Kirche
Oberstenfeld | 15. Februar 2018

Hochzeit im Dezember 2019 geplant

Die Kirchengemeinden schrumpfen und die Zahl der Pfarrer geht zurück. Deshalb setzt die Evangelilsche Landeskirche auf Fusionen. Jetzt gerade haben die Kirchengemeinden Oberstenfeld, Gronau und Prevorst ihre „Verlobung“ bekannt gegeben und einen „Hochzeitstermin“ genannt: Dezember 2019.

Künftig eine Kirchengemeinde statt drei? Die Kirchtürme von Oberstenfeld, Gronau und Prevorst (von links).Archivfotos: Alfred Drossel, Ramona Theiss
Künftig eine Kirchengemeinde statt drei? Die Kirchtürme von Oberstenfeld, Gronau und Prevorst (von links).Archivfotos: Alfred Drossel, Ramona Theiss

Was in der bürgerlichen Gemeinde – nicht immer ohne Schmerzen allerdings – gelungen ist, soll jetzt auch in den drei kirchlichen Gemeinden klappen. „Die Kirchengemeinden Oberstenfeld, Gronau und Prevorst haben sich gewissermaßen verlobt.“ Mit diesen Worten haben die Vorsitzenden der drei Kirchengemeinden Ralf Biehler (Gronau), Heinrich Schäfer (Oberstenfeld) und Erhard Süpfle (Prevorst) die Fusion im Mitteilungsblatt der Gemeinde öffentlich gemacht.

Ganz freiwillig fusionieren Kirchengemeinden landauf, landab derzeit nicht. Das Druckmittel der Landeskirche heißt „Pfarrplan“ und gründet auf drei Tatsachen: Die Zahl der Gemeindemitglieder geht zurück, weil mehr sterben als nachwachsen, in den kommenden Jahren gehen viele Pfarrer in Ruhestand, mehr als nachkommen und die Kirche will sich ein Finanzpolster schaffen, um für magere Jahre gerüstet zu sein.

Das führt dazu, dass zum Beispiel im Kirchenbezirk Marbach von den derzeit 22,25 Stellen dreieinviertel Stellen gestrichen werden müssen. Den 19 Gemeinden stehen dann noch 19,5 hauptamtliche Seelsorger zur Verfügung. In Oberstenfeld gibt es derzeit mit dem Ehepaar Martha und Walter Siebert zwei Pfarrer auf eineinhalb Stellen, Gronau und Prevorst werden von Pfarrer Markus Haag betreut.

Oberstenfeld sei nicht das große Problem, sagt der dortige Kirchengemeinderatsvorsitzende Heinrich Schäfer, in Gronau und Prevorst dagegen sieht der Pfarrplan vor, die Stellen ab 2024 auf 0,75 oder sogar auf 0,5 Prozent herunterzuschrauben. „Das heißt 50 Prozent Gehalt bei 100 Prozent Arbeit“, rechnet Schäfer vor, „das wäre nicht besetzbar.“

Die drei Gemeinden wollen deshalb rechtzeitig gemeinsam agieren, statt gezwungenermaßen reagieren oder, wie es Heinrich Schäfer formuliert: „Wir wollen lieber etwas, das Bestand hat, als etwas, das nicht beherrschbar ist.“

Die Mitglieder der drei Kirchengemeinderäte haben sich deshalb gemeinsam in Klausur begeben und dabei eine Vorentscheidung gefasst, die die drei Vorsitzenden „mutig“ nennen. „Es war ein friedliches Ringen“, sagt Erhard Süpfle, „mit einem einstimmigen Votum am Schluss.“ Das habe ihn, den Vertreter der kleinsten Gemeinde, besonders gefreut.

Die Entscheidung für die Fusion zu einer Gemeinde sieht vor, Geschäftsführung im Pfarramt, Immobilienverwaltung, Kirchenpflege und Personalwesen zusammenzuführen. Statt bisher drei, soll es nur noch einen gemeinsamen Kirchengemeinderat geben. Erhard Süpfle sieht darin einen Vorteil: „Die Verwaltungsarbeit nimmt bisher ungeheuer viel Raum ein und lässt weniger Zeit für das Wesentliche, nämlich die Verkündigung des Evangeliums; das wird sich durch die Fusion ändern. Dann bleibt mehr Raum für unsere eigentliche Aufgabe.“ Damit Gronau und Prevorst nicht zu kurz kommen, wird es Ausschüsse auf der Ebene der bisherigen Gemeinden geben, die liebgewordene, ortsspezifische Traditionen fortführen. Das sehe das Konstrukt ausdrücklich vor.

Die neue Gemeinde wird ab 2024 mit einer 175 Prozent Stelle ausgestattet, plus einer 25-Prozent-Stelle, mit der das Krankenhaus Marbach betreut werden muss, wie Dekan Dr. Heinz- Werner Neudorfer erklärt.

Die Entwicklung im oberen Bottwartal sieht er positiv. „Die Gemeinden haben sich seit Jahren aufeinander zubewegt.“ Den „Hochzeitstermin“ im Dezember 2019 – nachdem Landessynode, Oberkirchenrat und das Land Baden-Württemberg zugestimmt haben – hält Neudorfer für realistisch.

Andrea Nicht-Roth
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