Feuerwehreinsätze
Kornwestheim | 16. August 2017

Kornwestheimer Wehr fährt mehr

Brände, Rauchwarnmelder, Tierrettungen, Ölspuren, Unfälle – das Einsatzspektrum der Feuerwehren im Landkreis Ludwigsburg ist groß. Eine der 39 Wehren scheint es dieses Jahr besonders hart zu erwischen: „Wir mussten bis Ende Juli schon so viele Einsätze fahren wie sonst bis Ende September, Anfang Oktober“, sagt Matthias Häußler, Kommandant der Kornwestheimer Feuerwehr. Warum das so ist, kann er sich nur bedingt erklären.

Die Kornwestheimer Feuerwehr im Einsatz: Die Anzahl der Alarmierungen ist dort in diesem Jahr enorm hoch. Fotos: privat
Die Kornwestheimer Feuerwehr im Einsatz: Die Anzahl der Alarmierungen ist dort in diesem Jahr enorm hoch. Fotos: privat

„Wenn man 2013 als Ausreißerjahr mal außen vor lässt, kommen wir sonst pro Jahr auf etwa 200 Einsätze“, rechnet Häußler vor. Anfang August seien es bereits 160 gewesen. „Und da lagen noch knapp fünf Monate vor uns“, wundert sich der Kornwestheimer Feuerwehr-Kommandant über die vielen Alarmierungen, zumal es in diesem Jahr bislang keine großen Hitzewellen oder Überschwemmungen gab. Ein Blick auf seine Einsatzstatistik macht ihn auch nicht schlauer. Egal, ob Brände, Türöffnungen, Unfälle oder andere Einsätze – die Kurve zeigt allenthalben nach oben. „Überall ist ein Häufchen dazugekommen, so dass es in der Summe einfach viel mehr geworden ist“, sagt Häußler.

In Kornwestheim gebe es viele Industriebetriebe mit Brandmeldeanlagen. „Das waren allein schon 41 Einsätze in diesem Jahr“, nennt der Kommandant ein Beispiel. Dabei habe er schon 2016 gemeinsam mit der Stadtverwaltung dafür gesorgt, dass in drei Betrieben die alten Linearmelder ersetzt wurden, was die Fehlalarme deutlich reduziert hätte. Auch im Bereich der Türöffnungen sei die Kornwestheimer Wehr deutlich öfter (32-mal) als sonst gerufen worden. „Es gibt immer mehr ältere Menschen“, sagt Häußler. Damit steige auch die Zahl hilfloser Personen, denen die Floriansjünger die Tür öffnen müssen. In den vergangenen Wochen hätten zudem die Flächenbrände aus Stoppeläckern zugenommen, und Rauchmelder in privaten Wohnungen und Häusern würden ebenfalls für immer mehr Einsätze sorgen. Bereits 13-mal musste die Wehr dieses Jahr wegen Rauchmeldern ausrücken. Doch das lag nicht immer an Qualm und Feuer. Mitunter sorgen laut Häußler auch defekte Geräte und leere Batterien für laut piepsende Rauchmelder. Und dann ist da noch das Kultur- und Kongresszentrum K, wo die Wehr bei jeder Aufführung zwei Einsatzkräfte für die Brandsicherheitswache abstellen muss. Insgesamt 2431 Einsatzstunden hat die Kornwestheimer Feuerwehr 2016 absolviert. Stand 8. August dieses Jahres waren es bereits 1970. „Das ist schon ordentlich“, sagt Häußler.

Doch wie verhält es sich bei den anderen Wehren? Mehren sich die Einsätze im gesamten Kreisgebiet? „Das kann ich so nicht bestätigen“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Korz aus Vaihingen. In den vergangenen Jahren hatten wir gleichbleibend etwa 5000 Einsätze pro Jahr. In 2017 seien es bislang hundert Einsätze mehr als vergangenes Jahr um diese Zeit gewesen. „Das gleicht sich allerdings bis zum Jahresende wieder aus“, ist sich Korz sicher. Wenn Kornwestheim mit vielen Alarmen herausrage, gebe es dafür woanders weniger.

Korz räumt allerdings ein, dass in gewissen Bereichen mehr Einsätze zustandekommen als früher. Weil immer mehr gewerbliche Unternehmen mit Brandemeldeanlagen ausgestattet sind, würde es dort auch vermehrt zu Fehlalarmen – die Feuerwehr spricht von Täuschungsalarmen – kommen. Ein solcher wird etwa durch starken Wasserdampf ausgelöst. Und: Seit Einführung der Rauchmelderpflicht in privaten Räumen müsse die Feuerwehr deutlich öfter wegen entsprechender Alarme aktiv werden. Die Geräte hätten den Vorteil, dass mit ihnen so mancher Brand verhindert werden kann, weil die Wehr frühzeitig vor Ort ist. Eine eklatante Zunahme verzeichnet der stellvertretende Kreisbrandmeister bei den Not-Türöffnungen bei hilflosen alten Personen. Dies liege unter Umständen an den Familienmitgliedern, die mittlerweile eher auswärts wohnen als noch im Ort.

Dagegen muss die Feuerwehr im Landkreis Ludwigsburg inzwischen nicht mehr so oft zu schweren Verkehrsunfällen ausrücken, weil die Sicherheit der Autos zugenommen hat, wie Thomas Korz sagt: „Die Unfallopfer sind nicht mehr so oft eingeklemmt wie noch vor zehn bis 20 Jahren.“

Frank Elsässer
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