Ludwigsburg | 17. Juli 2017

Grüne Ideen gegen Staus in der Metropolregion

Dem Nord-Ost-Ring wird weiterhin eine klare Absage erteilt – Regionalkonferenz der Kreisverbände im Kulturzentrum K

Fritz Kuhn am Rednerpult im Kulturzentrum.Foto: Oliver Bürkle
Fritz Kuhn am Rednerpult im Kulturzentrum.Foto: Oliver Bürkle

Für den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann ist die polyzentrische Struktur der Region Stuttgart mit ihren 179 Städten und Gemeinden Fluch und Segen zugleich. Heutzutage gebe es in fast jeder Mittelstadt eine Hochschule und ein Einkaufszentrum. „Wir haben von allem relativ viel, aber nicht gut verteilt“, sagte er, als er am Samstag im Kornwestheimer Kulturzentrum K als Gastredner bei der Regionalkonferenz der Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen in der Region Stuttgart sprach. Nicht nur Wohn- und Arbeitsstätten, Einkaufsmöglichkeiten und Institutionen seien polyzentrisch, sondern auch die Verkehrsströme. „Deshalb ist die ganze Metropolregion Stuttgart eine Stauregion“, so der Minister.

Staus wollen die Grünen aber auflösen. Die 60 Delegierten verabschiedeten den Leitantrag „Vorfahrt für umweltfreundliche Technologien – Verkehrswende voranbringen“ (siehe Kasten). Die Zukunft der Region hängt aus ihrer Sicht maßgeblich von der Förderung der Elektromobilität und der Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs ab. In einem zweiten Leitantrag wird der Bau von bezahlbaren Wohnungen gefordert.

Derzeit würden 70 bis 80 Prozent aller Wege im Auto zurückgelegt, so Hermann. „Wir werden weiter Autoverkehr haben. Aber der muss intelligenter werden und darf keine überbordend dominante Funktion mehr haben.“ Mit moderner Technologie sei es schon jetzt möglich, Verkehr auf den Nahverkehr zu verlagern. Autofahrer könnten etwa vor der Fahrt über einen Stau informiert werden und auf die S-Bahn ausweichen. „Diese Apps haben wir zum Teil schon, jetzt müssen sie optimiert werden“, so Hermann.

Ziel dürfe nicht der Neubau von Straßen, sondern der Ausbau von U- und S-Bahn sein. Der Bau von Umgehungsstraßen dürfe aber in Ausnahmefällen kein Tabu sein. Auch der Ausbau von Straßen könne mitunter zielführend sein. Als Beispiel nannte der Verkehrsminister die täglich von 70 000 bis 80 000 Autos befahrene B 27 nördlich und südlich von Stuttgart. Den Bau des Nord-Ost-Rings lehnt Hermann kategorisch ab. Dennoch dürften verkehrsgeplagte Städte wie Remseck nicht alleine gelassen werden. „Wir müssen anerkennen, dass solche Kommunen Probleme haben“, so der Minister.

Auch der Stuttgarter Oberbürgermeister und stellvertretende Regionalpräsident Fritz Kuhn erteilte dem Nord-Ost-Ring eine klare Absage. „Die CDU hat es 40 Jahre nicht hinbekommen, diesen Ring zu bauen. Und jetzt belästigt sie uns, dass wir es machen sollen“, sagte Kuhn. „Das wird den Verkehr nur verlagern. Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben, deshalb sollten wir bevorzugt in den öffentlichen Nahverkehr investieren.“

Frank Klein
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