Lesestart
Besigheim/Bönnigheim | 01. September 2017

Regen verunsichert die Wengerter

40 Wengerter des Neckartals haben gestern mit der Lese der Frühsorten Acolon, Regent und Cabernet Dorsa die diesjährige Weinlese eingeleitet. Der Regen hat die sonnenverwöhnten Wengerter verunsichert. Die Strombergwengerter in Bönnigheim haben die Lese abgesagt und wollen nun heute starten.

Martin Nägele mit seinen Enkeln Frieder und Karl bei der Acolon-Lese. Sie hätten sich schöneres Wetter gewünscht.Fotos: Alfred Drossel
Martin Nägele mit seinen Enkeln Frieder und Karl bei der Acolon-Lese. Sie hätten sich schöneres Wetter gewünscht.Fotos: Alfred Drossel

Martin Nägele aus Hessigheim und andere Wengerter hatten schon am Vortag bei 32 Grad Celsius die Sorte Cabernet blanc gelesen. Gestern ging es für Nägele bei leichtem Regen, aber auch ein bisschen Sonnenschein im Hessigheimer Hambach mit Acolon weiter. So früh wie nie.

Kellermeister Sebastian Häußer von der Felsengartenkellerei Besigheim hat damit gerechnet, dass rund 30 000 Kilogramm Trauben abgeliefert werden. Doch der Regen hat einige Wengerter verunsichert: Sie riefen in der Kellerei an. Ganz so schlimm wie angekündigt war das Wetter dann aber doch nicht, so dass die Lesemenge erreicht wurde.

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage macht Kellermeister Sebastian Häußer nicht nervös. Bisher gebe es keine Probleme. Kommt es aber dicker mit der Wasserzufuhr, könnte es sein, dass der Leseplan aktualisiert werden müsse. In der Regel sei es so, dass sieben Tage nach der Acolon-Lese mit der Vorlese der anderen Sorten auf breiter Ebene begonnen werde, sagt Häußer. Bisher sehe es in den Weinbergen gut aus. Was man nicht brauche, sei eine zu große Feuchtigkeit und warme Temperaturen.

Die 30 000 Kilogramm geernteten Trauben werden zu neuem Wein, zu „Federrotem“ verarbeitet. Das ist noch kein fertiger Wein, sondern aus roten Rebsorten gepresster Traubenmost, dessen alkoholische Gärung gerade begonnen hat und der noch keiner Filtration unterworfen war. Grundsätzlich werden als neuer Wein alle Zwischenstufen vom Traubenmost bis zum fast durchgegorenen Jungwein bezeichnet. Bekannter ist der aus weißen Trauben gepresste „Federweiße“.

Die Kellerei möchte rund 12 000 Liter des „Federroten“ auch beim Winzerfest anbieten. Mit der gestern geernteten Qualität ist Sebastian Häußer zufrieden. Durchschnittlich haben die Trauben ein Mostgewicht von 77 Öchslegrade erreicht.

Nach Ansicht des Önologievorstands der Weingärtner Stromberg-Zabergäu, Albrecht Hauber, habe die Wetterentwicklung Potenzial für eine Verschlechterung des Qualitätszustandes der Beeren. Heute wird im Stromberg mit der Lese begonnen, nachdem sie gestern wegen des Regens ausgefallen war. Schneller werde gelesen, wenn die Gefahr von Fäulnis bestehe, sagte Hauber. Dann gehe es darum, die Erntemengen zu erhalten.

Das Thema Kirschessigfliege sei noch immer aktuell, betont Hauber. Vor allem in waldnahen Weinbergen habe man den Schädling festgestellt. Einige Sorten müsse man genau kontrollieren. Fachleute raten dazu, ein paar Blätter mehr wegzuschneiden, weil die Trauben dann schneller abtrocknen. Es ist jedes Jahr das Gleiche, und der Wengerter muss es am Ende so nehmen, wie es kommt und rechtzeitig reagieren, um eine gute Ernte einzufahren: „Abwarten, was in den nächsten vier Wochen passiert“, sagt Hauber.

Alfred Drossel
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