Straftaten
Ludwigsburg | 08. April 2017

Hohe Aufklärungsquote, weniger Einbrüche

Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr im Kreis Ludwigsburg gesunken. Die Polizei ermittelte 1116 Fälle weniger. Zugleich steigt die Aufklärungsquote auf einen Höchststand. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die gestern vorgestellt worden ist.

Die Polizei spricht von einer Trendwende: Die Zahl der Einbrüche im Kreis ist 2016 um fast 14 Prozent zurückgegangen. Foto: Silas Stein/dpa
Die Polizei spricht von einer Trendwende: Die Zahl der Einbrüche im Kreis ist 2016 um fast 14 Prozent zurückgegangen. Foto: Silas Stein/dpa

Aufklärungsquote. Sie klettert auf ein Zehnjahreshoch und erreicht im Kreis Ludwigsburg glatte 60 Prozent, was in etwa der landesweiten Quote entspricht. Noch mehr Fälle löste die Polizei im Nachbarkreis Böblingen, für den das Ludwigsburger Polizeipräsidium ebenfalls zuständig ist.

Straftaten gegen das Leben. 14 dieser Delikte sind im vergangenen Jahr im Kreis Ludwigsburg geschehen (+1), darunter finden sich vier Mordfälle und fünf Totschlagsdelikte. Was der Polizei zu schaffen macht: Zwei Täter sind nach wie vor auf freiem Fuß. Ungeklärt ist der Mordfall, der am 13. Mai 2016 in Bissingen passiert ist. Dort wurde ein 35 Jahre alter Betreiber einer Stuttgarter Kampfsportschule vor seinem Haus erschossen.

Auch die Täter eines versuchten Totschlags im Ludwigsburger Schlösslesfeld sind noch nicht ermittelt. Am 29. Juli 2016 griffen zwei Männer mehrere Jugendliche und junge Erwachsene auf einem Spielplatz an. Einer der Täter stach mit einem Messer (Klingenlänge 22 Zentimeter) nach den Opfern.

Wohnungseinbrüche. Jahrelang stiegen die Fallzahlen, doch mittlerweile scheint eine Umkehr in Sicht. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei 531 Wohnungseinbrüche im Kreis. Das ist ein Rückgang um 13,8 Prozent. „Nachdem der stark negative Trend im Jahr 2015 bereits abgebremst werden konnte, ist uns jetzt die Wende gelungen“, sagt der Ludwigsburger Polizeipräsident Frank Rebholz. Er macht dafür die Kooperation mit der Bundespolizei und dem Zoll verantwortlich.

Allerdings gibt es auch Ausreißer. Steigerungen müssen die Reviere in Bietigheim-Bissingen (+31) und Ditzingen (+28) verkraften. Rebholz: „Eine tendenzielle Häufung zeigt sich an günstig gelegenen Verkehrswegen, wie Autobahnen, ausgebauten Bundesstraßen, aber auch an gut ausgebauten ÖPNV-Strecken.“

Körperverletzungen und Flüchtlinge. 2712 Fälle von Körperverletzung registrierte die Polizei im Kreis, das ist ein Plus von fast sechs Prozent. Sie erklärt sich das unter anderem mit Auseinandersetzungen in den Flüchtlingsunterkünften. „Die Zahl der als Tatverdächtigen ermittelten Asylbewerber ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen“, sagt Polizeipräsident Rebholz. Er warnt aber vor einer generellen Kriminalisierung von Flüchtlingen. „Körperverletzungsdelikte werden ganz überwiegend untereinander begangen und sind häufig den Unterbringungsverhältnissen in größeren Unterkünften geschuldet. Sie gehen nicht selten mit Alkoholkonsum einher.“

Sexualdelikte. Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es eine Zunahme um 22 auf 209 Fälle. Nach Angaben der Polizei zeigt vor allem der sexuelle Missbrauch von Kindern nach oben. Mehr als jedes dritte Opfer von Sexualdelikten im Kreis ist demnach ein Kind. Weniger als zehn Prozent der Sexualdelikte werden laut Statistikern von Flüchtlingen begangen.

Taschendiebstahl. 228-mal wurden Menschen im Kreis Ludwigsburg bestohlen. Das sind knapp 20 weniger als im Vorjahr. Nur 5,9 Prozent der Taten wurden aufgeklärt. „Aufgrund der sehr geringen Aufklärungsquote sind belastbare Aussagen hinsichtlich der Täter kaum möglich“, sagt der Polizeipräsident. Die meisten Taschendiebstähle wurden in Einkaufszentren und Bahnhöfen begangen.

Im Kreis Ludwigsburg verzeichnet die Polizei zudem in nahezu allen relevanten Teilbereichen der Diebstahlskriminalität rückläufige Fallzahlen – eine Ausnahme gibt es jedoch: Autodiebstähle. Sie sind um mehr als 30 Prozent von 68 auf 89 nach oben gegangen. Die Polizei hat beobachtet, dass wieder überregional agierende Tätergruppen vermehrt auftreten.

Rauschgiftdelikte. Ihre Zahlen sind im vergangenen Jahr nur unwesentlich um 1,2 Prozent auf 1460 Fälle gestiegen. „Cannabis bildet nach wie vor den absoluten Schwerpunkt bei den polizeilich bearbeiteten Drogendelikten“, sagt Rebholz.

Darüber hinaus verzeichnen seine Mitarbeiter einen deutlichen Zuwachs von 48 auf 73 Fälle bei „neuen psychoaktiven Substanzen“. Das sind Stoffe, die als Kräutermischungen, Lufterfrischer oder Ecstasy angeboten werden.

Philipp Schneider
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