Vollernter
sachsenheim | 09. September 2017

Maschinelle Hilfe in steilen Weinbergen

Neuartiger Vollernter erstmals im Kirbachtal im Einsatz – Künftig im Lohnverfahren unterwegs

Weingärtner Max Vollmer mit dem neuartigen Steillagen-Vollernter, der die Handarbeit in steilen Lagen ersetzen kann.Foto: Alfred Drossel
Weingärtner Max Vollmer mit dem neuartigen Steillagen-Vollernter, der die Handarbeit in steilen Lagen ersetzen kann.Foto: Alfred Drossel

Premiere im Häfnerhaslacher Heiligenberg: Erstmals wurden dort Acolon-Trauben mit einer Maschine geerntet. Zum Einsatz kam der weltweit erste Steillagen-Vollernter, der eine Steigung von bis zu 75 Prozent schafft. Das mehr als 200 000 Euro teure Gerät soll im Lohnverfahren der Agrardienstleister Vollmer und Vogel allen Wengertern zur Verfügung stehen.

Die neue Maschine wird als „Revolution im Weinberg“ gefeiert. Bisher gibt es zehn solcher Vollernter weltweit. Das von der Firma Hoffmann Landmaschinen aus Piesport/Mosel entwickelte Gerät wurde mit dem Innovationspreis 2016 ausgezeichnet. Die Fachjury bewertete die marktreife Entwicklung des Steillagen-Vollernters als herausragende Innovation für den Steillagenweinbau. Herkömmliche Vollernter sind Steillagen nicht gewachsen.

Von den Wengertern wird diese neue Entwicklung mit großem Interesse beobachtet. Haben sie doch immer mehr Probleme, Erntehelfer für die Weinlese zu finden. Der Trauben-Vollernter braucht vier bis fünf Stunden, um eine ein Hektar große Fläche abzuernten. Ein Dutzend Lesehelfer würde dafür einen Tag benötigen.

„Die Ernte ist deutlich günstiger als die Handlese und daher auch wirtschaftlich“, betont Roland Holbach vom Hersteller der Maschine. Er schätzt, dass der Vollernter die Erntekosten halbiert. Für die Wengerter am Stromberg ist die Neuentwicklung interessant, haben ihre Weinberge doch alle eine gehörige Schräglage. Keine Lösung dagegen ist der Vollernter für die terrassierten Weinberge.

Der Vollernter ist als Anbaugerät auf ein Raupen-Mechanisierungs-System aufgebaut. Er ist kompakter und leichter als herkömmliche Maschinen. Mit der Neuentwicklung kann man in Steilhängen mit einer Neigung bis zu 75 Prozent lesen. Da die Maschine nur eine Fahrgasse benötigt, kann sie sogar breite Terrassenweinberge mit Zufahrten abernten.

Die Hochschule in Geisenheim hat eine Untersuchung durchgeführt, um die Lesetechnik der Steillagenvollernter mit den aktuellen Anforderungen an eine schonende Traubenlese zu bewerten. In diesem Vergleich nahm der neue Steillagen-Vollernter eine Spitzenposition ein. Hierzu wurden die Mengenverluste beim Lesegut untersucht und die mechanische Belastung der Trauben durch die Maschinenlese anhand verschiedener analytischer Parameter erfasst.

Das Ergebnis: Der Steillagen-Vollernter hat geringere Mengenverluste als andere Maschinen. Außerdem sei das Lesegut eines Steillagen-Vollernters ähnlich gut zu bewerten wie die Trauben der Handlese.

Max Vollmer, der erst jüngst mit seinem Vater Roland den Bietigheimer Weinbaubetrieb nach Spielberg verlegt hat und dort auch das Gasthaus Ochsen betreibt, ist zuversichtlich, mit dem Steillagen-Vollernter den richtigen Weg gewählt zu haben.

von alfred drossel
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