Wochenmarkt
Hemmingen | 16. September 2017

Jubilar mit immer weniger Gästen

Seit 25 Jahren gibt es den Hemminger Markt, doch die Resonanz ist rückläufig – Samstagsmärkte andernorts erfolgreicher

Auf dem Hemminger Wochenmarkt gibt es ein breites Angebot von Gemüse über Eier bis zu Fleisch und Fisch. Die Händler klagen aber über zu wenig Kunden. Foto: Holm Wolschendorf
Auf dem Hemminger Wochenmarkt gibt es ein breites Angebot von Gemüse über Eier bis zu Fleisch und Fisch. Die Händler klagen aber über zu wenig Kunden. Foto: Holm Wolschendorf

Zumindest das Wetter war den Marktbeschickern hold: Pünktlich zum Beginn des Wochenmarkts am Freitagmittag hörte der Regen auf und die Sonne beschien den Alten Schulplatz in Hemmingen. Und auch die ersten Einkäufer ließen nicht lange auf sich warten, zeitweise gab es kleine Schlangen vor den Ständen mit Gemüse, Eiern oder Fleischwaren. Seit 25 Jahren sind die zeitlichen Abläufe gleich, das Jubiläum wird kommenden Freitag, 14 Uhr, mit einem Sektempfang der Gemeinde gefeiert. Schon vorab wurden im Amtsblatt die derzeit neun Beschicker vorgestellt.

Doch nur Grund zum Feiern gibt es nicht. „Der Markt ist mittlerweile deutlich reduziert“, so die Einschätzung von Marcus Bauer aus Vaihingen, der seit mehr als 20 Jahren in Hemmingen Käsespezialitäten anbietet, vor allem Bio-Ware und selbst gemachte Frischkäsevariationen. Zum Beginn sei an der Stelle, an der heute sein Wagen steht, ein etwa acht Meter langer Obst- und Gemüsestand gewesen, zudem habe es einen zweiten Eierstand gegeben, dazu zwei weitere Gärtnereien und der italienische Feinkosthändler sei noch jede Woche vertreten gewesen.

Ähnlich hatte das auch Wilfried Gentner (CDU) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik formuliert, als es darum ging, ob die Pfarrgasse zu den Marktzeiten weiterhin gesperrt bleiben soll – mit großer Mehrheit folgten die Mitglieder dann auch dem Vorschlag der Verwaltung, die Sperrung trotz der stärkeren Rückstaus beizubehalten. „Ich glaube, wir reden uns das schön“, sagte Gentner als Reaktion auf seine Vorredner, die die Sperrung beibehalten wollten und wie die Gemeindeverwaltung mit viel Fußgängerverkehr argumentierten. „Der Markt hat leider nicht mehr die Frequenz wie in anderen Orten.“ Eine Einschätzung, die am Freitagmittag so auch von Marcus Bauer kommt: „Es gibt viel weniger Besucher“, sagt er. Vor allem junge Kunden fehlen, ergänzt seine Frau Ildiko – vor allem angesichts der Neubaugebiete. „Ich bin entsetzt, dass der Markt nicht so angenommen wird. Dabei ist das ein so schöner Platz“, lobt sie, ebenso wie die Bemühungen der Gemeinde, die regelmäßig für den Einkauf werbe.

Doch auch wenn die Bauers den Markt als Ergänzung zu den Supermärkten sehen, so ist doch für viele andere Beschicker diese Konkurrenz Grund für den Rückgang. „Sobald der Aldi da war, war hier Feierabend“, erinnert sich Edda Rommerskirch am Stand von Gentner Obstbau, der seit der Anfangszeit auf dem Markt vertreten ist. Viele Beschicker hätten danach aufgehört – und auch ihren eigenen Stand wird es vermutlich nicht mehr lange geben. Es sei auch zu viel zu tun mit dem eigenen Hofladen, der gut frequentiert werde, berichtet sie. Und der Parkplätze direkt vor der Tür habe, was für viele Kunden ein wichtiger Aspekt sei.

Ulrike Frohwerk, die Obst und Gemüse, Marmelade, Salatsoßen, Dosenwurst und anderes Selbstgemachtes verkauft, ist erst seit ein paar Jahren auf dem Markt vertreten, doch auch sie spürt bereits den Rückgang. Sie wünscht sich, dass schon in den Kindergärten auf Themen wie regionale Produkte eingegangen wird. „Viele Kinder wissen ja gar nicht, wo etwas herkommt.“

Mehr Zuspruch in den großen Orten

Doch wie sieht es in der Umgebung aus? Eine ähnliche Reduzierung des Markts gibt es in Heimerdingen. Waren es dort freitagmorgens einmal drei Beschicker, so komme nun nur noch ein Metzgerwagen, berichtet der Ditzinger Stadtsprecher. Die Konkurrenz durch einen Supermarkt, aber auch umliegende Hofläden sei vermutlich zu groß. Anders sehe es dagegen in der Kernstadt aus, so Guido Braun. „Der Markt ist eingeführt und wird sehr rege besucht“, sagt er über den Samstagstermin. Ähnlich zufrieden ist man auch in Schwieberdingen, wo es seit mehr als 25 Jahren ebenfalls samstags Markt gibt. „Er hat sich etabliert“, heißt es im Rathaus.

„Erfreulicherweise seit Jahren konstant“, heißt es aus dem Korntal-Münchinger Rathaus über die Zahl der Beschicker für die Wochenmärkte in beiden Stadtteilen – donnerstags sind es etwa 15 an der Stadthalle, samstags etwa vier am Stiegelplatz.

Julia Schweizer
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