Stoppelfeld
Markgröningen | 28. August 2017

Neue, alte Schäferlaufkönige gekürt

Lisa Link-Wohlfahrt und Daniel Erhardt haben ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigt und als schnellste die 300 Schritt lange Strecke auf dem Stoppelfeld hinter sich gebracht. Und das gegen größere Konkurrenz.

Sie haben die Konkurrenz abgehängt: Lisa Link-Wohlfahrt setzte sich gegen zehn andere Schäfermädchen durch, Daniel Erhardt ließ fünf andere hinter sich.Fotos: Ramona Theiss
Sie haben die Konkurrenz abgehängt: Lisa Link-Wohlfahrt setzte sich gegen zehn andere Schäfermädchen durch, Daniel Erhardt ließ fünf andere hinter sich.Fotos: Ramona Theiss

Wer im vergangenen Jahr beim Markgröninger Schäferlauf zu Besuch war, dürfte am vergangenen Wochenende ein Déjà-vu gehabt haben. Die tropischen Temperaturen waren dieselben, zudem begann der Fest-Samstag wieder mit dem traditionellen Wecken, der Abholung des Landrats und dem Festzug durch die Innenstadt, unterbrochen durch den ökumenischen Gottesdienst, der dann weiter zum Stoppelfeld führte. Und auch dort bestand das Hauptprogramm aus den Wettbewerben und einem Auszug aus dem Festspiel „Der treue Bartel“ über die Historie des Schäferlaufs. Wie gehabt – und wie sollte es bei einer seit Jahrhunderten bestehenden Traditionsveranstaltung auch anders sein.

In diesem Jahr aber reihte sich noch etwas in die Liste des Bekannten ein: Die Namen der neuen Schäferlaufkönige. Wie schon 2016 siegten die 17 Jahre alte Lisa Link-Wohlfahrt aus Balingen und Daniel Erhardt (21) aus Birkenzell im Ostalbkreis, der sich den Titel zum dritten Mal geholt hat, ebenso wie zuvor schon beim Schäferlauf in Bad Urach. Beide kamen gleich vom Start gut weg und rannten als schnellste barfuß über die 300 Schritt lange Strecke mit den „bösen Stoppeln“, wie es ein Tourist aus dem Norddeutschen beim ersten Anblick formuliert.

Die Konkurrenz war vor allem bei den Mädchen groß. Elf Teilnehmerinnen und damit drei mehr als 2016 wollten sich die Krone holen. Und obwohl Lisa Link-Wohlfahrt schon kurz nach dem Start deutlich in Führung ging, wollte keine der anderen so recht aufgeben – bis fast übers Ziel hinaus. Kathrin Hagenlocher aus Bad Wildbad (Rang zwei) und Nicole Herb aus Bad Überkingen prallten dort auf die Erstplatzierte, teilweise aufgefangen und abgebremst von wartenden Helfern.

Nicht ganz so stürmisch waren dagegen die sechs Männer – einer mehr als im Vorjahr. Die Teilnehmer, die einige Schritte nach Erhardt ins Ziel kamen, bremsten deutlich früher ab. Auf Platz zwei landete Nico Wohlfarth aus Metzingen, gefolgt von Ruben Raschhofer aus Undingen.

Fast so schnell wie der Lauf selbst war dann auch die anschließende Krönung. Denn wo Landrat Rainer Haas 2016 drei Anläufe gebraucht hatte, bis die noch der Vorjahressiegerin angepasste Krone auf dem Kopf der neuen Gewinnerin saß, klappte es diesmal bei Lisa Link-Wohlfahrt beim ersten Mal. Viel Erfahrung können sie und der neue, alte König aber auch über ihre Titelverteidigung hinaus vorweisen. Für Wohlfahrt war es die vierte Teilnahme am Wettbewerb, und auch Daniel Erhardt ist dem Schäferlauf nicht nur über seine nun drei Titel verbunden. Schon seine beiden Brüder und sein Vater haben den Lauf jeweils drei Mal gewonnen, zudem machte sein Vater beim Leistungshüten mit, und sein Sohn Daniel legte in diesem Jahr nach (wir berichteten). Trainieren tun die beiden amtierenden Könige übrigens nicht extra für den Schäferlauf. „Ich spiele Fußball, mehr nicht“, so seine Antwort auf sein Erfolgsrezept. Ein Sport, den auch die neue, alte Königin betreibt – und ab und zu einem Schaf hinterher laufe, sagte sie.

Doch genau das ist auch der Hintergrund des Spektakels. Denn der Schäfernachwuchs soll beweisen, dass er ein entlaufenes Schaf einfangen kann – barfuß, denn die armen Hirten konnten sich früher eben keine Schuhe leisten. Festgehalten wurden diese Bedingungen schon in der Schäferordnung von 1651. Und auch, dass es zur Belohnung ein Schaf gibt.

Bei aller Tradition, die gerade der Wettkampftag wieder gesehen hat: Zumindest eines wird im kommenden Jahr neu sein. Denn dann ist Daniel Erhardt für eine erneute Teilnahme zu alt. Und es wird tatsächlich einen neuen Schäferkönig geben.

Julia Schweizer
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