen Ecken

Der Bahndamm sei auch immer mit Müll übersät, sagt Wieland. Doch da es sich um Bahngelände handle, bleibe man hier aus versicherungsrechtlichen Gründen lieber weg, auch wenn es viel zu tun gäbe. Wieland kennt aber weitere Ecken, an denen sich achtlos Weggeworfenes anhäuft. Beispielsweise in dem kleinen Wäldchen am Ende des Parkplatzes. Im Brombeergestrüpp liegen Reste eines Plastikgartenstuhles, Wieland pickt außerdem einen Damenschuh und eine weiße Armbanduhr auf. Sie sehen recht mitgenommen aus und liegen vermutlich schon länger hier. Bei der großen Glasscherbe heißt es Vorsicht walten lassen, um sich nicht zu verletzen. Gar nicht „bio“ ist die noch geschlossene Plastiktüte mit Bio-Apfelschnitzen und zum Standardmüll gehören Zigarettenpackungen sowie Chips-Tüten.

Doch im Wäldchen liegt noch mehr: die Überreste eines Ventilators, eine Handyhülle und Elektroschrott. Es handelt sich wohl um einen DVD-Player, der da in Einzelteile zerlegt wurde. Intakt ist eigentlich nur noch die Fernbedienung.

Zahlreiche leere Flaschen im Gebüsch

Was die Frühjahrsputz-Teilnehmer immer wieder fassungslos macht: Große und kleine Flaschen, in denen sich mal Weinbrand, Wodka oder Likör befand: Leer getrunken und ins Gebüsch geworfen und das, obwohl der Glascontainer ganz in der Nähe steht. Einmal das Wäldchen durchkämmt, schon ist der große Müllsack voll und so schwer, dass ihn Karl-Heinz Wieland gar nicht mehr tragen kann. Er stellt ihn an den Straßenrand, die Technischen Dienste holen ihn später ab. Wieland geht wieder zurück zum Stand von Carolin Völlm, um sich mit einem neuen Abfallsack einzudecken.

Es gibt noch mehr zu tun, das weiß er aus Erfahrung. Wieland ärgert sich über die große Menge achtlos weggeworfener Dinge und proklamiert ein anderes Verbraucherverhalten. „Wir achten beim Einkauf darauf, dass wir so wenig Plastikmüll wie möglich produzieren“, sagte er.

Die junge Mutter Alexandra Golik ist mit ihren Kindern Kristin und Mateo gekommen. „Nachdem Kristin vor einem Jahr im Kindergarten den sprechenden Mülleimer erlebt hat, wollte sie unbedingt mithelfen“, berichtet die Mutter. Auch der kleine Mateo ist mit Eifer dabei.

Carolin Völlm führt nicht nur eine Liste der Teilnehmer, sie hat auch heißen Tee und sogar Desinfektionsmittel für die Hände parat. Das gemeinsame Anpacken für eine saubere Stadt hat sich wieder mal gelohnt.

Angelika Baumeister
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