SChäferlauf
Markgröningen | 19. April 2018

Kulturerbe-Status rückt näher

Die Landesregierung unterstützt das Ziel der Schäferlaufstädte Markgröningen, Bad Urach und Wildberg, ins nationale Verzeichnis für das immaterielle Kulturerbe aufgenommen zu werden. Das letzte Wort haben allerdings die Unesco und der Bund. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im Herbst.

Königspaar beim Markgröninger Schäferlauf: Das Heimatfest hat jetzt einen großen Schritt auf dem Weg zum Kulturerbe-Status zurückgelegt. Foto: Ramona Theiss
Königspaar beim Markgröninger Schäferlauf: Das Heimatfest hat jetzt einen großen Schritt auf dem Weg zum Kulturerbe-Status zurückgelegt. Foto: Ramona Theiss

Am Dienstag erreicht ein Schreiben aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst das Markgröninger Rathaus, das für freudige Erregung sorgt. Absenderin ist die Ministerialdirigentin Claudia Rose. Der Inhalt: Eine Landesjury bewertet die Bewerbung der drei Schäferlaufstädte, Unesco-Kulturerbe zu werden, positiv und leitet sie an die Kultusministerkonferenz weiter. In einer Sondersitzung des Gemeinderats sagt Bürgermeister Rudolf Kürner am selben Abend: „Wir haben eine wichtige Hürde genommen.“ Das Kommunalparlament spendet dazu Beifall.

Seit rund einem Jahr bastelt Markgröningen gemeinsam mit den beiden anderen baden-württembergischen Schäferlaufstädten Bad Urach und Wildberg an dem Plan, auf die bundesweite Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes zu kommen. Darauf stehen knapp 70 kulturelle Ausdrucksformen wie Tanz, Theater, Musik, Naturheilkunde oder Handwerkstechniken. Sollte für Markgröningen und seine Partner alles weiter so glatt laufen wie bisher, würden die Schäferläufe künftig in einer Liga mit der Morsetelegrafie oder der schwäbisch-alemannischen Fastnacht spielen. International würden sich die Schäferläufe auf Augenhöhe mit dem Tango bewegen.

Die wegweisende Idee kam Kürner und seinen Amtskollegen Ulrich Bünger und Elmar Rebmann bei einem gemeinsamen Mittagessen. So hat es Kürner einmal unserer Zeitung erzählt. „Wir sind gut befreundet und tauschen uns regelmäßig aus“, sagt der Rathauschef.

Im Oktober unterzeichnen die drei dann unter Stuck im Markgröninger Ratssaal ihre Bewerbung und schicken sie ins Ministerium. Auf 16 Seiten führen sie aus, was den Schäferlauf und sein Programm besonders macht. In Markgröningen reicht die Tradition bis ins 15. Jahrhundert zurück, in Bad Urach auf der Alb stieg das erste Volksfest dieser Art im Jahr 1723.

Dort hat Bürgermeister Elmar Rebmann bereits Erfahrungen mit ähnlichen Gütesiegeln gesammelt. Die Unesco hat die Eiszeithöhlen und das Biosphärengebiet aus Streuobstwiesen, Wacholderheiden und Buchenwäldern berücksichtigt. „Die Labels haben dafür gesorgt, dass unsere Region bekannter geworden ist“, sagt Rebmann. „Mit den Schäferläufen wollen wir jetzt noch einen draufsetzen.“

Bis dahin ist Geduld gefragt, das bringt auch die Stuttgarter Ministerialdirigentin Rose in ihrem zweiseitigen Schreiben zum Ausdruck. Zwar hat die Landesjury, in der zwei Professoren aus Tübingen und Freiburg sitzen sowie ein Abteilungsleiter des württembergischen Landesmuseums, dem Schäferlauf eine herausragende kulturelle Bedeutung und identitätsstiftende Wirkung attestiert. Grünes Licht müssen allerdings die Kultusministerkonferenz, Experten der Unesco und ein Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien geben. Das könnte in diesem Herbst passieren.

Der Optimismus, bei der Unesco tatsächlich zum Zug zu kommen, ist in den drei Schäferlaufstädten in diesen Tagen allerdings noch ein bisschen größer als ohnehin schon geworden.

Philipp SChneider
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