Bundesstraße
Kirchheim | 21. April 2018

Kommune will einen Kreisverkehr

Die Kreuzung der B 27 mit der Landesstraße 2254, dem sogenannten Ewigkeitssträßle, hat es in sich: Alleine in den vergangenen Wochen hat es zwei schwere Unfälle mit neun Verletzten gegeben. Die Gemeinde Kirchheim will deshalb bei den zuständigen Behörden einen Kreisverkehr beantragen. Ob der Wunsch erhört wird, bleibt abzuwarten.

Gefährlich: An dieser Bundesstraßenkreuzung bei Kirchheim passieren immer wieder Unfälle – so auch am Freitagvormittag. Foto: Oliver Bürkle
Gefährlich: An dieser Bundesstraßenkreuzung bei Kirchheim passieren immer wieder Unfälle – so auch am Freitagvormittag. Foto: Oliver Bürkle

Nur wenige Stunden nachdem sich der Gemeinderat am Donnerstagabend mit dem Antrag auf Umbau beschäftigt hat, hat es an der vielbefahrenen Kreuzung wieder gekracht. Diesmal allerdings ist es nach Polizeiangaben bei einem Blechschaden geblieben. Doch auf der Bundesstraße, auf Höhe der Obsthalle, kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. „Auch in den Vorjahren hat es dort immer wieder Unfälle gegeben“, sagte Bürgermeister Uwe Seibold. Pro Tag passieren jeweils rund 5000 Autos – sowohl aus Richtung Kirchheim als auch von Lauffen kommend – den Abschnitt zwischen der Landesstraße und Kirchheim. „Die Kreuzung ist nur bedingt gut einsehbar“, erklärte Seibold. Zwar sei dort nur Tempo 70 erlaubt, aber die Streckenführung lasse es zu, „durchaus mit hohem Tempo in die Kreuzung einzufahren“.

Da der Schwerverkehr aus Richtung Bönnigheim nicht die in der Nähe befindliche Brackenheimer Straße nutzen darf, sondern über die Kreuzung Landesstraße 2254/B 27 geleitet wird, verschärft sich die Gefahr. „Dies stellt insbesondere auch mit den landwirtschaftlichen Fahrzeugen in diesem Weinbaugebiet erhebliche Sicherheitsprobleme dar“, schreibt Stefan Wammetsberger vom Ingenieurbüro Koehler und Leutwein, der sich die Kreuzung im Auftrag der Gemeindeverwaltung angeschaut hat. Und weiter: Aus verkehrlicher Sicht und insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit sollte ein Umbau der Einmündung erfolgen, „um hier die vorherrschenden Gefahrenpunkte nachhaltig zu verbessern“. Ein Kreisverkehr könnte an dieser Stelle leistungsfähig betrieben werden.

Würde ein Kreisverkehr – Außendurchmesser: 45 Meter – gebaut, könnten nicht nur die B 27 und die Landesstraße damit angebunden werden, sondern auch die Obsthalle. Das hätte den Vorteil, dass die Zu- und Abfahrten der Feldwege, von denen es zwei in diesem Abschnitt gibt, zurückgebaut werden könnten.

Falls der Kreisverkehr tatsächlich Realität wird, könnte in einem zweiten Schritt darüber nachgedacht werden, die steile Brackenheimer Straße zur reinen Anliegerstraße zu machen. Auch dort gebe es immer wieder Konfliktsituationen. „Das müsste noch reiflich überlegt und Vor- und Nachteile abgewogen werden“, betonte Seibold. Zunächst geht es erst einmal darum, den Kreisverkehr voranzubringen.

Geht es nach der Kommune, stünde einem Bau nichts im Wege. Doch da es sich hier um eine Bundes- und um eine Landesstraße handelt, sind das Regierungspräsidium Stuttgart und das Landratsamt Ludwigsburg zuständig. Ein Kreisverkehr auf Bundesstraßen ist grundsätzlich möglich, dennoch ist offen, wie sich die Behörden entscheiden. Seibold: „Vielleicht rennen wir offene Türen ein, vielleicht auch nicht.“ Die Unfallzahlen sprächen aus seiner Sicht dafür, dass etwas getan werden müsse. Sicher sei, dass die Umsetzung und die Bereitstellung der Bundesmittel einen gewissen Vorlauf bräuchten. Der Bürgermeister rechnet mit mindestens zwei Jahren. Wenn dem Antrag zugestimmt werde, werde es noch einige Besprechungen geben müssen.

Von den Gemeinderäten gab es durchweg Zustimmung zu den Plänen. „Ich finde die Idee gut“, sagte Hubert Deisinger (WGK). Es sei immer wieder „kitzelig“, von der Landesstraße auf die Bundesstraße einzufahren, da gebe es viel Gefahrenpotenzial. Er befürworte die Planung. Fraktionskollegin Petra Bohnenstingl schloss sich an: „Ich kann mir nichts besseres vorstellen.“ Ein Kreisverkehr hätte nur Vorteile. Auch Erich Schneider (CDU) steht dem Vorschlag positiv gegenüber; mit dem Kreisverkehr Brackenheimer Straße/L 2254 habe man auch nur gute Erfahrungen gemacht. Der Gemeinderat schloss sich am Donnerstagabend dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig an. Das heißt, die Kommune stellt jetzt einen förmlichen Antrag für den Bau eines Kreisverkehrs.

Dorothee Kauer
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