Kreis Ludwigsburg
Kreis Ludwigsburg | 11. Oktober 2017

Gebührenpläne für Biomüll gefallen nicht allen

Dass die Müllgebühren 2018 trotz steigender Überschüsse erneut steigen sollen, bezeichneten die meisten Kreisräte im Technischen Ausschuss zwar als unangenehm. Es sei aber auch unausweichlich und unstrittig angesichts der gesetzlichen Änderungen und hohen Nachsorgekosten für zwei Deponien (wir berichteten).

Doch gerade beim Thema Biomüll – dessen Menge stieg wie gewünscht zuletzt deutlich – gab es auch Kritik. Dessen Verwertung sei „ein riesiger Zuschussbetrieb“, sagte Peter Schimke (Linke). Nur 20 Prozent der Kosten würde dieser Bereich selbst tragen. Es sei deshalb nicht richtig, dass nur die Jahresgebühr pro Haushalt (plus 3 Prozent) und die Leerungsgebühr für den Restmüll (plus 7 Prozent) steige. Zudem müsse man es eigentlich belohnen, dass die Menschen zuletzt weniger Restmüll produziert haben. Die Menschen hätten die Steigerung der Müllgebühren selbst in der Hand, sagte hingegen Peter-Michael Valet (Grüne). Sie müssten nur einfach weniger produzieren – und ihn dann aber auch nicht einfach illegal entsorgen, schob er hinterher.

Sorge, dass die mit dem Bürgerentscheid gescheiterten Pläne für eine Bioverwertungsanlage finanzielle Folgen für den Kreis haben, machte sich Ernst Morlock (SPD). Denn nun wird Biomüll aus dem Kreis nach Germersheim gekarrt, und dafür würden doch sicher Umschlagkosten fällig, in Bissingen hätte man dagegen direkt anliefern können. „Rechnen wir da wirklich weiter mit 90 Euro Kosten pro Tonne?“ „Wir gehen davon aus, dass in den Verträgen alles berücksichtigt ist. Wir müssen nicht mit versteckten Kosten rechnen“, sagte Landrat Rainer Haas, der bedauerte, keinen Partner in der Region gefunden zu haben. Ökologisch könne man die Lösung aber vergleichen: Mit der Bissinger Anlage wäre Biomüll aus Karlsruhe geliefert worden.

Die Erhöhungen, die der Kreistag am 20. Oktober noch absegnen muss, beschäftigten auch so viele Leser wie lange nicht. „Das ist der Lohn dafür, dass wir schön alles trennen“, schrieb eine Facebook-Userin unter dem ersten Artikel. Andere monierten die Preise insgesamt, die höher liegen als in vielen anderen Kreisen. Einige kritisierten aber auch, dass noch oft falsch getrennt werde und selbst Obst und Gemüse zu häufig in Plastik verpackt seien. (jsw)

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