Tripsdrill-Erweiterung
Freudental/Cleebronn | 18. Mai 2018

Räte zweifeln Verkehrszahlen an

Der Freizeitpark Tripsdrill soll eine zusätzliche Achterbahn bekommen, um so für die Besucher attraktiv zu bleiben. Doch die Freudentaler Gemeinderäte fürchten durch die neue Attraktion mehr Verkehr – der auch durch ihren Ort fahren wird. Sie wollen deshalb, dass die Verkehrsströme untersucht werden.

Seit dem Jahr 2008 sorgt die Holzachterbahn „Mammut“ für Nervenkitzel bei den Tripsdrill-Besuchern. Archivfoto: Alfred Drossel
Seit dem Jahr 2008 sorgt die Holzachterbahn „Mammut“ für Nervenkitzel bei den Tripsdrill-Besuchern. Archivfoto: Alfred Drossel

Seit dem Jahr 2013 sorgt die Katapultachterbahn „Karacho“ für Nervenkitzel bei den Tripsdrill-Besuchern, schon seit 2008 gibt es die Holzachterbahn „Mammut“. Jetzt soll eine neue Attraktion hinzukommen: Geplant ist eine Achterbahn mit einer Höhe von 22 Metern, die bereits zu Saisonbeginn 2019 in Betrieb gehen könnte. Ein weiteres Fahrgeschäft mit einer Höhe von bis zu 31 Metern ist für 2020 vorgesehen. Auf den Ausweichparkplätzen neben dem Haupteingang könnten die künftigen Attraktionen des Freizeitparks stehen, die Flächen sind bereits im Besitz der Betreiber-Familie Fischer.

Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan hat der Cleebronner Gemeinderat, auf dessen Gemarkung Tripsdrill liegt, bereits beschlossen. Im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung dürfen sich nun aber auch die Freudentaler zu den Plänen äußern: Und die stehen der Erweiterung skeptisch gegenüber – vor allem mit Blick auf die Verkehrszahlen. So rechnet die Betreiberfamilie durch die neuen Attraktionen nicht mit zusätzlichen Besuchern und damit auch nicht mit mehr Verkehr, erläuterte Freudentals Bürgermeister Alexander Fleig am Mittwochabend im Gemeinderat. „Durch die Erweiterung sollen die Besucherzahlen gehalten und nicht erhöht werden“, so Fleig. Eine Steigerung des Verkehrsaufkommens sei nicht zu erwarten.

„Das ist ein Witz“, kommentierte Steffen Grob (Bürgergruppe) diese Aussage und sprach aus, was wohl viele Gemeinderäte dachten. „Der Verkehr wird mehr werden“, ist sich auch sein Fraktionskollege Helmut Schrenk sicher. Das Gremium zweifelte außerdem die vorgelegten Berechnungen zu den Verkehrsströmen an: Demnach fahren lediglich 25 Prozent der Besucher Tripsdrill aus Richtung Freudental an, weitere 25 Prozent aus Richtung Sinsheim und 50 Prozent über Kirchheim und Bönnigheim. „Wir sind die Hauptleidenden; mindestens 50 Prozent der Besucher kommen über Freudental“, war sich dagegen Norbert Schmatelka (Bürgergruppe) sicher. Er forderte eine detaillierte Untersuchung der Verkehrsströme Richtung Tripsdrill.

Dem schlossen sich die anderen Gemeinderäte an. In ihrer Stellungnahme an die Gemeinde Cleebronn zweifeln sie die genannten Zahlen an und bringen ihre Befürchtung zum Ausdruck, dass durch die Erweiterung durchaus mehr Besucher in den Freizeitpark kommen und diese auch über Freudental fahren werden.

„Den zusätzlichen Verkehr können wir nicht verhindern, aber vielleicht können wir ihn besser fließen lassen“, sagte Schrenk. Dieter Bertet (SPD) forderte, es nicht beim Reden zu belassen, sondern vor Ort Aktionen zu starten. Trotzdem zeigte er sich skeptisch angesichts der Freudentaler Einflussmöglichkeiten: „Ich zweifle daran, dass sich die Mühe lohnt. Wir haben kaum Einfluss und können nichts ändern.“

Ein Blick zurück zeigt, dass diese Sorge nicht ganz unberechtigt ist: Denn schon mehrfach haben sich die Freudentaler Gemeinderäte mit der Erweiterung des Erlebnisparks beschäftigt; zuletzt im Jahr 2012. Damals hatten die Freudentaler dieselben Bedenken und deshalb ein überörtliches Verkehrskonzept gefordert. Das sollte klären, welche Auswirkungen eine Erweiterung des Parks auf Freudental hätte. Die Argumente aus Tripsdrill ähnelten dabei den heutigen: Zunächst einmal, so hieß es damals, wolle man mit der Erweiterung nicht mehr Besucher anlocken, sondern die Zahlen halten. Dies sei ohne zusätzliche Investitionen angesichts der starken Konkurrenz unter den Freizeitparks nicht möglich. Gleichbleibende Besucher bedeuteten aber auch gleichbleibenden Verkehr, so die damalige Rechnung. Die umliegenden Gemeinden würden nur geringfügig durch den Durchgangsverkehr belastet.

Christina Kehl
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