Hochschule
Ludwigsburg | 18. Juli 2017

Jetzt auf internationalem Kurs

Vor zehn Jahren gegründet, erhält die Akademie für Darstellende Kunst weitere Anerkennung – Finanzierung ist geklärt

In Ludwigsburg angekommen: Mit dem Tag der offenen Tür, den Gesprächsrunden am Montag mit prominenten Gästen (hier mit Maya Krishna Rao), mit Werkstatt-Aufführungen der Studenten und Aktionen wie beim Lichtkunstfestival.Foto: Wolschendorf/Stollenberg (1)/Akademie
In Ludwigsburg angekommen: Mit dem Tag der offenen Tür, den Gesprächsrunden am Montag mit prominenten Gästen (hier mit Maya Krishna Rao), mit Werkstatt-Aufführungen der Studenten und Aktionen wie beim Lichtkunstfestival.Foto: Wolschendorf/Stollenberg (1)/Akademie
In Ludwigsburg angekommen: Mit dem Tag der offenen Tür (links in der Maske), den Gesprächsrunden am Montag mit prominenten Gästen (hier mit Maya Krishna Rao), mit Werkstatt-Aufführungen der Studenten und Aktionen wie beim Lichtkunstfestival (Bild rechts).Fotos: Wolschendorf/Stollenberg (1)/Akademie
In Ludwigsburg angekommen: Mit dem Tag der offenen Tür (links in der Maske), den Gesprächsrunden am Montag mit prominenten Gästen (hier mit Maya Krishna Rao), mit Werkstatt-Aufführungen der Studenten und Aktionen wie beim Lichtkunstfestival (Bild rechts).Fotos: Wolschendorf/Stollenberg (1)/Akademie
In Ludwigsburg angekommen: Mit dem Tag der offenen Tür, den Gesprächsrunden am Montag mit prominenten Gästen (hier mit Maya Krishna Rao), mit Werkstatt-Aufführungen der Studenten und Aktionen wie beim Lichtkunstfestival. Fotos: Wolschendorf/Stollenberg (1)/Akademie
In Ludwigsburg angekommen: Mit dem Tag der offenen Tür, den Gesprächsrunden am Montag mit prominenten Gästen (hier mit Maya Krishna Rao), mit Werkstatt-Aufführungen der Studenten und Aktionen wie beim Lichtkunstfestival. Fotos: Wolschendorf/Stollenberg (1)/Akademie

Mal ist es der Theaterturm am Akademiehof, der Auswärtige begeistert. Mal ist es die überschaubare Größe der Einrichtung, die alljährlich 15 neue Studenten aufnimmt. Die Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK), oft auch kurz Theaterakademie genannt, hat etwas zu bieten und ist nach bald zehn Jahren Studienbetrieb längst schon in der Republik als Ausbildungsstätte etabliert. Jetzt macht sie einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft.

Die Akademie ist inzwischen in den großen Reigen der europäischen Hochschulen aufgenommen worden. Erst vor wenigen Tagen kam die Nachricht über die Akkreditierung, so die künstlerische Leiterin Elisabeth Schweeger. „Damit etabliert sich die Akademie auch international“, freut sie sich. Das steigert nicht nur das Renommee, die Studenten haben auch konkret etwas davon. Das Studium ist im Rahmen des Bologna-Prozesses – ein Verfahren, das zur Qualitätssicherung der Ausbildung an Universitäten beitragen soll – anerkannt. Zudem öffnet es die Tür zu internationalen Austauschprogrammen.

„Ein kleiner Schritt für die Welt, ein großer für uns“, stellt Schweeger bescheiden und doch stolz fest. Zumal diese Akkreditierung ziemlich aufwendig ist. Studiengänge und Lehre werden überprüft, es gibt Berichte und Gespräche vor Ort. Dazu gibt es einen Katalog an Hinweisen, die man beachten muss. „Vieles davon haben wir schon umgesetzt“, sagt die Direktorin. An manchem muss noch gearbeitet werden.

Was zeichnet die Akademie in Ludwigsburg aus? Gelobt haben die Vertreter des Akkreditierungsrats den interdisziplinären Ansatz in Ludwigsburg, die sehr praktische Orientierung und die Offenheit für Neues. Ein besonderes Merkmal ist auch die Zusammenarbeit mit der benachbarten Filmakademie Baden-Württemberg. Laut Gutachter müsse die Theaterakademie aber noch an der Lehre arbeiten, die Ausbildung sei zu sehr auf Mentoren bezogen. Auch muss die Akademie eine Evaluation einführen und sich in ihrer Arbeit selbst überprüfen – beispielsweise mehr Feedback bei ihren Studenten einholen.

Nach der Euphorie in der Gründungsphase der Akademie 2007 – den Semesterbetrieb nahm sie 2008/2009 auf – läuft nun die über die Landesstiftung ermöglichte Anschubfinanzierung aus. Das Land möchte die Einrichtung weiter unterstützen. Im Mai teilte das Wissenschaftsministerium mit, dass die Mittel jedoch nicht ausreichten, notfalls die ADK „abgewickelt“ werden müsse, wie Ministerin Thersia Bauer warnte. Inzwischen wurden für die Finanzplanung weitere Mittel angemeldet. Vorbehaltlich, dass der Landtag zustimmt, ist der Betrieb gesichert. Die Stadtverwaltung weist auf einen entsprechenden Beschluss des Ministerrats hin. Jetzt hat auch der Aufsichtsrat dem Vorgehen zugestimmt.

Das Land hat in Ludwigsburg angeklopft, und so ist auch die Stadt Ludwigsburg gefordert, wenn es um die finanzielle Absicherung der Einrichtung geht. Wie Oberbürgermeister Werner Spec jüngst mitteilte, hat die Stadt über sechs Jahre verteilt 1,5 Millionen Euro als Zuschuss zum Betrieb der Hochschule ausgegeben, also jährlich 250 000 Euro. Dies läuft aus. Das Geld, das für sechs Jahre gedacht war, hat also zehn Jahre lang ausgereicht. Nun will die Stadt für weitere fünf Jahre jeweils 150 000 Euro zuschießen.

Albert Geiger, Leiter des Referats Nachhaltige Stadtentwicklung, lobt die Akademie, die „im kulturellen Leben der Stadt angekommen ist“. Dass sie hier sei, sei ein Mehrwert für die Stadt. Er verweist auch auf die einmalige Konstellation von Theater- und Filmakademie in direkter Nachbarschaft in der Innenstadt. „Ludwigsburg hat sich hervorragend als Film- und Medienstandort entwickelt“, so CDU-Fraktionschef Klaus Herrmann bei der Beratung im Ausschuss für Wirtschaft, Kultur und Finanzen, die ADK sei ein wichtiger Teil davon. Für ihn war es klar, dass es bei der Anschubfinanzierung nicht bleiben wird.

„Die ADK ist ein Gewinn für Ludwigsburg“, lobt Michael Vierling (Grüne). Weil der bisherige Zuschuss gar nicht benötigt worden ist, seien die 150 000 Euro wohl ausreichend. Er verlangt, künftig detailliertere Einblicke in den Wirtschaftsplan zu bekommen. Eine Forderung, die auch die CDU erhebt.

Bedenken äußert die SPD. Laut Margit Liepins machen alle Ludwigsburger Hochschulen eine gute Arbeit, dies sei aber kein Grund, überall finanziell einzuspringen. An erster Stelle sei das Land gefordert. Dieses, so die ADK-Leiterin, übernehme den Großteil des Etats der Akademie, der rund drei Millionen Euro beträgt.

Hans-Peter Jans
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