Entwicklungshilfe
Ludwigsburg | 13. November 2017

Kleine Schritte, große Wirkung

Es sind die kleinen Schritte, die in ihrer Summe Großes hervorbringen: Das zeigte sich am Wochenende, als Ludwigsburg, Montbéliard und Kongoussi/Zimtanga aus dem afrikanischen Burkina Faso in der Barockstadt eine bereits seit zehn Jahren dauernde Dreieckspartnerschaft feierten.

Festakt in Ludwigsburg: Neben Oberbürgermeister Werner Spec (Mitte) sind auch Montbéliards Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet sowie die Vertreter aus Burkina Faso, Oscar Sawadogo und Salifou Macaire Ouedrago, dabei. Fotos: Holm Wolschendorf
Festakt in Ludwigsburg: Neben Oberbürgermeister Werner Spec (Mitte) sind auch Montbéliards Bürgermeisterin Marie-Noelle Biguinet sowie die Vertreter aus Burkina Faso, Oscar Sawadogo und Salifou Macaire Ouedrago, dabei. Fotos: Holm Wolschendorf
vlnr: Abdoul Karim Zoungrana, Salifou Macaire Ouedrago, Oscar Sawadogo, Noelle Biguinet und OB Spec. 10 Jahre Kongoussi-Zimtana-Montbeliard-LB: Festakt im MIK (insgesamt 3 Termine, 1 Freitag, 2 Samstag) Foto: Holm Wolschendorf
vlnr: Abdoul Karim Zoungrana, Salifou Macaire Ouedrago, Oscar Sawadogo, Noelle Biguinet und OB Spec. 10 Jahre Kongoussi-Zimtana-Montbeliard-LB: Festakt im MIK (insgesamt 3 Termine, 1 Freitag, 2 Samstag) Foto: Holm Wolschendorf

Entweder wir Europäer helfen, die Probleme Afrikas zu lösen, oder die Probleme Afrikas kommen nach Europa: Die Aussage eines Zukunftsforschers im Jahre 2010 hinterließ bei Oberbürgermeister Werner Spec nachhaltigen Eindruck. Wie er in seiner Rede beim Festakt zum zehnjährigen Afrika-Engagement im MIK-Museum Revue passieren ließ, gab es noch weitere Gründe, auf diesem Gebiet aktiv zu werden: Spec rief in Erinnerung, dass der frühere Bundespräsident und Ludwigsburger Ehrenbürger Horst Köhler einst zu verstärktem Engagement für Afrika aufrief und überdies neue Impulse für die Belebung der deutsch-französischen Partnerschaft gesucht wurden. Ludwigsburg und Montbéliard, die vor mehr als 50 Jahren die erste deutsch-französische Städtepartnerschaft begründeten, nahmen die Herausforderung an und starteten vor zehn Jahren mit ihrem Afrika-Engagement in der Stadt Kongoussi sowie der benachbarten ländlichen Kommune Zimtanga. Über den Förderkreis Burkina Faso, dem anfangs der frühere Ludwigsburger OB Dr. Otfried Ulshöfer vorstand und dessen Pioniereinsatz OB Spec und die afrikanischen Partner ausdrücklich würdigten, wurden Einzelprojekte gezielt angepackt und neue Vorhaben konnten jetzt im Rahmen einer vom Bund mit 400 000 Euro bezuschussten Klimapartnerschaft gestartet werden.

„Der Klimawandel hat längst begonnen und es liegt an uns, ob es gelingt die Auswirkungen für die Menschen erträglich zu machen, sonst nimmt die Zahl der Flüchtlinge ganz andere Ausmaße an“, sagte Spec. Er dankte vor allem auch Ludwigsaburgs französischer Partnerstadt Montbéliard, die trotz Sparmaßnahmen die Hilfe für Burkina Faso fortsetzt.

„Wir haben bereits greifbare Ergebnisse erzielt, aber wir sind uns darüber bewusst, dass die Begleitung langfristig und nachhaltig erfolgen muss“, betonte die Bürgermeisterin von Montbéliard, Marie-Noelle Biguinet.

Gerade vor dem Hintergrund autoritärer und populistischer Trends sowie den Auswirkungen des globalen Kapitalismus und des Terrorismus rief die Bürgermeisterin dazu auf, sich mehr denn je von Solidarität und Brüderlichkeit leiten zu lassen. „Ich hoffe, dass diese wenigen Steine eines großen Gebäudes dazu beitragen, dass es der Bevölkerung in Afrika besser geht, denn kein Mensch verlässt gerne seine Familie und sein Land, um zu überleben“, betonte die Biguinet.

Ein Mann der ersten Stunde dieser besonderen Partnerschaft ist Oscar Sawadogo von der Association Zood Nooma, eine Nichtregierungsorganisation die Entwicklungsprojekte durchführt. Laut Savadogo war es aufgrund der Kooperation in den letzten zehn Jahren möglich, ein Schule mit Latrinen zu bauen, die wirtschaftliche Situation der Frauen durch Gemüseanbau und Minikredite zu verbessern, ein Berufsbildungszentrum zu errichten und ein Uferschutzprojekt für den Bam-See als größtes natürliches Wasserreservoir von Burkina Faso zu starten. „Heute profitieren unsere Kommunen von der Unterstützung, damit wir uns den Herausforderung stellen können, die der Klimawandel mit sich bringt“, so Sawadogo. Der Bürgermeister von Zimtanga, Salifou Macaire Ouedrago nannte eindrucksvolle Zahlen: Die Dreieckspartnerschaft trägt bereits zu 30 Prozent am kommunalen Entwicklungsplan bei, der Trinkwasserbedarf der Bevölkerung kann zu mehr als 80 Prozent gedeckt werden und 17 Prozent der Bevölkerung haben inzwischen Zugang zu sanitären Einrichtungen.

Wie lebendig diese Zusammenarbeit ist und welche Früchte sie trägt, zeigte eine eindrucksvolle Filmpräsentation. Zum Abschluss des offiziellen, von Bassist Thomas Stabenow und dem Trompeter Claus Löhr umrahmten Festaktes trugen sich die Bürgermeisterin aus Montbéliard sowie die Teilnehmer der Delegation aus Burkina Faso ins Goldene Buch der Stadt ein.

Angelika Baumeister
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