Verkehrsleitung
Ludwigsburg | 18. Juli 2018

Mehr freie Fahrt für freie Bürger?

LED-Lampen, ein Taster für Menschen mit Sehbehinderung, Warntöne, Busbeschleunigung sowie Induktionsschleifen und Kameras: Ludwigsburg bekommt neue Ampeln. Besser abgestimmt sollen sie sein und mehr Komfort für alle Verkehrsteilnehmer bieten. Zwei Drittel der Anlagen in der Stadt sind bereits umgerüstet.

An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans
An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans
An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans
An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans
An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans
An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans
An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans
An der Kreuzung Oststraße/Fuchshofstraße werden neue Ampelanlagen als Teil der Modernisierungsmaßnahme installiert. Fotos: Holm Wolschendorf/ans

Seit Ende 2017 werden die Ampelanlagen in der Stadt modernisiert. Torsten Conte, zuständig für Signalanlagen, Parkscheinautomaten und Parkleitsysteme beim Fachbereich Tiefbau und Grünflächen der Stadt, ist gespannt auf das Ergebnis. Bis Ende 2019, spätestens Anfang 2020 sollen alle 120 Ampeln der Stadt auf dem neusten Stand der Technik sein. Bisher haben sie laut Conte zwei Drittel davon geschafft. „Wir arbeiten vom Großen ins Kleine“, sagt er. Unter dem verbliebenen Drittel seien viele kleinere Fußgängerampeln. Ziel der Modernisierung ist eine bessere Abstimmung zwischen den Anlagen und damit eine geringere Wartezeit für die Verkehrsteilnehmer. Die Verkabelung der Anlagen sei an vielen Stellen in der Stadt zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen und somit anfällig für Störungen. „Eine Erneuerung ergab Sinn“, so Conte.

Die neuen Ampeln verfügen über ein eigenes Steuergerät, das wiederum mit dem neuen Verkehrsrechner der Stadt verbunden ist (wir berichteten). Je nach Verkehrsaufkommen beziehungsweise der Tageszeit kann der Rechner dann unterschiedliche Programme ablaufen lassen, um die Ampeln gezielt zu steuern und so ein möglichst optimales Fließen des Verkehrs zu gewährleisten. Die Fahrzeuge werden durch im Boden liegende Induktionsschleifen, die erkennen, wenn ein metallischer Gegenstand über sie fährt, oder über Kameras (siehe Infokasten) registriert und im System angemeldet. Wenn jemand also aus der Fuchshofstraße an die Oststraße fährt, wird er vom System vorgemerkt und bekommt dann bei der nächsten Gelegenheit Grün. Umgekehrt heißt das, solange sich niemand aus den Seitenstraßen anmeldet, erhalten die Fahrer auf der Oststraße freie Fahrt.

„Das Ziel ist die Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer, einschließlich Fußgänger und Radfahrer“, betont Torsten Conte. Nachdem die Bauarbeiten abgeschlossen sind, müssen die Programme für die Ampelschaltung „feinjustiert werden“, erklärt Conte. Wie diese im Detail geschaltet werden, hinge vom Verkehrsaufkommen vor Ort ab. „Je mehr Fahrzeuge auf der Straße sind, desto höher sind die Umlaufzeiten“, sagt Conte. Das heißt, um möglichst viele Autos auf der Hauptverkehrsader wegzubekommen, wird die Grünphase dementsprechend verlängert.

Mit den neuen Ampelanlagen wird auch die Busbeschleunigung in Ludwigsburg ausgebaut. Dabei signalisieren die Busse über einen GPS-Sender im Fahrkartendrucker ihre Position an die Ampel: in 400 Meter Abstand, in 200 Meter Abstand und noch einmal, wenn sie darübergefahren sind. Meldet sich ein Bus im System an, schaltet sich ein spezielles Programm ein, das die Busse bevorzugt. Davon profitierten natürlich auch die Autofahrer, sagt Conte, denn die könnten über die gleiche Grünphase fahren. „In Absprache mit der LVL wird zukünftig die Linie 433 entlang der Oststraße und die Linie 421 am Knotenpunkt Oststraße/Hindenburgstraße beschleunigt“, erklärt er. Auf der Schorndorfer Straße bestünde schon seit längerem eine Busbeschleunigung.

Auch für Radfahrer und Fußgänger soll es in Zukunft schneller vorangehen. Wer zu Fuß an eine Ampel kommt, meldet sich wie gewohnt per Druck auf den Ampelschalter im System an, jedoch soll das Grün für Fußgänger nun besser abgestimmt sein. Für Radfahrer gibt es ein Extra: Die Fahrradampel am Berliner Platz entlang der viel befahrenen Ost-West-Achse wird mit Induktionsschleifen versehen. Die Schleifen befinden sich in 40 bis 50 Meter Entfernung zur Ampel. „Für eine frühzeitige Erfassung“, erklärt Conte. Um die Fahrtrichtung zu ermitteln, sind zwei dieser Sensoren kurz hintereinander in den Radweg eingebaut. Damit meldet sich auch der Radfahrer an der Kreuzung an und wird in der Ampelschaltung berücksichtigt. Diese Information liege dann dem Steuergerät vor, sagt Conte. „Durch die Schleife ist der Radfahrer früher im System, da er nicht erst beim Drücken des Schalters an der Ampel erfasst wird.“ Den Schalter werde es aber weiterhin geben, falls jemand an der Schleife vorbeifährt oder von der anderen Straßenseite kommt. „Im besten Fall gibt es für den Radfahrer dann direkt Grün“, sagt Conte. Allerdings nur in Abstimmung mit den anderen Verkehrsteilnehmern, die sich an der Kreuzung „angemeldet“ haben. „Da kommt ein gewisser Strauß an Buntem zusammen“, sagt Conte über die Abstimmung zwischen den Bedürfnissen von Autos, Bussen, Radfahrern und Fußgängern. Wie genau es am Ende ablaufe, sehe man aber erst, wenn alles fertig ist.

Andreas Schmaltz
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