Parken
Kreis Ludwigsburg | 13. März 2018

Immer Ärger mit den Anhängern

Autoanhänger, die wochen- oder sogar monatelang auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden, sind ein großes Ärgernis. Während sich deren Besitzer die Kosten für einen Stellplatz sparen, schauen Parkplatzsuchende in die Röhre. Solange die Anhänger spätestens alle zwei Wochen bewegt werden, ist daran zumindest aus rechtlicher Sicht nichts auszusetzen. Allerdings gelten dafür Regeln.

Dauerparkende Anhänger nehmen anderen Pkw häufig den Stellplatz weg. Foto: Ramona Theiss
Dauerparkende Anhänger nehmen anderen Pkw häufig den Stellplatz weg. Foto: Ramona Theiss

SPD-Stadtrat Walter Specht platzte in der jüngsten Sitzung des Kornwestheimer Gemeinderates der Kragen. Vor dem Salamanderareal stehe seit vier Wochen ein Anhänger – und zwar mit einem Boot drauf. Auf einer Straße in der Innenstadt habe er alleine 14 Anhänger gezählt, monierte er. Doch dieses Problem betrifft nicht nur Kornwestheim, wie eine Anfrage bei den Nachbarkommunen Ludwigsburg und Remseck ergeben hat.

„Es ist eine Zunahme von abgestellten Anhängern im öffentlichen Raum festzustellen“, teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung Ludwigsburg mit. Der städtische Vollzugsdienst achte bei seinen Kontrollen auch darauf. Eine genaue Zahl konnte die Stadt Ludwigsburg nicht nennen. Immerhin sind seit Beginn dieses Jahres bereits neun Anzeigen erstattet worden, weil die Anhänger ordnungswidrig abgestellt waren. Und das ist der Fall, wenn sie länger als zwei Wochen an einem Ort abgestellt worden sind. Wird die 14-Tage-Frist überschritten, kann der städtische Vollzugsdienst eine Ordnungswidrigkeitenanzeige gegen den Halter bei der Bußgeldstelle erstatten. Dann wird ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro fällig. Im Vorjahr sind bei der Stadt Ludwigsburg 19 Verfahren durchgeführt worden.

„Das ist ein Thema, das die Ordnungsbehörden immer beschäftigt“, so die Auskunft der Stadt Remseck. Eine saisonale Entwicklung gebe es vor und nach den Ferien, wenn Wohnwagen auf öffentlichen Parkflächen abgestellt würden. Auch diese fallen in die Kategorie Anhänger. Im Vorjahr sind in Remseck am Neckar zirka 60 Verstöße geahndet worden. Zwar verweist auch Gudrun Fretwurst, Sprecherin der Stadtverwaltung, darauf, dass im Rahmen der allgemeinen Überwachungstätigkeiten des städtischen Vollzugsdienstes Kontrollen durchgeführt werden. Um wie viele Anhänger es sich aktuell handelt, konnte sie allerdings nicht sagen. „Vereinzelt“ würden im Bereich von Gewerbebetrieben und in Wohngebieten Anhänger abgestellt. Abgeschleppt würden diese nur, wenn sie den Verkehr behindern.

„Es handelt sich um keine neue Entwicklung. Vielmehr verzeichnen wir schon seit Jahrzehnten, dass Anhänger über einen längeren Zeitraum im öffentlichen Raum abgestellt werden“, so Florian Zangl, Leiter des Fachbereichs Recht, Sicherheit und Ordnung in der Stadt Kornwestheim. Der steigende Parkdruck insbesondere in den Wohngebieten habe dazu geführt, dass dieses Thema in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus der Bürger, der Politik und der Verwaltung gerückt sei. „Der Vollzugsdienst kontrolliert regelmäßig und mit großem Zeitaufwand die abgestellten Anhänger im Stadtgebiet. Das zeigt, dass wir die Problematik konsequent angehen“, so Zangl weiter. Die Streife halte bei jedem Anhänger an, notiere den Ventilstand und nehme diesen entsprechend in einer Datenbank auf. Nach Ablauf der Frist führe das Team eine Nachkontrolle durch.

„Wer Kreidemarkierungen als Kennzeichnung des Vollzugsdienstes am Anhänger sucht, wird nicht fündig werden. Denn diese Art der Markierung ist anfällig für Manipulation“, so Zangl. Für die Bevölkerung sei es nicht offensichtlich, ob ein Anhänger überwacht oder der Eigentümer bereits verwarnt worden sei, da im Gegensatz zu angezeigten Fahrzeugen keine roten Hinweiszettel angebracht werden können. Aktuelle Zahlen konnte auch die Kornwestheimer Stadtverwaltung nicht nennen: „Die Zahl der Anhänger und Standorte wechselt täglich.“

Das Abschleppen der Anhänger ist auch dort die Ausnahme, meistens bleibt es bei der Anzeige einer Ordnungswidrigkeit. Das sei jährlich dutzende Mal der Fall. „In Einzelfällen benötigen die Eigentümer auch mehrere Verwarnungen, bis sie die Einsicht haben, ihren Anhänger an einen anderen Ort zu versetzen“, so Zangl. Ein Sonderfall ist Pattonville. Allein auf der John-F. Kennedy-Allee ist aktuell zirka ein Dutzend Anhänger geparkt. Hier verweist die Kornwestheimer Stadtverwaltung darauf, dass sie für den westlichen Parkstreifen zuständig sei. Der Parkstreifen auf der Ostseite befindet sich auf Remsecker Gemarkung.

Marion Blum
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